Test: Hufschuhe für Fahrpferde

Teil 2

 

die gute Laune hält noch an!

 


 

Nachdem wir nun ca. 200 Km mit Hufschuhen zurückgelegt haben, ziehen wir in diesem zweiten Teil eine erste Bilanz:

 

Das Anziehen der Hufschuhe bedarf ein wenig Übung. Nach dem zweiten oder dritten Mal haben sich die Hufschuhe jedoch „eingelaufen“ und das Anziehen dauert pro Pferd nur wenige Minuten und ist kein Kraftakt. Wir haben mit einem wasserfesten Marker die Hufschuhe beschriftet- Name des Pferdes und vorne oder hinten, links oder rechts, um sicher zu stellen, dass die Schuhe nicht vertauscht werden. Auch das Ausziehen funktioniert problemlos und die mitgelieferte Ausziehhilfe brauchen wir fast nie.

 


 

Der Hufschmied war seit dem Einsatz zwei Mal da und laut seiner Aussage, haben sich die Hufe nicht negativ verändert, sondern sind gleich gut geblieben. Wir haben beim Fahren festgestellt, dass die Pferde überhaupt nicht mehr „Autschen“, was vorher bei steinigen oder geschotterten Wegen durchaus vorkam, da ein Eisen nicht die Sohle schützt- wohl aber der Hufschuh, da er unten komplett geschlossen ist. So ist es schön anzusehen, dass die Pferde ohne Schmerz oder Störung über jeden Weg gehen. Nach zwei Hufschmiedbesuchen haben wir die Kosten für die Hufschuhe ungefähr zur Hälfte raus und die Schuhe halten noch lange, sodass wir die Frage nach der Amortisierung positiv beurteilen können, da wir sogar noch Geld sparen werden.

 

Da wir unsere Pferde oft auch auf Asphalt fahren und sie auf diesem auch Anziehen müssen und durch das Gewicht unserer Stuten (je ca. 800 Kg) riet uns das Team vom Hufpflegeshop, Stollen zu nutzen. Dies ist bei den Hufschuhen der Marke Easyboot auch kein Problem. Anfangs verloren wir jedoch oft Stollen und waren zunächst überrascht, wie schnell sich diese ablaufen müssen, damit sie verloren gehen. Überraschenderweise kam dies aber nicht bei allen Hufschuhen vor. Dann kamen wir hinter das Geheimnis: Da unsere Stuten ein hohes Eigengewicht haben, war der Druck auf die Stollen von innen so hoch, dass die Auflage der Stollen im Schuh in kleine Teile zerbrach und dann keinen Gegenhalt mehr geben konnte- der Stollen ging verloren. Jedoch hatten wir noch nie einen Stollen in den Hufschuhen verloren, die mit Comfortpads ausgestattet waren. Daraus ergab sich die Schlussfolgerung, dass die Pads im Schuh das Gewicht der Stuten „abfedern“ bzw. verteilen und die Stollenauflage nicht brechen kann. Jürgen Schlenger schickte uns nach einem Telefonat sofort Pads für alle Hufschuhe zu und wir haben seither keinen Stollen mehr verloren. Dann ergab sich jedoch ein anderes Problem: Die Auflage der Stollen im Hufschuh brachen nicht mehr, aber durch das Gewicht der Stuten drückte sich der Stollen durch den Gummi nach innen in den Hufschuh. Wieder telefonierten wir mit Jürgen vom Hufpflegeshop. Er versprach eine Lösung. So schickten wir ihm die Schuhe und bereits drei (!) Tage später hatten wir alle Hufschuhe wieder- mit Lösung. Jürgen hat Unterlegscheiben zwischen Hufschuh und Stollen montiert. Dadurch ist die Fläche vergrößert und die Stollen drücken sich trotz Gewicht der Stuten nicht mehr durch.

 

 

Als Zwischenfazit können wir eine durchweg positive Bilanz ziehen: Die Schuhe lassen sich leicht an- und ausziehen, die Stuten laufen super damit, die Haltbarkeit liegt dank der Stollen (mit Unterlegscheiben und Comfortpads) im langfristigen Bereich. Gut ist auch, dass die Stollen leicht selbst ausgetauscht werden können und genau so lange halten, wie Videastifte im Eisen. Durch die Haltbarkeit werden wir Geld sparen und das nicht auf Kosten der Hufqualität oder dem Laufcomfort unserer Stuten. Bisher haben wir noch nie einen Hufschuh verloren- weder auf schlammigen oder sumpfigen Wegen, noch im „Normalbetrieb“. Selbst als sich einmal eine Schnalle während des Fahrens geöffnet hatte (wir hatten sie nicht fest genug gespannt) haben wir den Hufschuh dank optimaler Passform und Gamasche nicht verloren. Gleich der Wegbeschaffenheit ist noch nie Dreck in den Hufschuh eingedrungen und keine der Stuten hat sich wund gelaufen oder gescheuert.

 


 

Die Untersuchung bzw. das Vorführen seitens bzw. für den Tierarzt hat noch nicht stattgefunden, aber wir werden davon berichten.

 

Bisher können wir jedem Hufschuhe als sehr gute Alternative zum Beschlag empfehlen- unter Berücksichtigung einer qualitativen Beratung und Anpassung vor Ort!!!

 

Ich wünsche Euch einen Juni mit viel gutem Fahr- und Reitwetter!!!

 

Euer

Hans Michel

Beauftragter für die Öffentlichkeitsarbeit und Presse

VFD Rheinland- Pfalz e. V.

www.vfd-rheinland-pfalz.de

 

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