„Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken meines Pferdes“

 

Im Alter von 50 Jahren erfüllte ich mir zu Weihnachten 2007 einen lang gehegten Wunsch – ich kaufte Cappuchino – kurz Chino, einen Holsteiner-Mix, damals knapp 4 Jahre alt, den ich seit seiner Geburt kannte.

Chino wurde in einem renommierten Reitstall eingestellt, dort 2 Monate in Beritt genommen und ich, voller Erwartung und Elan, erhielt Reitstunden, 2 x pro Woche.

Zuerst an der Longe und manchmal auf meinem Pferd, öfter jedoch auf Schulpferden.

Die Reitlehrer, die zum Großteil selbst noch Lehrlinge waren, wechselten oft.

Irgendwann durfte ich mich im freien Reiten in der Halle versuchen, auf Schulpferden, zumeist Haflinger oder Pony, selten auf Chino. Nach etwa 1 1/2 Jahren Reitunterricht kam ich mit meinem Pferd einfach nicht zurecht. Chino machte, was er wollte, ich hatte nicht viel über Hilfen gelernt, einsetzen konnte ich sie schon gar nicht und ich wusste mir nicht zu helfen  -  ja, ich wollte aufgeben.  „Fachleute“ im Reitstall erklärten mir, das von Chino nicht viel zu erwarten sei.                             

Ich war unglücklich, frustriert und hatte den Gedanken, irgendwann einmal auf meinem Pferd durch Wald und Flur zu reiten, aufgegeben. Chino, mit einem Stockmaß von 1.78 m, wurde immer unruhiger, unausgeglichener, unberechenbarer und ich hatte mehr und mehr Angst!

 

Dann bewahrheitete sich das alte Sprichwort: … und wenn Du denkst es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her. Ich lernte Melanie Roch kennen, eigentlich Trainer im Westernreiten. Ich fragte an, ob ich im Englischreiten bei ihr Unterricht nehmen könnte und sie sagte ja.

Nach kurzer Zeit wurde uns der Reitunterricht in der Reithalle des Reitstalles untersagt.              So hieß es einen neuen Stall suchen und den fand ich auf dem Reiterhof Fröbitz, wo ein familiäres Flair und ein kameradschaftliches Miteinander herrscht, eine Reithalle und

2 Reitplätze zur Verfügung stehen und die Pferde auf mehreren großen Weiden viel Bewegung haben.

Der Anfang war schwer, für Chino und mich. Aber mit jeder Reitstunde erwarb ich mehr Vertrauen in mich und mein Pferd. Ich fing nochmals ganz vorn mit Lernen an, es entstand ein Mix aus Western - und Englischreiten.

Seit Chinos Umzug ist fast 1 Jahr vergangen und ihr müsstet ihn und mich mal sehen! Melanie hat mit 2 Reitstunden pro Woche wirklich Wunder vollbracht. Wir haben neue Wege beschritten und ich habe erlebt, dass man auch mit 53 Jahren noch reiten lernen kann.

Chino ist ausgeglichen, in allen Gangarten zu reiten, geht vorwärts-abwärts und beherrscht eine ganze Reihe weiterer Übungen. Melanie meint, Chino ist ein gutes Pferd und entwicklungsfähig. Inzwischen waren wir auch schon einige Male im Gelände.  Chino macht sich prächtig und ich bin glücklich und zufrieden.                                                                   

Ich bin mit meinem Pferd angekommen bei einer Reitlehrerin, die sich selbst in ihren Unterricht einbringt, ihr Wissen und Können verständlich weitergibt, aber auch Pferd und Reitschüler in ihren Stärken und Schwächen akzeptiert, fordert und fördert.

 

Vielen Dank, liebe Melanie!

 

K. Siebahn

 

 

Quelle : Pressestelle EWU Landesverband Thüringen