Armstrong und Cooper brachten die beiden Gefangenen zurück zur Stadt. Im Office saß Murphy bei einer Tasse Kaffee. Sichtlich erstaunt stand er auf als er die Beiden mit den Ganoven reinkommen sah. „ Wen schleppt ihr denn da rann?“

„ Wir wissen wo Nick ist. Die Beiden haben es uns gesagt.“ Jett schubste die Banditen ins Jail. Er schloss die Gittertüren zu und kam vor ins Office.

„ Wir brauchen Verstärkung. Es ist eine Bande von zwanzig Mann. Sie halten Nick dort gefangen.“

Murphy rieb sein stoppeliges Kinn. Er kräuselte die Stirn als er sagte.“ Das könnt ihr vergessen. Außer vielleicht Ole der Schmied wird euch wohl niemand beistehen. Der Rest sind alles erbärmliche Feiglinge. Nick hat schon oft völlig allein auf der Straße gekämpft. Die Bürger sahen hinter ihren  Gardinen zu bis der Spuck vorbei war. Dann kamen sie aus ihren Löchern um den Marshall zu loben.“

Jett hatte schon den Türgriff in der Hand.

„ Ich gehe trotzdem mal rüber in den Saloon. Wenn ich den Leuten erzähle das die Bande plant, nicht nur den Marshall, sondern auch ganz Cutter zu vernichten, werden sie vielleicht helfen. Schließlich geht es ihnen ja nun selber an den Kragen. Wir müssen uns beeilen bevor dieser Bill Clain….“

„ Bill Clain?“ Murphy sprang von der Tischkante runter auf der er saß, als hätte ihn eine Biene gestochen. „ Spar dir den Weg zum Saloon. Clain hat damals hier wie der Teufel gewütet. Häuser brannten nieder, Frauen wurden vergewaltigt sogar zwei Kinder kamen bei der Schießerei ums leben. Nein, hier wist du keine Hilfe finden. Die Leute haben Angst vor Clain und ich kann es ihnen nicht einmal verdenken. Wenn Nick tatsächlich auf Bill gestoßen ist dann können wir nur noch hoffen das unser Marshall noch lebt.“

Jett winkte ab. Er ging hinüber in den Saloon. Etwa zehn Männer waren dort gerade mit Pokern und  Whiskey trinken beschäftigt als Armstrong die Bastgeflochtenen Schwingarme aufstieß.

Ein älterer Cowboy sah ihn als erster. Er stand an der Theke und hob sein glas Bier dem Sheriff entgegen. „ Seht mal Leute wer da rein kommt. Unser neuer Sheriff. Meinen herzlichen Glückwunsch zum Stern. Kommen sie, ich lade sie zu einem Drink ein.“

Jett ging auf den Cowboy zu, zwang sich zu einem künstlichen Lächeln und sagte.

„ Danke. Einen Whiskey kann ich jetzt gebrauchen.“ George der Keeper stellte das Glas aufs Blech und goss die goldbraune Flüssigkeit ein.

Mit einem Schluck kippte Jett den Inhalt runter, stellte das Glas wieder ab und lehnte sich mit dem Rücken gegen Theke. Laut rief er gegen die Menge an.

„ Hört mal zu, Leute. Ich brauche ein paar Männer die mir helfen den Marshall zu retten.“

Einer der Pokerspieler sah auf und fragte. „ Wo ist er denn?“

„ In einem Felskessel der hier Trapperplace genannt wird. Dort sitzt die Bande von Bill Clain. Er hat vor ganz Cutter auszuräuchern. Also wenn euch euere Stadt lieb ist dann helft mir.“

Mit dem Namen des Bandenbosses entfachte Jett ein lautes Durcheinander. Die Männer schimpften, fluchten, aber niemand war bereit sich dem Sheriff anzuschließen. Jett versuchte verzweifelt die Gefährliche Situation zu erklären in der sich die ganze Bevölkerung Cutters befand, aber er stieß nur auf Gegner. Mit gesenktem Kopf verließ Jett den Saloon in dem das laute Gerede immer noch kein Ende fand und ging zurück ins Office.

Murphy stand am Fenster. Er sah wie niedergeschlagen der Sheriff die Straße überquerte. Als er in der Tür erschien blickte ihn der Alte düster an.

