Textwiederholung ohne Fotos: 

Unter dem Motto „Main, Wein und Spessarträuber“ fanden sich am 26. Juni 23
Wanderreiter aus ganz Deutschland mit Ihren Pferden zum 30. Lehrwanderritt des
Pferdesportverbandes Rheinland-Pfalz in Mönchberg ein.
 
In den Vorjahren selbst als Ausbilder in den schönsten Gegenden Deutschlands dabei, durfte
ich in diesem Jahr die Organisation übernehmen und konnte so den Teilnehmern und
Rittführern die schönsten Seiten meiner Heimat zeigen. Das Vorbereitungsjahr 2009 war
meinerseits geprägt von dem Satz „keine Zeit, ich muss noch Strecke abreiten“. 
Als dann endlich der Anreisetag kam, schien mir die Zeitspanne dennoch zu kurz und ich
hatte das Gefühl, ganz viele Kleinigkeiten vergessen zu haben.
Die Freude beim Eintreffen der Reiter, in lachende bekannte und neue, erwartungsvolle 
Gesichter zu sehen, ließ mich aber den Stress schnell vergessen.
 
Der Anreisetag begann mit der
Ankunft der Teilnehmer und
Gruppenführer. Das Wetter zeigte
sich sommerlich, bei sonnigen 27 °C
wurden Paddocks gebaut, Wasser
geschleppt, viele „wo ist was“ –
Fragen gestellt, Freunde und neue
Reiter begrüßt und Karten
abgezeichnet. 
 
Die Voruntersuchung der Pferde
durch Tierärztin Frau Horn verlief für
alle positiv, die Pferde waren in guter
Kondition und wurden alle für den
Ritt zugelassen.
 
Am Abend kamen noch ein paar Überraschungsgäste, eine Truppe wilder Spessarträuber
ließen sich mit einem kühlen Bierchen zu einigen Liedern zur Gitarre überreden. 
So fand der erste Abend einen gemütlichen Ausklang in großer Runde um das Lagerfeuer.
 
Der erste Reittag begann leider mit einem Unfall, eine Reiterin wurde noch vor Abritt von
Ihrem Pferd so unglücklich getreten, dass sie mit gebrochenem Arm ins Krankenhaus
gebracht werden musste. Wir waren
geschockt, es war das erste Mal, dass
bei bislang 29 unfallfreien
Landeslehrwanderritten etwas
passierte!
 
Nach diesem anfänglichem kleinen
Durcheinander verlief der Start der
Reitergruppen aber reibungslos und
der Landeslehrwanderritt 2010
begann.
 
Die erste Etappe führte die Reiter
sogleich hoch in den kühlen
Spessartwald, wo sie sich auf den 
alten Handelswegen bis zur Henneburg, hoch über Stadtprozelten am Main durchschlugen.
Die Gruppen durften sogar bis ganz hoch, in die Burg reiten, ein imposantes Erlebnis, mit
samt seinem Pferd von der Aussichtsterrasse zu blicken, oder?
 
 
 
Am Abend fanden wir Quartier in Breitenbrunn, beim örtlichen Reitclub konnten wir uns
nach der Hitze des Tages in den Schatten der Festhalle und des Reiterstübchens zurückziehen.
Keiner ahnte, dass es noch viel heißer werden sollte!
 
In der Nacht zeigte der bekannte und berüchtigte kleine Ponymann, „free Willi“ wieder
einmal, dass er die Disziplin des Paddockabbaus versteht, wie kein anderer 
und so verbrachten wir die Nacht mit einem wachen Auge.
 
An diesem Morgen wurde ein
Pferd bei der
Reittauglichkeitsuntersuchung
für einen Tag aus der Strecke
genommen und durfte mit dem
Anhänger nach
Heimbuchenthal, ins nächste
Quartier fahren.
 
 
Der Morgen war erfrischend 
kühl und so machten sich die
Gruppen auf zur zweiten
Etappe. 
 
Durch schattige kleine Täler, an der Karthause Grünau vorbei zum Wildpark Schollbrunn,
und ins Tal hinab. 
 
