BRFV:

 

Infektiöse Anämie im Rösserland Bayern

 

Die auftretenden Fälle, dieser für Pferde möglicherweise tödlich verlaufenden Infektion, häufen sich in letzter Zeit in Bayern. Aufgetreten sind infizierte Pferde kürzlich im Kreis Straubing-Bogen, im Bereich Burggen im Landkreis Weilheim-Schongau sowie in den Landkreisen Landsberg, Traunstein, Schwandorf und Cham.

 

Die infizierten Pferde müssen getötet werden, um eine Verbreitung der Krankheit zu vermeiden. Der Bestand in dem ein infiziertes Pferd aufgetreten ist, wird für 3 Monate gesperrt, im Umkreis von mindestens 1 Kilometer um die betroffenen Ställe besteht Veranstaltungsverbot. Wir raten zunächst allerdings dazu, Veranstaltungen im Umkreis von bis zu 10 Km Entfernung abzusagen und nicht durchzuführen, bzw.  den Reitern, deren Pferde im Umkreis von 10 Km eines Infektionsherdes aufgestallt sind, sich bis auf weiteres nicht am Turnier-, Jagd- oder Turnier-Geschehen zu beteiligen.

Bisher sei aber kein inländisches Pferd infiziert worden, die gefundenen Träger dieser Krankheit waren alle importiert!

 

Es wird daher dazu aufgerufen, die Herkunft der Tiere zu überprüfen und die aus Rumänien stammenden an das zuständige örtliche Veterinäramt zu melden, so dass Kontrollen durchgeführt werden können. Um die Bedrohung einzuschränken, ist es wichtig, dass von den infizierten Pferden so viele wie möglich aufgefunden werden.

 

Bei der ansteckenden Blutarmut der Einhufer handelt es sich um eine ausschließlich auf Equiden, d. h. Pferde, Esel, Maultiere, Maulesel und Zebras übertragbare, durch ein Virus verursachte Krankheit. Sie tritt akut oder chronisch, unter anderem mit Fieberschüben auf und kann nach unterschiedlich langem Verlauf tödlich enden. Infizierte Pferde zeigen aber nicht immer Krankheitssymptome. Sie bleiben jedoch lebenslang Virusträger und können somit andere Pferde anstecken. Daher müssen infizierte Einhufer eingeschläfert werden.

 

Übertragung:

Die Übertragung erfolgt in erster Linie mechanisch durch große, blutsaugende Insekten wie Pferdebremsen und Wadenstecher. Eine Infektion über eine große räumliche Distanz kommt i.d.R. nicht vor. Da das Virus auch über Körpersekrete wie Speichel, Milch und Sperma ausgeschieden wird, können sich Pferde in seltenen Fällen auch bei sehr engem Kontakt untereinander anstecken.

Die Inkubationszeit beträgt zwei bis sechs Wochen, sie kann aber auch bis zu 3 Monaten dauern.

Symptome:

Das Krankheitsbild umfasst nur allgemeine unspezifische Symptome, die je nach Verlaufsform (akut, chronisch, inapparent) unterschiedlich stark ausgeprägt sind: z.B.

  • Gerötete Augen mit wässrigem Ausfluss
  • Blasse oder gelbe Schleimhäute (Anämie)
  • Blutungen in den Schleimhäuten
  • Schwäche, Gewichtsverlust, Schwellungen an Gliedmassen und Bauch (Oedeme)
  • Aborte
  • Unfruchtbarkeit
  • Ataxie
  • Kolik
  • Fieber bis zu 41°C
  • Futterverweigerung
  • Blut in den Pferdeäpfeln

Die Erkrankung kann ein Verfohlen bei trächtigen Stuten verursachen. Die Stute kann aber auch ein gesundes, nicht infiziertes Fohlen gebären.

Zur Überprüfung ob ein Pferd an infektiöser Anämie erkrankt ist, dient der Coggins-Test. Dieser kann per Blutprobe von jedem Tierarzt durchgeführt werden, das Ergebnis erhält man in der Regel innerhalb von ein paar Tagen.

 

Vorgehen bei Verdacht auf Ansteckung:

Es wird davon ausgegangen, dass möglicherweise mit dem Import von Pferden aus Rumänien die anzeigepflichtige equine infektiöse Anämie (EIA) nach Deutschland eingeschleppt wurde. Bisher sei kein inländisches Pferd infiziert worden, die gefundenen Träger dieser Krankheit waren alle importiert.

 

Die infektiöse Blutarmut der Einhufer ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Tiere mit unklarer Symptomatik sollten sofort dem Haustierarzt vorgestellt werden. Bei Seuchenverdacht ist unverzüglich das zuständige örtliche Veterinäramt zu unterrichten.

 

Sollte das Virus nachgewiesen werden, ist das betroffene Tier zu töten. Eine Therapie oder auch Impfung ist weder möglich noch erlaubt.

 

Entsprechende Verordnungen erlassen die zuständigen Behörden vor Ort, also das örtliche Veterinäramt der Kreisverwaltungsbehörde. Um für Ihren Bereich geltende Bestimmungen zu erfragen, wenden Sie sich also bitte dort hin. Die Bestimmungen werden an die örtlichen Gegebenheiten angepasst und können also je nach Fall abweichend lauten.

 

Vorkehrungsmaßnahmen:

Als Pferdebesitzer und -halter, kann man nur so gut es geht den Kontakt des Tieres mit Stechmücken o.ä. sowie engen Kontakt zu anderen Equiden, die infiziert sein könnten, vermeiden.

Stallbesitzer oder Veranstalter können sich bei Anlieferung von Tieren den Abstammungsnachweis bzw. den Herkunfts- oder Geburtsort nachweisen lassen oder aber sogar den Cogginstest verlangen. Weitere Maßnahmen:

·       Sauberhalten der Boxen, Stallgasse und alle dazugehörigen Räumlichkeiten v.a. Desinfektion z.B. bei Pferdewechsel

·       Vermeiden von gemeinsamen Gebrauch von Sattelzeug und Bürsten, wenn doch sollten sie nach jedem Gebrauch desinfiziert werden, da gerade Geräte die Hautabschürfungen oder die Absorption von Sekreten oder Exkreten bewirken

·       Regelmäßige Entfernung von Pferdeäpfeln und Mist, etc.

·       Auf Weiden und Paddocks sollte kein Wasser stehen, sondern eine gute Drainage vorhanden sein

·       Anwendung von Mitteln, die Insekten vom Pferd fernhalten (Repellentien)

·       Importierte Pferde aus gefährdeten Gebieten sollten in Quarantäne gehalten werden.

·       Bluttests mit entsprechender Dokumentation im Pferdepass sind vor Turnieren, Auktionen und Exporten durchführen zu lassen.

 

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des Bayerischen Reit - unf Fahrverbandes: KLICK MICH

 


Weitere Infos unter folgendem Links:

Verordnung zum Schutz gegen die ansteckende Blutarmut von Einhufern (Bundesgesetzblatt):

http://www.bgbl.de/Xaver/text.xav?bk=Bundesanzeiger_BGBl&start=%2F%2F*%5B%40attr_id%3D'bgbl110s0267.pdf'%5D&wc=1&skin=WC


Merkblatt „Equine Infektiöse Anämie“ des Ministeriums für Umwelt NRW für Tierhalter:

http://www.umwelt.nrw.de/verbraucherschutz/pdf/eia.pdf


Tierseucheninfo Niedersachsen:

http://www.tierseucheninfo.niedersachsen.de/live/live.php?navigation_id=7703&article_id=21693&_psmand=24

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