Einem jeden, der sie reitet, naht sein Glücksstern sich im Raum.

Leid verweht, das Leben gleitet leicht dahin - ein schöner Traum.

Vom isländischen Dichter Páll Ólafsson

 

 Weit draußen im Wattenmeer fühlt man diese unendliche Freiheit. © R. Houben

 

Es gibt sie immer noch. Diese ganz speziellen Erlebnisse für Reit- und Pferdefreunde, die fern ab von modernen Computern und der digitalen Welt einem Menschen noch das Gefühl von Freiheit und Abenteuer geben. Erlebnisse die einem zeigen und deutlich machen, wie wundervoll und groß diese Welt dort draußen doch noch sein kann.

146.000 Hektar umfasst der größte Nationalpark Dänemarks, das Wattenmeer. Diese Gezeitenregion ist ein atemberaubender Schauplatz der Natur und Lebensraum für unzählige Tierarten. Und genau dort, Kilometer weit draußen treffen bei Ebbe an der Wassergrenze zwei Arten zusammen die kaum etwas gemeinsam haben, der Seehund und das Islandpferd.

Berühmt durch seine genetisch fixierte Gangart ist das kleine Islandpferd der perfekte Begleiter auf der Safari zu den Robbenbänken der dänischen Insel Mandø.

Organisator dieses eindrucksvollen Urlaubsabenteuers ist Therese Thøgersen, Eigentümerin des Hotel Kommandørgården und dem dazugehörigen Islaendercenter auf Rømø. Bis zu 120 Pferde beherbergt der Stall. Hier züchtet und trainiert Therese selber mit Ihrem Team diese eindrucks- und liebevollen Kraftpakete die niemals Müde zu werden scheinen. Und das schon seit 12 Jahren.

 

 Therese Thøgersen, Züchterin und Organisatorin der Robbensafari. © R. Houben

 

Immer unter Berücksichtigung der Gezeiten geht es entweder früh morgens oder am Nachmittag los. Gestartet wird das Abenteuer im Islaendercenter auf Rømø, direkt hinter dem Hotel. Neugierig wird man hier bereits von den Vierbeinern mit ihren goldenen Mähnen und dunklen Augen erwartet. Für jeden Reiter findet sich hier das passende Islandpferd. Die Auswahl übernimmt die Chefin persönlich. Bis zu 80 stehen zur Auswahl, und damit keiner den Überblick verliert, hat jedes Pferd seine eigene Visitenkarte mit Name, Nummer und Foto. Wer einen Trip oder Urlaub zur Nordsee plant sollte immer an Regenkleidung denken. Denn Nordsee bedeutet Wasser, viel Wasser. Schließlich reitet man weit in das Watt hinaus und dort sollte eine ordentliche Kleidung nicht fehlen, besonders im Frühjahr wo die Temperaturen und der Wind noch recht frisch sein können. Wer selber keine Regenkleidung eingepackt hat, findet in der Sattelkammer genug Jacken und Hosen um sich gegen die Witterung zu schützen.

 

 Hier wird keiner nass.Für jeden Reitgast gibt es die passende Schutzkleidung. © R. Houben

 

Gut eingepackt und voller Energie geht es jetzt los. Zeit seine neuen Freunde zu treffen. Den passenden Sattel kontrolliert und im Trailer verladen darf jeder bewaffnet mit Foto und Halfter auf die Suche nach seinem Isländer gehen. Erwartungsvoll beobachten diese jede Bewegung der Zweibeiner, man könnte sogar meinen dass manche ungeduldig darauf warten und hoffen dass jemand ihre Karte und Foto in der Hand hält.

 

 Warten gespannt auf Ihren Einsatz, die Pferde vom Islaendercenter. © R. Houben

 

Gesucht, gefunden. Keine Angst, hier geht keiner leer aus. Das Team vom Islaendercenter steht jedem Gast mit Tipps und Hilfe zur Verfügung. Dafür sorgt auch Sigursteinn Gudmanelsson, kurz „Steini“, durch seine lebenslange Erfahrung mit Islandpferden. Mit seiner ruhigen Ausstrahlung und das freundliche lächeln steht er zusammen mit Therese und Cecilie jedem Besucher zur Seite und prägt die bekannte dänische Gastfreundschaft.  

 

Sigursteinn Gudmanelsson, genannt "Steini" hilft bei der Sattelkontrolle. © R. Houben

 

Nach einem kurzen Snack für die Pferde und dem Striegeln geht es auch schon los für die zweite Etappe des Abenteuers. Mit zwei Trailern und Geländewagen startet die Tour Richtung Mandø, einer kleinen Wattenmeerinsel nördlich von Rømø. Die nur knapp 8 km² große Insel ist durch einen Steinweg mit dem Festland verbunden und nur bei Ebbe erreichbar. Auch hier hat Therese einen kleinen Hof mit Stallungen der als Zwischenstation für die Robbensafari dient und auch ein paar Unterkünfte für Gäste bietet.

