Pressebericht, August 2009

10. Bayerisches Landesreiterfest, 25./26.Juli 2009
  Reitsport für Menschen mit Behinderung in Bayern

 

 - 10. Bayerisches Landesreiterfest für Reiterinnen und Reiter mit Behinderung

 - Rekordversuch zum Jubiläum 

 

Am Anfang stand eine Idee: 

Behinderten und nicht behinderten Reitern die Möglichkeit zu bieten, ihr reiterliches Können in verschiedenen Disziplinen wie Dressur- und Geschicklichkeitsprüfungen unter Beweis zu stellen und dabei die Individualität eines jeden Einzelnen wertzuschätzen.

 

Nicht der Sieg, die Medaille sollte im Vordergrund stehen sondern die Freude am gemeinsamen Erleben. Aus diesem Grund wurde das 10. Landesreiterfest der Bayerischen Landesvereinigung für Therapeutisches Reiten e.V. erstmals als integratives Reitturnier ausgetragen, an welchem auch Reiter ohne Behinderungen an den Start gehen konnten.

 

In diesem Jahr trafen sich am 25. und 26. Juli bereits zum zehnten Mal Reiterinnen und Reiter aus Bayern, Baden-Württemberg und Hessen um gemeinsam mit ihren Betreuern, Angehörigen sowie zahlreichen Gästen und Ehrengästen das nun schon zur Tradition gewordene Landesreiterfest zu feiern.

Die Schirmherrschaft zu dieser Jubiläumsveranstaltung hatte der Bayerische Staatsminister für Unterricht und Kultus, Herr Dr. Ludwig Spaenle zusammen mit Herrn MdL Klaus Dieter Breitschwert aus Ansbach übernommen.

 

Der Vorsitzende der Bayerischen Landesvereinigung für Therapeutisches Reiten, Wolfgang Zacharias hob in seiner Begrüßung den integrativen Charakter der Veranstaltung hervor und dankte vor allem den über 60 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sowie den vielen Förderern, ohne deren Engagement und finanzielle Unterstützung eine derartige Veranstaltung nicht durchzuführen wäre. Über Integration lässt sich viel reden oder schreiben – es ist besser, sie zu praktizieren so der Vorsitzende der Landesvereinigung.

Daher wird das Landesreiterfest so ausgerichtet, dass möglichst alle Reiterinnen und Reiter mit Behinderungen, unabhängig von Art und Grad der Behinderung an diesem teilnehmen können.

Große reitsportliche Events, zu welchen nur wenige handverlesene Sportler zugelassen werden, entsprechen nicht unbedingt der Philosophie der Bayerischen Landesvereinigung.

 

Dank der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer verliefen die beiden Tage reibungslos und die Freude und Begeisterung der Reiterinnen und Reiter war die schönste Belohnung für die anstrengenden Vorbereitungsarbeiten, so die Veranstalter.

 

 

 

 

120 Teilnehmer aller Altersklassen starteten in 6 verschiedenen Prüfungen und in Mannschaftswettbewerben. Jeder Reiter erhielt in den jeweiligen Einzelprüfungen eine Medaille. Für die Placierten in den Gesamtprüfungen und Mannschaftswertungen gab es Pokale, sowie Erinnerungstafeln für die teilnehmenden Reitsportgruppen.

Bayerische Meister wurden in diesem Jahr Pilar Prinzessin von Bayern, Steinhöring (Führzügelprüfungen - Dressur und Trail), Andrea Bartl, Steinhöring (Schrittprüfungen - Dressur und Trail) sowie Jakob Hutterer, Zorneding (Trab-/ Galoppprüfungen - Dressur und Trail).

 

Anlässlich des Jubiläums und um den integrativen Charakter der Veranstaltung zu unterstreichen, wurde im Rahmenprogramm des Landesreiterfestes außerdem ein Weltrekordversuch auf den Weg gebracht.

Beim Guinnessbuch der Rekorde wurde das „größte Gemeinschaftsbild der Welt“ angemeldet, mit dem auch verdeutlicht werden soll, was Integration  in unserer heutigen Gesellschaft bedeutet. Möglichst viele Menschen - Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Menschen mit und ohne Behinderung, Menschen unterschiedlicher Nationalität - arbeiten zusammen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen.

So wurde an beiden Tagen fleißig an dem Bild zum Thema „Natur - Landschaften und Blumen“ gemalt und bei einer Bildhöhe von einhundert Zentimeter immerhin eine Bildlänge von 140 Metern erreicht.

 

Erstmals traten neben dem Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Larrieden und den Jagdhornbläsern des Reit- und Fahrvereins Herrieden auch zwei integrative Rockbands aus Feuchtwangen und Nördlingen im Rahmenprogramm der Veranstaltung auf.

Daneben zeigten die amtierenden fränkischen Meister im Voltigieren, die Voltigiergruppe des Vereins Lohe / Dinkelsbühl ihr Können und Mitarbeiter des ReitTherapieZentrums machten mit ihrer Quadrille deutlich, dass gut ausgebildete Therapiepferde durchaus viele Talente haben.

 

Nach zehn Jahren hat sich gezeigt, dass aus einer Idee etwas Großes werden kann, dass der erste Schritt in die richtige Richtung belohnt wird: durch die Freude, den Stolz und die Begeisterung auf den Gesichtern aller, die sich jedes Jahr immer wieder treffen um gemeinsam etwas Besonderes zu erleben.

Tanja Wieser / W. Zacharias