Land- und forstwirtschaftliche

Sozialversicherungsträger

Franken und Oberbayern

Öffentlichkeitsarbeit

Leitung: Bernhard Richter

FAX (089) 45480-58 382 Pressestelle: Petra Stemmler

 (0921) 603 - 112

Fax (0921) 603 - 906

E-Mail: petra.stemmler@fob.lsv.de

Internet: www.fob.lsv.de

 

Bayreuth/München/Würzburg,

den 25. März 2010

 

Zecken, Milben, Eichenprozessionsspinner, ….

Wer im Freien arbeitet, der weiß, dass jetzt, mit Beginn des Frühlings, auch wieder Parasiten aktiv werden, die Krankheiten übertragen und allergische Reaktionen oder Hautreizungen auslösen können. Die Land- und forstwirtschaftlichen Sozialversicherungsträger Franken und Oberbayern (LSV) raten: „Schützen Sie sich! Wer einfache Regeln einhält, kann wirksam vorbeugen“.

Wirksamen Schutz gegen die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME; eine Form der Hirnhautentzündung mit zum Teil sehr schwerem Verlauf) bietet die Schutzimpfung. Die LSV-Träger Franken und Oberbayern raten allen Versicherten, vom kostenlosen Impfschutz Gebrauch zu machen und vor allem auch die Auffrischungsimpfung nicht zu vergessen. Bei einer Infektion mit Borreliose, einer weiteren durch Zecken übertragbaren Krankheit, hilft in der Regel eine rasche Behandlung mit Antibiotika. Um Zeckenbissen vorzubeugen, raten die LSV-Mitarbeiter zum Tragen geschlossener Kleidung. Wer zudem noch Wegränder mit hohem Graswuchs meidet und nach dem Aufenthalt im Freien duscht und sorgfältig überprüft, ob sich nicht doch eine Zecke in der Kleidung, auf der Haut oder in den Haaren niedergelassen hat, der hat bereits viel getan, um sich zu schützen.

Die LSV-Träger warnen Forstarbeiter, oder Menschen die sich anderweitig im Wald aufhalten, zudem davor, mit alten Gespinsten des Eichenprozessionsspinners in Berührung zu kommen. Die giftigen Brennhaare in diesen Gespinsten können heftige allergische Reaktionen auslösen. Die einfachste und wichtigste Maßnahme ist es, den Kontakt zu vermeiden. Wer nicht unbedingt muss, der sollte befallene Waldgebiete nicht aufsuchen! Lässt sich die Arbeit nicht umgehen, dann ist auf eine möglichst geschlossene Kleidung und auf einen Atemschutz zu achten.

Wenig bekannt ist die gesundheitliche Beeinträchtigung durch Holzmilben, die besonders beim Brennholzschneiden aufgewirbelt werden. Kommen sie direkt auf die Haut, können sie heftigen Hautausschlag und Juckreiz verursachen. Um dies zu vermeiden, ist es unter anderem deshalb wichtig, auch beim Brennholzschneiden geschlossene Kleidung zu tragen und die Kreissäge idealer Weise mit einer Absaugeinrichtung auszurüsten. Weiterführende Hinweise stehen im Internet auf der Homepage der LSV-Träger Franken und Oberbayern unter http://www.lsv.de/fob/03presseinfos/presse01/index.html

Weiterführende Hintergrundinformationen

Zecken auf dem Vormarsch

Endlich zieht sich der Winter zurück, sind auch schon die Zecken wieder auf dem Vormarsch – und mit ihnen die Gefahr, sich mit FSME-Viren oder Borrelien zu infizieren. Beides sind Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden und die unbehandelt einen tragischen Verlauf nehmen können. Besonders gefährdet sind Menschen, die in der freien Natur arbeiten - Land- und Forstwirte sind davon natürlich besonders betroffen - oder Menschen, die beim Spaziergang auf Waldwegen und am Waldrand unterwegs sind.

Zeckenbiss vermeiden!

Zecken leben bevorzugt an feuchten und schattigen Plätzen, wo sie auf die Spitzen der Gräser klettern und sich von dort abstreifen lassen. Gelangen sie auf die Haut, können sie sich dort festbeißen. So können Krankheitserreger in die Blutbahn gelangen. Dies gilt es zu vermeiden. Zum Beispiel das Tragen geschlossener Kleidung hilft dabei. Wer zudem noch Wegränder mit hohem Graswuchs meidet und nach dem Aufenthalt im Freien duscht und sorgfältig überprüft, ob sich nicht doch eine Zecke in der Kleidung, auf der Haut oder in den Haaren niedergelassen hat, der hat bereits viel getan, um einem Zeckenbiss vorzubeugen.

Für Forstarbeiter gibt es inzwischen spezielle persönliche Schutzbekleidung, die mit doppelten Bündchen ausgerüstet ist, so dass es den Parasiten noch schwerer gemacht wird, auf die Haut zu gelangen.