„ Du bist ja schnell wieder hier. Kein Glück gehabt?“

Wütend schlug Jett die Tür hinter sich zu, so heftig das einige Blätter vom Windzug vom Schreibtisch hoch wirbelten und zu Boden segelten. „ Diese Idioten.“

Lex nahm ein Gewehr aus dem Regal. Er packte sich noch zwei Dosen Patronen und steckte sie in seine Westentasche. „ Ich bin bereit Sheriff. Lass uns los reiten. Nick braucht unsere Hilfe. Ich hoffe er lebt noch.“

Murphy schaute auf seine Stiefelspitzen. Seufzend sagte er. „ Glaubt mir. Wenn ich jünger wäre…“

Weiter kam er mit seinem Satz nicht. Jett klopfte auf seine Schulter und unterbrach ihn.“ Wir brauchen dich hier. Wer soll sonst auf die Gefangenen acht geben. Pass auf dich auf. Nicht das noch jemand versucht die Beiden aus dem Jail zu befreien.“

Lex saß schon im Sattel als Jett raus kam. Er steckte seinen Fuß in den Steigbügel. Gerade saß er im Sattel als Carol- Ann angerannt kam. „ Sheriff, ist es war. Ist Nick bei der Clain Bande?“

„ Ja. Aber machen sie sich keine Sorgen. Ich hole Nick da raus. Das verspreche ich ihnen.“

Er zog die Zügel rum und verließ zusammen mit Lex die Stadt.

 Bürgermeister Flint stand vor dem Saloon. Er schaute den beiden Reitern nach.

 

                                                                                  *

Kurz vor dem felsigen Weg der zum Trapperplace führt hielten die Beiden ihre Pferde an. Jett nahm seine Winchester. Er kontrollierte die Trommel seines Revolvers und füllte seine Taschen mit Ersatzpatronen. Lex hielt Ausschau. Er war schon den Fels rauf geklettert. Als beide oben waren gingen sie geduckt den Hang entlang. „ Es ist nicht mehr weit.“ Flüsterte Lex ihm zu. Plötzlich blieb er stehen. Er hob den Zeigefinger der rechten Hand zum Mund. „ TSch. Da vorne sehe ich eine Wache.“ Im weiten Bogen schlich sich Jett um den Wächter herum. Gelangweilt saß der Bandit auf einem Stein und rauchte. Als Armstrong nahe genug ran war gab er dem Deputy einen Wink. Lex zerbrach geräuschvoll einen Ast. Das Knacken ließ den Mann aufschrecken. Er sprang hoch, wollte gerade loslaufen, als Jett ihm von hinten den Gewehrkolben über den Schädel schlug. Sofort sank er Bewusstlos in die Knie. Nicht einmal einen Warnruf hatte er abgeben können.

Armstrong zog ihm die Stiefel aus. Verwundert sah Cooper ihm dabei zu. „ Was wird denn das? Willst du etwa seine Stiefel klauen?“

„ Was will ich denn mit diesen abgelaufenen Dingern.“ Er schleuderte die Stiefel den Hang hinunter. Dann zog er ihm noch die Socken aus. Lex staunte nicht schlecht als er sah wie Jett dem Banditen mit einer Socke die Hände auf den Rücken band. „ Womit soll ich ihn denn sonst fesseln? Das Halstuch brauche ich zum Knebeln. Sie ließen den Verpackten liegen und schlichen weiter zum Rand hinauf.

Von hier oben hatten sie eine perfekte Aussicht auf das Lager der Banditen. „ Der Idiot den wir gefangen haben hat tatsächlich die Wahrheit gesagt. Es sind mindestens zwanzig Mann die ich da unten sehe. In diesem Moment wurde gerade Nick zur mittleren Baracke geführt. Drei Männer hielten ihre Colts auf Ryder gerichtet.

Jett entdeckte ihn mit leuchtenden Augen. Er war froh seinen Freund lebend zu sehen.

„ Da. Das ist Nick. Jetzt wissen wir wenigstens das er noch lebt.“ Lex schaute in die andere Richtung. Er stieß Armstrong mit dem Ellenbogen an und zeigte nach rechts unten.

