Pressemitteilung BUK vom 23.12.2011
Wenn die Welt aus den Fugen gerät
Die Berufsreiter-Unterstützungskasse (BUK) hilft in Not geratenen Berufsreitern

Jan Majewski (* Name wurde von der Redaktion geändert) gilt als Großes Reittalent in Polen,
bildet Zuchthengste aus, trainiert Rennpferde und nimmt an internationalen Dressurturnieren
teil. Nachdem er mit seiner Familie nach Deutschland gezogen ist, arbeitet er als Stallmeister
auf einem Reiterhof, reitet Pferde Korrektur, gibt Unterricht und widmet seine gesamte Frei-
zeit dem Sport. Bis zum Sommer 2009. Zum ersten Mal seit Jahren fährt die Familie, zu der
neben der Ehefrau auch zwei Töchter gehören, in den Urlaub nach Italien. Aus ungeklärten
Gründen kommt das Auto von der Fahrbahn ab, überschlägt sich und landet im Graben. Wäh-
rend Frau und Tochter mit leichten Schrammen davon kommen, hat es Jan Majewski schwer
erwischt. Sein Rückenmark ist ab der Halswirbelsäule (C 5) durchtrennt. Im Alter von 53 Jah-
ren ist der begeisterte Reiter querschnittsgelähmt und ohne Hoffnung auf Genesung. Rund um
die Uhr pflegebedürftig, hat sich das Leben von Jan Majewski und das von seiner Familie von
einer Sekunde zur anderen von Grund auf geändert.
Um wenigstens nicht ganz abgeschnitten von der Außenwelt zu leben, wünscht sich die Fami-
lie ein behindertengerechtes Auto. Doch keine Organisation oder Stiftung erklärt sich bereit,
zu helfen. Einzig die Berufsreiter-Unterstützungskasse (BUK) fackelte nicht lange, sondern
sagt Unterstützung zu. Die BUK hat ihren Sitz in Warendorf und existiert bereits seit über 50
Jahren. Am Anfang gab es nur eine kleine Stiftung, mit der konkrete Hilfe für Hamburg und
den norddeutschen Raum geleistet werden konnte. In den 60-er Jahren wurde die Idee dann
überregional aufgenommen und durch die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) auf eine
breite Basis gestellt. Zu den damaligen Förderern zählten vor allem Horst von Trotha, lang-
jähriger Vorsitzender der Bundesvereinigung der Berufsreiter (BBR), und Reitmeister Hans
Niemann.
Lange Zeit flossen zwei Prozent der ausgezahlten Turniergewinngelder an die BUK. Als die
Regelung nach Jahrzehnen wieder abgeschafft wurde, verfügte die BUK zumindest über Ka-
pital und die daraus entstehenden Erträge. Mit diesem Geld werden – nach sorgfältiger Prü-
fung – Berufsreiter und –fahrer sowie Mitarbeiter von Turnierställen und Reitinstituten, die unverschuldet berufsunfähig oder in Not geraten sind, unterstützt. Die Zahlungen können
einmalig oder laufend sein und werden ohne Rechtsanspruch für die Empfänger erbracht. So
hilft die BUK jedes Jahr so manchem Pferdesportler wieder auf die Sprünge. Allerdings: Je
mehr Mitglieder der BUK angehören, umso mehr kann getan werden.
Vorsitzender ist traditionell der jeweilige Vorsitzende der BBR, zurzeit Burkhard Jung. Die
Mitgliedschaft in der BUK ist mit einem Jahresbeitrag von nur zehn Euro verbunden und er-
möglicht es bereits, einem Berufsreiter mit einem schweren körperlichen Gebrechen zu helfen
– so wie zuletzt Jan Majewski. Seine Familie hofft, dass er durch das behindertengerechte
Fahrzeug bald wieder den Weg in die Reithalle finden wird, um dort vom Rollstuhl aus Unter-
richt zu geben.
Gutes bewirken lässt sich natürlich auch mit einer (steuerabzugsfähigen) Spende an die BUK
(Volksbank Oelde-Ennigerloh-Neubeckum EG, Konto 1902131100, BLZ 41261419). Wer
sich für eine Mitgliedschaft in der BUK interessiert, erhält hier mehr Informationen:
Bundesvereinigung der Berufsreiter im Deutschen Reiter- und Fahrer-Verband e.V. (BBR),
Warendorfer Str. 27, 48291 Telgte
Tel. 02504-933433, Fax 933430
Internet: www.berufsreiterverband.de