Kostenlose Impfung schützt vor FSME!

Die Schutzimpfung beziehungsweise die Auffrischung der Impfung gegen FSME hilft, der Frühsommer-Meningoenzephalitis (eine Form der Hirnhautentzündung mit zum Teil sehr schwerem Verlauf) vorzubeugen.

Die LSV-Träger Franken und Oberbayern raten allen gesetzlich Versicherten, vom kostenlosen Impfschutz Gebrauch zu machen und vor allem auch die Auffrischungsimpfung nicht zu vergessen. Die Vorlage der Krankenversichertenkarte beim Arzt genügt – die Praxisgebühr ist bei einer Schutzimpfung nicht zu entrichten.

Die neuen Impfstoffe – so die Hersteller – seien mittlerweile sehr gut verträglich – mögliche Nebenwirkungen der Impfung seien gering.

Die Zecken können auch das Bakterium Borrelia burgdorferi übertragen, das zur Lyme-Borreliose führen. Ein Impfschutz ist – anders als bei FSME – leider nicht möglich. Hier hilft in der Regel die möglichst rasche ärztliche Behandlung mit Antibiotika.

Weitere Infos sowie eine Karte mit den Verbreitungsgebieten finden Sie unter: http://www.zecken.de

Vorsicht Eichenprozessionsspinner:

Wer jetzt im Wald arbeitet, insbesondere dort, wo in den Sommermonaten Eichenprozessionsspinner aufgetreten sind, sollte auf alte Gespinste des unscheinbaren Nachtfalters achten. Eichenprozessionsspinner kommen vor allem in lichten Eichenwäldern vor. Die Gespinste der Falter haften auch jetzt im Frühling noch an Bäumen und Büschen oder liegen auf dem Boden und stellen immer noch eine nicht zu unterschätzende Allergiequelle dar. Meiden Sie auf jeden Fall den direkten Kontakt!

Allgemein bekannt ist, dass durch die Berührung der Raupen des Eichenprozessionsspinners allergische Reaktionen ausgelöst werden können. Oft unterschätzt wird allerdings, dass die giftigen Brennhaare in den Nestern, auch wenn diese schon seit Monaten verlassen sind, bei Kontakt immer noch allergische Reaktionen auslösen können. Diese feinsten Härchen sind von langer Haltbarkeit, sie sind so leicht, dass sie vom Wind vertragen und so fein, dass sie sogar eingeatmet werden können. Mit ihren Häkchen haften sie an Schuhen und Kleidern und dringen schließlich durch die Haut und über die Schleimhäute in den Organismus ein. Auf das möglicher Weise noch enthaltene Eiweißgift reagieren die betroffenen Menschen allergisch. Es kann zu Hautreaktionen (Ausschläge und Entzündungen) aber auch zu Atemwegsbeschwerden (Bronchitis, Husten, Asthma) kommen. Weitere bekannte Symptome sind Schwindel, Fieber und Abgeschlagenheit. Bei besonders empfindlichen Menschen kann der Kontakt sogar zu einem allergischen Schock führen.

Allergischen Reaktionen vorbeugen

Die einfachste und wichtigste Maßnahme ist es, den Kontakt mit den Brennhaaren zu vermeiden. Wer nicht unbedingt muss, der sollte befallene Waldgebiete nicht aufsuchen. Prüfen Sie deshalb vor Arbeitsbeginn im Wald, ob sich dort noch alte Gespinste befinden. Bei Gespinstbefall sind die Gefahrenbereiche zu kennzeichnen und abzusperren.

Lässt sich die Arbeit nicht umgehen, dann ist auf eine möglichst geschlossene Kleidung und auf einen Atemschutz zu achten.

Die getragene Arbeitskleidung sollte nicht in den Wohnbereich gelangen und nach dem Arbeitseinsatz umgehend gewaschen werden. Bei möglichem Kontakt bei der Arbeit empfiehlt es sich Einweg-Schutzoveralls zu tragen und diese nach Gebrauch in geschlossenen Plastiksäcken zu entsorgen. In jedem Fall ist es nach einem Kontakt erforderlich, sich gründlich zu duschen und die Haare zu waschen.

Was tun, wenn Symptome auftreten?

Sollten Sie während der Arbeit Symptome feststellen, die auf eine Allergie hindeuten, brechen Sie gegebenenfalls Ihre Tätigkeit umgehend ab und suchen sie einen Arzt auf.

Treten die Symptome zeitverzögert auf, suchen Sie bitte ebenfalls einen Arzt auf und informieren Sie ihn, dass möglicher Weise ein Zusammenhang zwischen Ihren Krankheitssymptomen und den Brennhaaren des Eichenprozessionsspinners möglich sein kann. Das Entfernen der Gespinste muss Fachleuten überlassen werden, die über eine geeignete Schutzausrüstung verfügen.