„ Sie mal was da vor der Hütte steht. Kennen wir nicht die drei Mehlsäcke? Aus dem offenen Sack kann man sogar einen Gewehrlauf sehen.“

 

Nick wurde an den Händen gefesselt in die Baracke gebracht. Auf Anweisung hin wurde die Tür von außen verschlossen. Bill rieb sich die Hände. Er starrte sein Gegenüber an. Gefährlich blitzte es in seinen Augen.“ So, jetzt sind wir ganz allein. Nur du und ich. Zwei Männer vom gleichen Schlag.“

Dann schnellte Bill vor. Seine Hände umspannten Ryders Hals. Er presste ihn gegen die Wand. Sein harter Griff nahm Nick fast die Luft.

„ Ich mach dich fertig! Langsam – so wie du es mit mir gemacht hast. Und dann werde ich deine schöne Stadt in Schutt und Asche legen. Danach werden die Leute wohl etwas mehr Respekt vor mir zeigen. Vor mir, dem großen Bill Clain, der Marshall Ryder umbrachte. Dann löste er seinen Griff. In der Ecke stand eines der neuen Gewehre. Stolz nahm Bill es in die Hand.

„ Hier, erkennst du das? Mit Achtzehn von diesen wunderbaren Waffen und den Fässern Dynamit aus Wellington werde ich in Cutter einreiten.“

„ Siebzehn. Das eine Gewehr habe ich.“ Nick lehnte immer noch an der Wand. Langsam bekam er wieder Luft.

„ Du hast damals die gerechte Strafe bekommen. Wenn du noch einmal in Cutter auftauchst wirst du es bereuen. Der Richter war noch viel zu gnädig mit dir.“ Es war ein scharfer drohender Ton den Marshall Ryder sprach. Bill stand mit dem Rücken zu Nick. Er nahm den Ledergürtel vom Haken und drehte das eine Ende einmal um seine Hand. Bill drehte sich um und wollte mit dem Riemen Ryders Gesicht treffen. Aber Nick wirbelte blitzschnell zur Seite. Das Lederende traf nur noch seine Stirn und zog eine breite Schramme in die Haut. Blut lief übers Auge, die Wange runter.

Bill lachte dreckig. „ Ich habe noch eine Überraschung für dich.“ Durch das Fenster rief er einen seiner Männer zu. Kurz darauf wurde die Tür geöffnet und man schob den Jungen rein. „ Du kannst wieder verschwinden.“ Gab Clain dem Banditen den Befehl. Dann zog er das Kind am Arm zu sich, hielt die Hand unter dessen Kinn. „ Sieh her Ryder. Sieh ihn dir genau an. Erkennst du die Ähnlichkeit?“  Nick sah den Jungen an. Er sah in die dunklen Augen, auf das schwarze Haar. Das Blut in seinen Adern schien plötzlich wie gefrorenes Eis. Bills Lachen wurde immer lauter.

„ Ich habe den Bengel groß gezogen. Die Brut meines größten Feindes. Was sagst du dazu?“

Wie erstarrt stand Nick da. Konnte es denn wirklich sein?

 

Oben auf dem Felshang überlegten Jett und Lex Fieberhaft was sie tun sollten. Dann fiel Armstrong   das Fass auf das neben dem Höhleneingang stand. Er kniff die Augen zusammen und die Schrift darauf wurde deutlicher. „ Dynamit“ sagte er leise. Lex nickte. „ Das könnten wir jetzt gut gebrauchen. Warum haben wir da nicht dran gedacht?“

„ Warum sollten wir uns mit dem Zeug abschleppen, wenn es da unten rum steht.“

„ Was, Wo?“ Cooper sah wo hin Jett schaute. „ Tatsächlich. Wir sollten uns von zwei Seiten ran schleichen. Sobald das Dynamit in die Luft geht zünde ich die Sträucher hinter den Baracken an. Bei der Trockenheit brennt hier bald alles Lichterloh. Wenn wir dann ständig unsere Positionen wechseln und Feuern, glauben die da unten sie wären Umzingelt.“

„ Guter Plan Lex. Das könnte klappen. Versuch so viele wie möglich zu treffen.“ Sie reichten sich die Hände.“ Also dann viel Glück.“

Wie geplant schlichen die Beiden an ihre jeweiligen Posten. Jett fand einen hervorragenden Platz. Die Sicht war frei, und hinter den Sträuchern konnte man ihn nicht sehen. Er war nun auch nah genug ran um einen sicheren Schuss ab zugeben. Armstrong legte das Gewehr an.