Entlang des Spessartweges und auf
Teilen des Eselsweges führte sie
die Strecke bis zum Parkplatz, wo
ich mit Getränken und frischen
leckeren Salaten zur Mittagsrast
wartete.
Nachdem die Reiter und Pferde
gerastet hatten, ging es weiter zum
Oberschnorrhof und von da zum
Waldsee Heimbuchenthal,
unserem Quartier für diese Nacht.
 
 
Im Badehaus des Zeltplatzes wurde
geduscht, die leckeren Bratwürste
fanden reißenden Absatz und viele
Reiter schliefen unter freiem Himmel,
bei Ihrem Pferden am See. 
 
Die Temperaturen stiegen jeden Tag
höher und am Vorabend des dritten
Reittages, entschieden wir uns zur
Pferdeschonung und kürzten die
Strecke von 28km auf 23km Länge.
 
Wieder viel ein Pferd aus der
Tauglichkeit und durfte nach dem
Transport im improvisierten Schattenpaddock in Mönchberg auf das Eintreffen der anderen
Pferde warten.
 
Die dritte Etappe verlief durch die Kürzung nicht mehr am Wasserschloß Mespelbrunn
vorbei, sondern direkt in Heimbuchenthal über den Eichelberg, Richtung Ruhetagsquartier
Mönchberg. 
 
Die Ortsdurchquerung in Eschau-Sommerau
erleichterten sich zwei der Gruppen, indem
sie im Verband auf der Dorfstraße ritten und
so vorbildliches Verhalten im
Straßenverkehr demonstrierten.
Beim Anblick der Reithalle waren alle froh,
endlich im Tagesziel zu sein, denn
mittlerweile zeigte das Thermometer an die
35°C. 
Die Pferde wurden geduscht, Beine gekühlt
und die Reiter verschwanden ins Freibad,
um die eigene „Reittauglichkeit“
sicherzustellen.  
 
Am traditionellen Ruhetag,  holten viele den Besuch des Wasserschlosses nach, Eisbecher
und Schwimmbadbesuch , eine kleine Weinprobe uns das Käsebuffet am Abend rundeten den
Erholungstag perfekt ab.
Ein Teilnehmer reiste
planmäßig am
Dienstagabend ab und
zwei der Pferde wurden
aus gesundheitlichen
Gründen aus dem Ritt
genommen, so waren es
nur noch 21 Reiter.
 
Es kommt besonders bei
Ritten in fremdem
Gelände immer mal
wieder zu
Belastungsanzeichen,
wie leichte Lahmheiten,
durch Muskelkater,
Überanstrengung und
schweres Geläuf. Auch
Hitzebedingte Ödeme,
Druckstellen oder gar Scheuerstellen in Hautfalten durch den Pferdeschweiß kommen bei
Ritten unter solchen Wetterbedingungen vor. 
 
Wir Ausbilder machen die Teilnehmer gerade auf die ersten Anzeichen aufmerksam, bei den
täglichen Pferdekontrollen lernen die Reiter, sensibel und aufmerksam auf die kleinsten
Anzeichen der Pferde zu reagieren und so aus Rücksicht auf das Tier, einfach mal einen Tag
auszusetzen, oder im Zweifelsfall den Ritt vorzeitig zu beenden.
 
Auch am Donnerstag, dem vierten Reittag kürzten
wir die Strecke um einige Kilometer, um im Sinne
der Pferde bei den unmenschlichen Temperaturen
keine Überlastung zu riskieren. 
 
Die am Abend allgemein als „schönste Etappe“ des
Rittes bezeichnete Strecke führte über den
Höhenzug von Mönchberg nach Großheubach, am
Kloster Engelberg vorbei ins Tal, um nach einem
kurzen Steilaufstieg in das Naturschutzgebiet zum
Rosshof hoch über Großheubach aufzusteigen. 
 
Am Hofgut fanden wir freundliche Aufnahme, die
Paddocks konnten in direkter Nähe des
Wasserschlauches am Gasthaus unter Obstbäumen
aufgeschlagen werden.
 
Der Schlauch ersetzte auch an diesem Abend die
Dusche, erfrischenderes gibt’s auch im
Wellnesstempel nicht! 
Diese Nacht verbrachten wir wieder ohne Zelt unter Sternen und bei jeder Sternschnuppe
wünschte ich mir für den nächsten Tag „bitte nicht so heiß“.
 
