Deutscher Voltigiermeister kommt aus Bayern 

Erste Goldmedaille bei den Deutschen Jugend Meisterschaften bleibt im Freistaat 

 

Schon um 11 Uhr morgens war am Finaltag der Deutschen Jugend Meisterschaften in den Disziplinen Dressur, Springen und Voltigieren klar: Einer der ersten Meister, die nach drei Turniertagen auf der Olympia Reitanlage in München-Riem feststanden, kommt aus Bayern: Mit Julian Wilfling aus Untermeitingen hatte sich ein Starter aus dem Freistaat die Goldmedaille im Einzelvoltigieren der Herren gesichert. Auf Luino (Longenführer Alexander Zebrak) turnte sich der Sportler mit einer akrobatischen Spitzenleistung zum Titelgewinn. Auch bei den Damen lief es in dieser Disziplin aus Sicht des Veranstalters hervorragend: Miriam Esch, Vize-Europameisterin aus Münsterschwarzach, holte sich auf Robbie Naish (Longenführerin Annette Müller-Kaler) die Silbermedaille hinter Gianna Meier aus Westfalen mit Diabolus. Auch bei den Teams sorgte eine bayerische Mannschaft für eine Medaille. Die Mannschaft des VV Ingelsberg landete mit ihrem Pferd Lazio und Alexander Hartl an der Longe auf dem dritten Platz, musste nur den amtierenden Weltmeistern Neuss Grimmlinghausen und der Gruppe aus Schenkenberg den Vortritt lassen. Auf Platz vier landete mit der DJK Egbert Gymnasium Münsterschwarzach ein weiteres Team aus dem Freistaat.   

Ein spannendes Finale beim Kampf um den Titel lieferten sich drei Ponyreiter aus Westfalen im Springparcours. Zwar stand Lars Volmer mit seinem Schimmelhengst Carrick nach der dritten Wertung als neuer Deutscher Meister fest. Trotz eines verlorenen Eisens im zweiten Umlauf hatte der 15-Jährige stahlharte Nerven bewiesen, seinen Siegesritt fortgesetzt und am Ende als Einziger eine Drei-Tage-Bilanz ohne Fehler vorzuweisen. Um die Silbermedaille musste dann ein Stechen geritten werden, das Philipp Schulze Topphoff und Mentos Junior als Sieger und damit Silbermedaillengewinner sah. Bronze ging an Lea Ercken mit Massaqua T.

Die weite Reise aus dem hohen Norden lohnte sich für Philipp Koch: Der Titelverteidiger bei den Junioren im Springlager kommt aus Tasdorf in Schleswig-Holstein und holte sich mit Cracker Jack erneut die Goldmedaille. Zweite in der Gesamtwertung wurde Guido Klatte jun. (Weser-Ems) mit Cornets Prinz vor seiner Verbandskollegin Evelyn Beyer, die Calimba de Luna gesattelt hatte. Für das Bayernlager war hier nur Simon Widmann aus Markt Schwaben am Start, der nach vier Fehlern im ersten Umlauf auf den zweiten Durchgang verzichtete.

Gleich zwei Baden-Württemberger hatten bei den Jungen Reitern im Springsattel die Nase vorn. Mit Pret a Tout zeigte eine 19-jährige Amazone den meist männlichen Kollegen, wo es langging. Kaya Lüthi hatte am Ende die wenigsten Strafpunkte vorzuweisen und kassierte dafür die Goldmedaille. Auf Platz zwei landete Verbandskollege Tobias Schwarz mit La Belle J, dicht gefolgt von Josef-Jonas Sprehe (Weser-Ems), der mit Contendro-Star die Bronzemedaille einheimste. Auch zwei bayerische Reiter schlugen sich tapfer gegen die starke Konkurrenz. Julia Schönhuber aus Trostberg landete mit Cortez auf Platz sieben, Maximilian Lill (PSG Schweizer Hof) und Granat belegten Platz elf in der Endabrechnung.