 

 Ein Snack zur Stärkung vor der Abfahrt. © R. Houben

 

Mit zwei Trailern geht es los. © R. Houben

 

Islaendercenter Team-Mitglied Cecilie. © R. Houben

 

Auf geht’s. Satteln, aufsitzen und los. Vorbei an kleinen Höfen und Ferienhäusern erreicht man nach kurzer Zeit den 1937 angelegten Deich der Insel. Es ist als ob man eine andere Welt betritt. Die grünen Wiesen weichen den kilometerlangen Sandbänken des Wattenmeeres. Soweit das Auge reicht nur Sand und Himmel, getrennt durch eine schimmernde und ineinander verlaufende Linie am Horizont. Jetzt zeigen die Isländer erst richtig was in ihnen steckt. Mit dieser fast erschütterungsfreien Gangart, dem berühmten Tölten, scheinen die kleinen Pferde wie über dem sandigen Boden zu fliegen. Und wer glaubt mit diesen kurzen Beinen könne man nicht schnell reiten, der wird beim Galoppieren wirklich eines besseren belehrt.

 

 Bestens gelaunt geht es über den Deich der Insel hinein ins Wattenmeer. © R. Houben

 

Nicht jeder Reiter kommt in den Genuss einmal auf so einem offenen Gelände reiten zu können, ohne Zäune, Gräben oder herumliegende Baumstämme. Aber auch hier gibt es durchaus Gefahrenstellen wie Wasserlöcher und Treibsand. Ohne die prüfenden Augen eines erfahrenden Führers sollte man keinesfalls alleine soweit in diese Welt vordringen, zumal man auch sehr schnell die Orientierung verlieren kann.

Nach einer Weile und Kilometer weit draußen erreicht man die Grenze bis wo sich das Wasser zurückgezogen hat. Diese jetzt freiliegenden Sandbänke von Mandø sind bei den Seehunden beliebt. Um Ihre Art und den Nachwuchs zu schützen, wurde ein Schutzgebiet abgesteckt das weder per Pferd noch zu Fuß betreten werden darf. Jeder der wilde und freilebende Tiere beobachten möchte muss sich natürlich im Klaren sein, das es nie eine Garantie gibt diese auch anzutreffen oder zu sehen. Die Chancen hier sind jedoch groß und mit etwas Glück entdeckt man eine Gruppe an Land oder findet die dunklen, wunderschönen kleinen Augen mit den lustigen und neugierigen Blicken aus dem Wasser spähen.

 

Neugierig beobachten die Robben die Anwesenheit der Reitergruppe © A. Rongen

 

 Sigurdsteinn "Steini" führt sicher durch das Watt. © R. Houben

 

Nahe der Wassergrenze hält jeder Ausschau nach Robben. © R. Houben

 

Es ist ein einmaliges Erlebnis, auf dem Rücken eines Pferdes diese Robben zu beobachten. Hier treffen wirklich zwei unterschiedlichste Arten aufeinander. Und das ist wichtig, werden doch diese Lebewesen immer noch in vielen Ländern gejagt. Wer sie einmal mit eigenen Augen gesehen und beobachtet hat, der wird diese friedlichen und freudigen Blicke der Robben nie mehr vergessen. Wie schon der berühmte australische Tierschützer Steve Irwin gesagt hat, ist es wichtig, dass wir die Tiere lieben lernen, denn das was wir lieben schützen wir auch.

 

Mit den Isländern in der dänischen Nordsee stehen, was für ein Abenteuer. © A. Rongen

 

 

Der Wasserstand steigt langsam wieder an und es wird Zeit sich von den kleinen Seehunden zu verabschieden. Nach ein paar Minuten entspanntem laufen steigt man wieder in den Sattel. Jetzt kann man realisieren wie weit man sich doch vom Rand der Insel entfernt hat und in das „Meer“ geritten ist. Wenn man merkt wie tief die Hufe teilweise schon in den weichen Boden sinken weiß man wie anstrengend es ist hier zu laufen. Doch die Isländer scheint dies nicht wirklich zu beeindrucken. Ohne Probleme fliegen die kleinen wieder über den jetzt wässrigen Sandboden und zeigen keinerlei Anzeichen von Müdigkeit, selbst nach einigen noch folgenden Galoppstrecken im Watt und auf den grasigen Wegen der Insel zurück zum kleinen Hof.  

Und nicht nur die Pferde freuen sich nach diesem Ausflug auf Ihr wohlverdientes Abendessen. Gemütlich schließt man den Abend nach der Rückankunft auf Rømø  mit einem vorzüglichen Fischbuffet und ein paar Drinks im Hotel ab.   

 

Pferdeentspannung nach einem tollen Ausritt. © R. Houben

 

Diese Robbensafari gehört definitiv zu den Erlebnissen die man als Pferde- und Tierfreund nicht verpassen sollte. In Kombination mit einem Urlaub in dem stilvoll eingerichteten Kommandørgården oder dem dazugehörigen Campingplatz mit Freizeitpark und Pferdecenter für die Kinder und direkt an der Küste bietet Therese Thøgersen das Komplettpaket für die ganze Familie.

Erleben kann man diese eindrucksvolle Safari zu Pferd von April bis zum Herbst.

http://www.kommandoergaarden.dk/de 

 

Huffluesterer-Robert

 

 

Weitere Impressionen  © R. Houben / A. Rongen