„ Alles hängt nun von dir ab Jett. Ich hol dich hier raus Nick.“ Leise und mit geschlossenen Augen sprach Jett sich selber Mut zu. Er atmete tief ein, hielt die Luft an und zielte auf das Fass.

Mit einem gewaltigen Knall explodierte das Dynamit. Die Druckwelle riss Steine aus der Felswand und schleuderte sie durch die Luft. Gleich vier der Banditen wurden schwer getroffen.

Im selben Moment gingen die ersten Büsche in Flammen auf. Das Feuer wanderte wie erwartet rasendschnell von einem Geäst zum anderen. Jett verließ seinen Standort. Er rannte von Baum zu Baum und schoss bei jeder Position. Lex machte das gleiche, und sie waren richtig gut. Wild schreiend rannten die Männer umher. Versuchten das Feuer zu löschen, aber es war sinnlos. Während sie rechts löschten zündete Lex auf der linken Seite die nächsten Hölzer an.

„ Es hat keinen Sinn. Wir sind umzingelt!“ schrie einer aus der Masse. Er rannte zu den Pferden die wild an den Zügeln rissen.

Jett rannte hinter einer der Baracken. Durch das Glaslose Fenster sah er auf dem Tisch zwei Whiskeyflaschen stehen. Er nahm einen brennenden Ast und schleuderte ihn ins Innere. Die getroffenen Flaschen kippten um, der Alkohol verteilte sich auf der Tischplatte und fing sofort Feuer. Schnell brannten nun auch die Decken der Boden und vor allem die mit Strohbedeckten Schlafpritschen. Grinsend sah Jett zu wie alles in Flammen aufging. Da erhielt er plötzlich einen heftigen Schlag auf den Kopf.

Nur mit äußerster Mühe konnte er die anspringende Ohnmacht

bezwingen. Zwei grobe Gestalten packten ihn unterm Arm und schleppten ihn zur mittleren Hütte, wo schon weitere Männer standen die Cooper ein Messer am Rücken hielten.

Jett fluchte. „ Haben sie dich auch erwischt?“ Lex nickte mit dem Kopf. Er kniff ein Auge kurz ein und meinte.“ Ja aber nur dich und mich. Die anderen werden sie nicht so leicht kriegen.“

Da lachte einer auf und kam auf die Beiden zu. Sein Atem stank fürchterlich als er sehr nah vor Jetts Gesicht sagte.“ Ihr zwei seid allein. Wir haben alles abgesucht. Außerdem schießt ja auch niemand mehr seid dem wir euch haben.“ Dann trat er die Tür auf und rief ins Innere.“ Boss, wir haben sie. Es sind nur zwei Sternschlepper.“

Bill trat vor die Tür. Mit Abscheu musterte er die Gesetzeshüter aus Cutter.

„ Knallt sie ab!“ Während Bill seinen Leuten noch Anweisungen gab, kletterten Boy und das Mädchen Hanna durch das Fenster. Die hintere Wand der Hütte stand schon in Flammen. Nick suchte noch nach etwas scharfem um seine Fesseln zu zerschneiden, als er die zwei Kinder sah. Boy hielt ein Messer in der Hand. Schnell hatte er damit den Marshall befreit. Hanna blickte sorgenvoll durchs Fenster. Sie sah Bill auf die Baracke zustampfen. „ Schnell Marshall. Sie müssen fliehen. Bill wird sie umbringen!“ Sie zerrte an Ryders Ärmel und wollte ihn zum Fenster ziehen. In dem Moment fielen draußen Schüsse. Erschrocken blieb Hanna stehen. Sie sah Nick in die Augen, ihre Stimme bebte.“ Bitte kommen sie mit. Die beiden anderen hat er schon erschießen lassen.“

Nick überlegte wer denn die zwei mit einem Stern wohl waren. Es trägt doch nur Cooper einen, und er natürlich. Vielleicht kam ja Hilfe aus Wellington. Aber wie konnten sie hier von erfahren haben?