Schon war der vorletzte Reittag gekommen, der die Reiter hoch über dem Main zum
Aussichtsturm in Klingenberg und von dort durch die Weinberge nach Erlenbach und den
schattigen Wald nach Elsenfeld zum
Schützenhaus brachte. 
 
Die Einkehrmöglichkeit nahmen alle
Gruppe gerne an und stärkten sich mit
Döner und anderen Leckereien.
 
Als die erste Gruppe im Quartier „Old
Shanty Ranch“ ankam, glaubten wir
schon an eine Fata Morgana, denn die
Tagestemperatur hatte den Höchststand
von 37°C erreicht.
 
Staubfahnen wehten unter den
Pferdehufen, Hitze flirrte über den
trockenen Gräsern der Weiden und es stand uns nur nach SCHATTEN. 
Nach dem etwas beschwerlichen Bau der Paddocks in dem trockenen Untergrund, erfrischten
sich alle Reiter unter der Dusche und schon sah der Tag anders aus!
Am Abend gab es frisch gegrillte Forelle vom offenen Feuer und wir saßen noch lange in
geselliger Runde zusammen.
 
 
Der Samstag, letzter Reittag dieses Rittes zeigte sich wieder unversöhnlich und die Sonne
brannte schon am frühen Morgen gnadenlos herab.
Auch hier veränderte ich die Strecke und ersparte den Pferden den anstrengenden Aufstieg zur
Geishöhe.
 
Die Etappe wurde zwar nicht kürzer, aber enorm leichter für die Pferde, indem ich Wege auf
einer Höhenlinie wählte. 
 
Die offene Höhe über Rossbach hatten die Reiter in der
frühen Morgensonne geschafft, dann ging es im kühlen
Wald bis hinab zum Höllhammer, wo die sprudelnde
Elsava die Pferde erfrischte. Hobbach umritten die
Gruppen im Wald, um bei Unteraulenbach noch einmal
hochzusteigen auf den kleinen Berg mit der Ruine der
Wildenburg.
 
Von da ging es recht schnell am Waldrand entlang über
die letzten offenen Wiesen zurück ins Ziel, nach
Mönchberg
 
Wir Trossbegleiter hatten alle Mühe, die Getränke kühl
zu bekommen und die erhitzen und erschöpften Reiter
damit zu empfangen.
Einige erfrischten sich nach dem Versorgen der Pferde
noch mal im schönen Freibad.
Das Spanferkel bruzzelte schon über dem Feuer und lockte alle am Abend doch zur Reithalle,
zum letzten gemeinsamen Abendessen dieser Tour. 
 
Das Highlight des Abends war wohl unumstritten das sensationelle Dessertbuffet, zwischen
Wunderkerzen und Lichtilluminationen versteckten sich kühle Torten, Fruchtschalen, Eis und
andere Leckereien. Es wurde noch lang am Feuer geplaudert, bis die letzten dann in die
Schlafsäcke krochen.
 
Am Sonntag morgen begannen wir schon um halb acht mit der tierärztlichen
Nachuntersuchung, um der größten Tageshitze aus dem Weg zu gehen.
 
Von 23 Teilnehmern kamen 19 ins Ziel, am Sonntag morgen waren 15 Pferde nach der
Tierarztuntersuchung reittauglich, könnten also weiterreiten und 4 Pferde bekamen die
Wertung bedingt reittauglich, sie sollten also vor Weiterritt mindestens einen Ruhetag
einlegen.
 
Traditionell wurde der Ritt mit der Plakettenübergabe und Grußworten von Manfred Weick,
Vertreter und Rittführer Pferdesportverband Rheinland Pfalz beendet.
 
Die Strecke war nur 153km lang, führte aber 5061m hoch und 4995m abwärts.
Eine beachtliche Leistung!
 
Wieder einmal ist der Landeslehrwanderritt vorbei, ich freu mich schon aufs nächste Jahr, es
geht in die Westpfalz, an die Grenze zum Saarland.
 
„nach  dem LLWR, ist vor dem LLWR“ 
 
Tanja Breunig
 
Infos zur Wanderreitausbildung und den Lehrwanderritten finden Sie unter 
www.Spessartreiter.de oder direkt beim PSVRP.de

Tanja Breunig
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Wanderreitstation Aubachtal

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