Großes Pech hatte die Schleswig-Holsteinerin Kendra Claricia Brinkop, die in den ersten beiden Wertungen jeweils den zweiten Platz belegt hatte und damit auf Medaillenkurs lag. Im Finalspringen vertrat sich ihr altbewährter Leonardo B, sodass die Reiterin aufgeben musste.  

In der vor zwei Jahren neu geschaffenen Altersklasse Children rechtfertigte EM-Teilnehmerin Laura Schöchert alle in sie gesetzten Hoffnungen. Die 15-jährige Sächsin lieferte mit Linett drei Tage lang ausschließlich Nullrunden ab und durfte sich am Ende verdient die Goldmedaille umhängen lassen. Zweitplatzierte wurde Kathrin Stohlmeijer (Weser-Ems) mit Apricot van Spalbeek Z, die am zweiten Tag beim Abreiten mit ihrem Pferd gestürzt und schließlich mit eingebundenem Arm an den Start gegangen war. Mit Erfolg - die Silbermedaille war der Lohn. Bronze ging an ihren Verbandskollegen Marec Dänekas mit City. Tim Hartlaub aus dem fränkischen Großostheim landete mit NBE Groups Alonso auf Platz 18, Roxana Wüchner (Langenpfunzen) musste im zweiten Umlauf aufgeben, da ihre Stute Argentina plötzlich lahmte.

Eine klare Sache für die Rechenstelle war die Wertung für die Goldmedaille bei den Ponyreitern in der NÜRNBERGER Dressurarena. Erwartungsgemäß holte sich Vize-Europameisterin Semmieke Rothenberger aus dem hessischen Walldorf mit Deinhard B drei Siege und somit den Titel. Die Silbermedaille ging an Sophie Kampmann (Hamburg) mit Voyager, gefolgt von Nadine Krause (Hessen) auf Danilo. Beste bayerische Starterin war hier Vanessa Theresa Oppowa aus Bad Füssing, die in ihrem letzten Ponyjahr einen tollen 11. Platz belegte.

Bei den Junioren gab es einen Triumph für die Rheinländer. Die 16-jährige Anna-Christina Abbelen aus Kempen hatte mit Fürst on Tour am Ende die Nase vorn, verwies Claire-Louise Averkorn (Westfalen) auf den zweiten Platz. Bronze gab es für Joline Thüning, ebenfalls aus Westfalen, die auf Don Dayly an den Start gegangen war, den sie kürzlich von der Familie Michalke erworben hatte. Bayerische Teilnehmer hatten sich nicht für das Finale qualifiziert.

Anders sah es da in der Altersklasse der Jungen Reiter aus. Zwar gab es keine Medaillen für die bayerischen Reiter, da Gold (Vivien Niemann aus Baden-Württemberg mit Wirsols Cippolini), Silber (Juliette Piotrowski aus dem Rheinland mit Sir Diamond) und Bronze (Bianca Nowag aus Westfalen mit Fair Play RB) jeweils in andere Bundesländer gingen. Allerdings gelang Lisa Maria Klössinger, die bei Ulla Salzgeber im schwäbischen Blonhofen trainiert, mit ihrem FBW Daktari ein toller vierter Platz. Laura Ponnath vom fränkischen RC Am Kulm Speichersdorf setzte sich mit Citango immerhin noch auf Rang 10.  

Die Siegerin im Bundesnachwuchschampionat Dressur, das im Rahmen der Deutschen Jugend Meisterschaften ausgetragen wurde, heißt Lia Welschof aus Paderborn. Im Finale mit Pferdewechsel setzte sie sich gegen Joline Kaustrup (Neumünster) und Maike Mende (Nordwalde) durch. Als prominente Kommentatorin fungierte dabei übrigens die zweimalige Olympiasiegerin Nicole Uphoff-Selke.

Martina Scheibenpflug

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