Fachtagung der Persönlichen Mitglieder (PM) der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) in Herrieden.

 

v.li  Katrina Wüst und Jacqueline Schmieder 

 

Am 23.10.2013 fand eine weitere Fachtagung der Persönlichen Mitglieder der FN in Herrieden statt. Unter dem Motto: „Die Dressurkür - ein Buch mit sieben Siegeln“ gab Katrina Wüst, offizielle internationale Dressurrichterin und absolut anerkannte Kür-Spezialistin, sowohl Reitern als auch Richtern vielschichtige Hinweise zum Aufbau und schließlich auch zur Beurteilung einer Dressur - Kür.

Zunächst begrüßte Jacqueline Schmieder, Lk-Vorsitzende und Delegierte der Persönlichen Mitglieder, die ca. 50 Teilnehmer. Katrina Wüst stellte sie als „Päpstin“ der Kür vor und betonte deren Engagement in der Entwicklung der Kürbeurteilung.

Ziel der Veranstaltung war es u.a., dass den Reitern nahegebracht wurde, welche Fülle von Beurteilungskriterien den Richtern zur Verfügung stehen und von diesen auch zu beachten sind. Dadurch wurde den Anwesenden klar und eindrucksvoll vermittelt, wann eine Kür mit einer guten Bewertung rechnen kann.

Katrina Wüst ging anfangs kurz auf die Beurteilungskriterien der A-Note für die technische Ausführung ein, bevor sie ausführlich über den Aufbau der Kür referierte. Ein anspruchsvoller Beginn und ein gelungenes Ende der Kür spielen eine wesentliche Rolle für den guten Aufbau. Katrina Wüst demonstrierte aufschlussreich anhand von Videosequenzen, wie hier bereits zur Beginn einer Kür die besondere Aufmerksamkeit des Publikums aber besonders auch der Richter geweckt werden kann.

Neue Linien, sowie Kombinationen von Lektionen und Übergängen machen die Originalität einer guten Kür aus. Dabei muss der Reiter aber darauf achten, dass die Linien und Lektionen trotz der Gestaltungsfreiheit klar zu erkennen sind. Die Balance des Aufbaus einer Kür spiegelt sich unter anderem im Wechsel zwischen geraden und gebogenen Linien wieder. Der Reiter sollte die Möglichkeiten des Pferdes genau analysieren. Er soll dann die Stärken seines Pferdes herausstellen, die Schwächen hingegen durch geschickte Platzierung der entsprechenden Lektion und Musikanpassung kaschieren. Beim Schwierigkeitsgrad müssen die Anforderungen bei Einhaltung der Grundsätze der klassischen Dressur erfüllt werden. Eine für das Pferd zu schwierige Kür, fehlerhaft ausgeführt, wird Abzüge bei der Beurteilung sowohl bei der Choreographie, dem Schwierigkeitsgrad und dem Gesamteindruck erhalten. Die Musik muss nicht nur zum Bewegungsablauf des Pferdes passen, sondern soll auch auf die einzelne gezeigte Lektion abgestimmt werden. Sie kann Höhepunkte betonen, Leichtfüßigkeit widerspiegeln, aber auch witzige Akzente setzen.

Bei der Beurteilung der Musik, darf der individuelle Musikgeschmack des Richters keine Rolle spielen. Ausschlaggebend ist immer, dass die Musik zum Pferd, zur Gangart und zu den gezeigten Lektionen und Übergängen passt.

Als Highlight präsentierte Katrina Wüst am Ende Ihres Vortrages 3 Videos von besonders gelungenen Küren, die sicher einige Teilnehmer inspirierten und auf Ideen für ihre eigene Kür brachten.

Jacqueline Schmieder bedankte sich bei Katrina Wüst für den gelungenen, außerordentlich transparenten und lehrreichen Vortrag und wies die Teilnehmer darauf hin, dass einige der gezeigten Reiter bei der Faszination Pferd im Rahmen der Consumenta ab der kommenden Woche zu sehen sein werden.

Die nächste PM – Fachtagung findet am 11.Dezember 2013 am Pferdezentrum in Ansbach statt. Hier geht es dann um das Springreiten. Es wird der Turnierrichter und international sowohl geschätzte als auch erfolgreiche Parcourschef Georg-Christoph Bödicker zum Thema „Sitz und Einwirkung als Grundlage für gutes Springreiten“ referieren.

 

Kerstin Popp
Verband d. RuFV Franken