Ein Sattelfachberater plaudert aus dem Nähkästchen

 

„Manchen Reitern, die mich bei Problemen mit dem Sattel um Hilfe bitten, ist das Sitzen unangenehm“, berichtet Sattelfachberater Heinz Schulze-Ardey aus Fröndenberg (Nordrhein-Westfalen). Er warnt: “Langfristig kann Reiten im falschen Sattel sogar zum Bandscheibenvorfall führen.“ Zunehmend merken Reiter daher, dass sie gut beraten sind, wenn sie den Fachberater ansprechen: Schließlich ist Heinz Schulze-Ardey Reiter, Sattelfachberater, Trainer B und Übungsleiter Sport in der Prävention – Reiten.  

Selbstverständlich müsse der neue Sattel zunächst dem Pferd passen,  aber: Wenn der Reiter Schwierigkeiten habe, darin zu sitzen, solle er nach anderen Modellen suchen, statt aus Liebe zum Pferd einen gesundheitsgefährdenden  Kompromiss einzugehen. Öfter begegnen dem Praktiker auch  korpulente Reiter, die aus Eitelkeit zunächst eine zu kleine Sitzfläche wählten: “Aber die Sitzfläche  des Sattels darf das Gesäß keineswegs eingrenzen, dann wird das Mitschwingen des Beckens unmöglich.“  -  „ Aus Sicherheitsgründen ziehen manche Reiter  Sättel mit dicken Pauschen vor“, fährt Heinz Schulze-Ardey fort. Doch das Gefühl des sichereren Halts trüge. Wenn man fallen solle, fiele man. Pauschen könnten Oberschenkelblockierer sein: „ Sie erschweren somit korrektes Einwirken.“ Besser für ängstliche Reiter sei u.a. in die Arbeit am Sitz zu investieren,  vor allem das Training des Gleichgewichts: Immer mal wieder im Schritt ohne Bügel zu reiten schule bereits die Balance.

Wenn er heute einem Reiter sage, er möge die ganze Parade  mit dem Ausatem begleiten, stünden die Pferde prompter als früher, dafür hielte man in  modernen Sätteln aber kaum noch einen achtstündigen Wanderritt durch,  beschreibt Heinz Schulze-Ardey. Die Pferde seien feiner geworden, aber auch die Fortschritte im Sattelbau seien enorm: „Dank ihrer Leichtbauweise lassen moderne Sättel die Hilfen des Reiters deutlich besser ans Pferd als früher. Das verlangt  gleichzeitig ein höheres Maß an Sportlichkeit vom Reiter,  daher empfehle  ich meinen Kunden gerne ein gezieltes, auf ihr reiterliches Problem bezogenes Fitnesstraining.

Wunder bei Rittigkeitsproblemen kann der Sattelfachberater mit doppelter Ausbilderqualifikation nicht leisten:  „Zunächst haben die Pferde, zu denen ich gerufen werde, bereits einen gewissen Ausbildungsstand - wenn ich sehe, dass hier der Fehler liegt:  Ein Pferd umzuarbeiten kann Jahre dauern.“ Bei Problemen mit dem Pferd müsse man immer ganzheitlich denken.  Zur Sattelbeurteilung setze er seit 1,5 Jahren das bundeseinheitliche Pferderücken-Mess-System Saddle-Check ein: „Damit kann man einen Sattel noch präziser anpassen, als früher. Passt dann aus meiner  Sicht alles, kann immer noch zum Beispiel ein Problem in der Halswirbelsäule oder ein ungünstiger Beschlag das Pferd beeinträchtigen.“

Heinz Schulze-Ardey ist in Nordrhein-Westfalen mit dem Sattelmobil der Firma Reitsport Döhl (Fröndenberg) unterwegs. Er gibt regelmäßig Unterricht und verbessert ständig nach neuesten Erkenntnissen das Lehrgangskonzept „Fit für den Ritt“. Interessierte Reiter wenden sich an s.schulze-ardey@gmx.net oder Telefon 0237-85671

 

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