Ganz gleich wer die waren. Die Beiden waren nun tot und er musste sehen dass er hier Lebend raus kam.

Als Clain eintrat schnellte Nick ihm entgegen. Er hatte so viel Schwung, dass Beide zu Boden fielen. Hanna und Boy rannten raus. Das Feuer hatte sich durch den ganzen Raum gefressen. Wände und Decke brannten lichterloh.

Auf dem Boden kämpften Nick und Bill auf Leben und Tot.

 

Vorne am Eingang des Trapperplace standen einige der Banditen um Lex und Jett. Sie stritten noch wer das Vergnügen haben durfte, zwei Sternträger zu erschießen.

Mit gefesselten Händen überlegte Jett Fieberhaft nach einem Ausweg.

Da fielen Schüsse. Ringsum die Beiden kippten die Männer wie gliederlose Puppen um.

Erstaunt blickten die Beiden um sich. „ Verstehst du das?“ fragte Lex. Da kam hinter einem Felsvorsprung Ole der Schmied hervor. Erleichtert atmete Jett auf. „ Was machen sie denn hier?“ fragte er, glücklich ihn zu sehen.

„ Die halbe Stadt ist hier. Wir wollen das Banditennest ausräuchern.“

„ Als ich im Saloon um Hilfe bat hat sich niemand freiwillig gemeldet.“

„ Sie können eben nicht so gut reden wie unser Mayor Flint. Er war so froh endlich einen Sheriff in Cutter zu haben. Da kann er sie doch nicht gleich am ersten Arbeitstag wieder verlieren.“

Cooper warf sich auf den Boden und rief „ In Deckung!“ Ole und Jett duckten sich ebenfalls, und schon flogen die ersten Kugeln über ihre Köpfe hinweg.

 

In der Baracke ging der Kampf weiter. Nick landete einen harten Uppercut ( schlag von unten ) unter Bills Kinn. Clain stolperte rückwärts über einen am Boden liegenden brennenden Balken. Er stand wieder auf und trat das heiße Holz Nick entgegen. Ryder konnte ihm gerade noch ausweichen. Da entdeckte Bill das Messer. Boy hatte es fallen gelassen als Hanna ihn weg zerrte. Er packte sich die Waffe und stürmte auf seinen Gegner zu. Nick konnte dem ersten Schwinger ausweichen, bekam aber den zweiten ab. Die scharfe Klinge zerschnitt sein Hemd, und hinterließ eine Schnittwunde auf der Brust.

Bill holte zum nächsten Schwinger aus. Da aber war Nick schon nach vorne geschnellt. Er blockte den Arm schlug ihm das Messer aus der Hand und verpasste ihm seinen Ellenbogen ins Gesicht.

Wieder stolperte Bill zurück. Wütend wollte er wieder auf Nick zu rennen, da fiel der zweite Balken von der Decke. Clain stand genau unter ihm. Nick konnte ihn nicht mehr sehen. Der Rauch wurde immer dichter. Das Atmen fiel schwer und die Hitze wurde unerträglich. Das Haus brach immer mehr in sich zusammen. Ryder konnte sich noch zur Tür raus werfen bevor die erste Wand nachgab und alles wie ein Kartenhaus zusammen brach.

George der Barkeeper kam auf Jett zu gerannt. Sein Bauch schaukelte dabei hin und her. Er hielt eine Winchester in der einen Hand und einen schweren 45ziger Colt in der anderen.

„ Wo ist der Marshall?“

„ Eine gute Frage. Ich hab ihn auch noch nicht gesehen.“ Sagte Jett, und in diesem Moment flog sein Hut vom kopf. Sie mussten hinter einem Fels in Deckung springen. Der Schütze stand hinter einem Pferd und feuerte wie wild in Armstrong und Georges Richtung. „ Den hol ich mir.“ Murmelte der Keeper. Er erhob sich aus seiner Deckung, schoss mit der Winchester unter dem Pferd durch und traf  den anderen in seinen Fuß. Schreiend fiel der angeschossene zu Boden, und wurde sofort vom 45ziger Colt nieder gestreckt.

 

Im letzten Augenblick sah Nick das Schmuckstück des Jungen am Boden liegen. Er musste es hier eben verloren haben. Mit seinem Halstuch griff er nach dem heiß gewordenem Medaillon und stürmte im Fallwurf nach vorn um nicht von den Flammen gepackt zu werden, die sich immer mehr ausbreiteten. Jett sah wie Nick in Deckung hechtete.

