Starke Starterfelder, spannende Ritte 

Meisterschaften in Dressur, Springen und Voltigieren auf der Olympia-Reitanlage

 


Fotograf: Achim Günzel / Reiterin: Christina Boos – Gold Dressur Reiter 

 

Starke Starterfelder, spannende Ritte und sonnenverwöhnte Zuschauer – bei den bayerischen Meisterschaften auf der Olympia-Reitanlage kämpften vom 12. bis 14. Juli nicht nur Dressur- und Springreiter sondern auch die Voltigierer und die Vierkämpfer um Meisterschaftswürden.

Drei Tage Sonnenschein pur – davon konnten die Riemer Veranstalter in den letzten Jahren nur träumen. Aber diesmal passte alles: „Auf dem riesigen Springplatz mit dem gepflegten Rasen macht es richtig Spaß, die Hindernisstrecken für die Reiter aufzubauen“, zeigte sich Parcourschef Johann Sailer nach drei Tagen Spitzensport begeistert. Und auch den Aktiven war die Freude anzusehen, auf dem Platz der Olympischen Sommerspiele von 1972 entsprechendes Flair zu genießen. Turnierleiter Michael Hohlmeier jedenfalls zog am Sonntag Nachmittag eine durchweg positive Bilanz. „Knapp 300 Pferde wurden an den drei Tagen in den Prüfungen gesattelt, wir haben rund 1000 Starts registriert“, so der Geschäftsführer des Bayerischen Reit- und Fahrverbands. Eine respektable Zahl an Reitern also, die das Team um Hohlmeier da bewältigen musste, wie auch Hans-Peter Schmidt als Verbandspräsident betonte. „Wir haben drei Tage lang meisterhaften Sport gesehen, fairen Umgang mit dem Partner Pferd erlebt und Tränen der Freude und Rührung miterleben dürfen“, so der Aufsichtsratsvorsitzende der Nürnberger Versicherung, der extra aus der fränkischen Metropole zur Siegerehrung anreiste.

Auf fünf Plätzen gleichzeitig gingen in Riem die Prüfungen über die Bühne. Hauptattraktion für die Zuschauer war das Geschehen auf dem Hufeisenplatz, auf dem die Springreiter um Gold, Silber und Bronze kämpften. Und da gelang beiden Vorjahressiegern der Doppeltriumph. Bei den Frauen konnte Simone Blum (Zolling) mit Flying Boy ihren Titel verteidigen, bei den Männern wurde die Siegerschärpe erneut eine Beute von Edwin Schmuck aus Illertissen mit Aclatron.

Bei den Ponykünstlern im Parcours setzte sich am Ende Annika Roede aus Grafenrheinfeld an die Spitze. Die 16-jährige Fränkin hatte ihren in dieser Saison bereits hocherfolgreichen Pour Plaisir gesattelt und krönte ihr letztes Jahr im Ponysattel mit dem Bayerischen Meistertitel. Auch bei den Junioren I ging die Goldmedaille an eine Amazone. Rebekka Lill von der PSG Schweizer Hof steuerte Capuccino souverän durch alle drei Wertungsprüfungen. In der Altersklasse Junioren II siegte in der Gesamtwertung Philipp Teves vom RFV Obernburg mit Cecilia, während bei den Jungen Reitern (18 bis 21 Jahre) Mie Reimer Daugaard, Neuzugang beim RFV Großostheim mit Loriot die schnellsten Nullrunden drehte.

Tränen des Glücks gab es bei den Senioren in der NÜRNBERGER Dressurarena. Christina Boos vom Gut Weiglschwaig bei Moosburg hatte ihren Remondini gesattelt und holte mit dem schwierigen Wallach im Grand Prix die höchste Wertnote ihrer bisherigen Laufbahn. Das perfekte Geschenk für Ehemann und Trainer Ulrich Boos, der am Freitag seinen 60. Geburtstag gefeiert hatte und begeistert über die Titelverteidigung seiner Frau war. 

Fest in weiblicher Hand war das Starterfeld bei den Jungen Reitern. Allen voran rangierte am Ende Lisa-Maria Klössinger aus Landshut mit ihrem imposanten Daktari, mit dem sie vor einigen Wochen in den Bundeskader berufen worden war. Bei den Junioren I holte sich Nicola Hörnig (Weilheim) mit der erfahrenen Fuchsstute Fortina W die Goldmedaille, bei den Junioren II ging der Gesamtsieg an die Bad Tölzerin Hannah Allescher auf Londrina. Sieger bei den Ponyreitern wurde Lara Brühl (Lettenhof) mit Lovely Evergreen.

Auch die Akrobaten auf dem Pferderücken kämpften an diesem Wochenende um Meisterehren. Dabei dominierte wie schon so oft der Ingelsberger Voltigierverein um Trainer Alexander Hartl. So gewann seine Schülerin Regina Burgmayr mit deutlichem Abstand die Goldmedaille bei den Senioren, bei den Senior-Mannschaften gab es sogar einen Dreifach-Triumph für die in Vaterstetten ansässigen Voltigierer. Die Mannschaften Ingelsberg I, II und III belegten die ersten drei Plätze, lediglich Miriam Esch aus Münsterschwarzach gelang es mit ihrem Sieg in der Junioren Einzelwertung in die Übermacht der Ingelsberger einzubrechen. Damit dürfte die Juniorin gut gerüstet sein für den Start bei der Deutschen Jugend Meisterschaft, die vom 16. bis 18. August auf der Olympia-Reitanlage über die Bühne gehen wird.

Um Medaillen ritten in Riem auch die Reiter mit Handicap, die ihre Meisterschaften in vier Grades austrugen. Am Ende hießen die vergoldeten Reiter Martina Gabriel (Chiemgau Nord) mit Romeo (Grade 1), Cordula Bause (Chiemga Nord) mit Miss Milly (Grade 2), Michael Wimme (Chiemgau Nord) mit Alcazar (Grade III) und Petra Sauter(Chiemgau Nord) mit Skip (Grade 4). 

 

Fotograf: Achim Günzel / Reiterin: Christina Boos – Gold Dressur Reiter 

 

Martina Scheibenpflug