(B)Engel, Schlittenhunde und Kamele

Beim Weihnachtsmarkt in Pullman City geht’s international und tierisch bunt zu

 

Willie Jones. Foto Pullman City

 

Eging am See. „Ho ho ho“ – der Ausruf von Willie Jones klingt zwar nicht bayerisch, aber dafür ist er der singende Weihnachtsmann von Pullman City ein waschechter Ami. Er spielt mit seiner Band beim Weihnachtsmarkt stimmungsvolle Countrylieder – und ist nur einer von vielen exotischen Importen. Das bunte Lichtermeer, Glühwein, Crèpes, Zuckerwatte, Halbmeterwurst, die Live Musik und die Christmas Show mit Weihnachtsbräuchen aus aller Welt hatten am 1. Adventswochenende bereits 5000 Besucher angezogen, an diesem Wochenende waren es laut Geschäftsführer Ernst Grünberger rund 7000. Wir haben uns darunter gemischt und einmal geschaut, was den Weihnachtsmarkt im Wilden Westen so besonders macht. Denn: Auch an den Wochenenden des 3. und 4. Advents ist noch einmal volles Programm. Als besondere Highlights mit dabei: die Mund+Art-Bühne mit ihrem Puppenspiel „Silent Night“ und – nur am kommenden Wochenende, 13. und 14. Dezember, die Schlittenhunde vom Huskyhof Dreisessel: Kylian Klotsch baut Samstag und Sonntag ein Lager auf, in dem man seinen kuscheligen Alaskan Malamuts hautnah begegnen, sie streicheln und knuddeln kann.

Im Sommer mit engen Jeans im Sattel, zu Weihnachten unschuldig und ganz in Weiß: Normalerweise zeigen die Pullman City Showgirls Bettina Wimmer (l.) und Ramona Schwarz (r.) waaghalsige Tricks auf ihren Pferden und eine prickelnde Feuershow, doch bei der Country Christmas Show kommen sie ausnahmsweise als Engel daher. „Wobei, vielleicht sind wir doch eher Bengel“, meint Ramona Schwarz, die trotz des dünnen Gewandes keine Gänsehaut hat. Ob es einen Unterschied macht, dass sie und Bettina aus Österreich stammen? „Freilich. Engel aus Österreich sind besser und schneller“, ist Ramona überzeugt. Ihre „Chefin“, das liebreizende Christkind Julia Schiermeier, kommt gleich aus nächster Nähe.

Cleopatra heißt die Kamelstute, auf der Kinder und Erwachsene reiten können, wenn sie möchten. „Sie und ihre Kollegin Kassiopeia, sind beide sechs Jahre alt, kommen aus Waldkirchen und sind die Arbeit mit Menschen gewöhnt“, erklärt ihr Betreuer Martin Straß, der mit seinem Turban aussieht wie ein Weiser aus dem Morgenland. „Der Bewegungsablauf von Kamelen ist ein anderer als bei Pferden, außerdem sind sie viel ruhiger“, erklärt Martin. Die Nachfrage, einmal zwischen den Höckern zu sitzen, sei bei den Besuchern groß. Auch als exotische Fotomotive sind Cleopatra und Kassiopeia gefragt.

Manchmal geht es in der warmen Back- und Bastelstube in der urigen Alten Schule ganz beschaulich zu, manchmal kommt ein kleiner Bäcker nach dem anderen zu Tür herein, um seine persönlichen Plätzchen auszustechen, zu backen und dann mit Zuckerguss zu bestreichen. Daniel (l.,4) und Lukas (2) aus Hofkirchen lassen sich gerne von der Hobbyistin Hilde Bals (l.) und von Alicia Fehrer helfen. Nicht auf dem Bild ist Ines Starke, die als frühere Sozialpädagogin gerne die Bäckermeisterin gibt: „Es ist faszinierend, wie kreativ die Kinder beim Verzieren ihrer Plätzchen sind, da muss man sie auch lassen.“

 

Westernstadt Pullman City