„ Da ist er!“ Rief er George zu. Geduckt rannte Armstrong zu seinem Freund, der sich hinter einem mit Säcken beladenem Wagen in Sicherheit brachte.

Erleichtert das Marshall Ryder noch lebt reichte er ihm die Hand.

„ Bist du in Ordnung Nick?“

„ Ja. Jett was machst DU hier? Und was---?“ Er stutzte als er den Sheriffstern an der Weste Armstrongs sah. „ Was ist das. Hat man dich zum Sheriff gemacht damit du mich hier ganz legal rausholen kannst?“

„ Ich dachte mir du könntest einen Partner brauchen. Oder sehe ich das falsch? Außerdem kann ich viel besser mit der Buchführung umgehen.“

„ Das heißt, du willst für immer in Cutter bleiben?“ Nick`s Augen leuchteten. Hoffnungsvoll blickte er seinem besten Freund ins Gesicht.

„ Nun ja. Wenn es dir recht ist, mich als deinen Partner zu haben und-----„

Nick sagte gar nichts dazu. Er umarmte ihn einfach. Als sie sich wieder gegenüber standen sagte Ryder.“ Wenn wir wieder in Cutter sind, stoßen wir bei George auf unsere Zusammenarbeit an, Partner.“

Die Männer aus Cutter hatten nun alles im Griff. Die Clain Bande war besiegt.

„ Habt ihr nichts Besseres zu tun? Das Feuer muss gelöscht werden. Die Toten legen wir auf den Wagen, die verletzten und der Rest kommen auf den anderen Ladewagen.“ George stand mitten auf dem Platz, seine Hände in die Hüfte gestemmt, und gab Anweisungen.

Erstaunt blickte Nick sich um. „ Hey das ist ja unser Salooner.“ Bemerkte er.

Jett stand hinter ihm.“ Jawohl. Die halbe Stadt ist hier. Nach dem der Bürgermeister auf sie eingeredet hatte, wurde ihnen wohl doch klar wie gefährlich die Clain Bande war. Wenn die es geschafft hätten mit dem Dynamit und den Gewehren in Cutter einzureiten, wäre alles verloren gewesen.“

 

Hanna und der Junge saßen im Höhleneingang.

Sie hatten alles beobachtet. Boy stand nun auf. Langsam ging er vorwärts. Plötzlich griff seine Hand in seine Hosentasche. Er durchsuchte auch die andere und sah sich verzweifelnd um.

„ Hanna meine Uhr ist weg. Ich muss sie verloren haben. Hilf mir. Wir müssen sie suchen.“

Bevor er losrennen konnte hielt ihn das Mädchen fest.

„ Wo willst du denn suchen?“

Mit einem kräftigen ruck riss sich Boy von ihrem Griff los. Wo er suchen sollte wusste er auch noch nicht. Er lief bis zur abgebrannten Baracke. „ Ich muss sie hier verloren haben.“ Sagte er zu sich. Jett und Cooper halfen mit die Gefangenen zu entwaffnen. Man entschloss sich die Toten hier zu begraben. Mit Spaten schaufelten sie Gräber aus.

Nick sah den kleinen Jungen, der den Boden absuchend, auf allen vieren kroch. Er ging auf ihn zu und hockte sich vor ihm nieder.

„ Hey. Suchst du das hier?“ Er reichte dem Jungen das Schmuckstück das er im Feuer gefunden hatte. Mit freudestrahlenden Augen nahm Boy es in die Hand und polierte die Silberne Oberfläche an seinem Hemd. Nick beobachtete ihn dabei genau. Sein Herz schlug ihm fast bis zum Hals. Er konnte seine Tränen kaum noch zurück halten. Mit gebrochener Stimme sagte er schließlich.

„ Sie bedeutet dir wohl sehr viel?“  „ Ja. Sie gehörte mal meiner Mutter.“ Er öffnete den Deckel und eine Spieluhr ließ eine Melodie erklingen bei der Nick das Blut in den Adern gefror.

Er schloss die Augen und lauschte der Musik.

 

Fortsetzung folgt...