Fit in den Frühling und zum gesunden Anweiden

Endlich werden die Tage länger und wir freuen uns raus ins Grüne zu können.

Doch wenn Pferde zu schnell zu viel Gras fressen, kann das tödliche Folgen haben!

So wie wir freuen sich auch die Pferde raus ins Grüne zu kommen und auf der Weide wieder grasen zu können. Doch der Verdauungsapparat ist noch an Heu und Raufutter gewöhnt und die Umstellung auf eiweiß- und kohlenhydratreiches Grünfutter verlangt dem Pferd und seinem Verdauungsapparat Höchstleistungen ab.

Für die Verdauung der verschiedenen Futterarten sorgen Mikroorganismen. Diese bauen im Dickdarm Eiweiße und Kohlenhydrate ab. Da im Heu und Kraftfutter wenig Eiweiß vorhanden ist, sind im Dickdarm weniger abzubauende Kohlenhydrate vorhanden somit verringern sich die Bakterien im Winter.

Im Frühjahr, mit dem frischen eiweiß- und kohlenhydratreichen Grünfutter, ändert sich dies. Doch die zuständigen Mikroorganismen benötigen Zeit um sich den neuen Anforderungen anzupassen. Wenn die Umstellung zu schnell und die Grünfuttermengen zu groß sind, gerät die Verdauung aus dem Gleichgewicht und die Mikroorganismen vermehren sich explosionsartig. Die Folge daraus sind Koliken, Durchfälle oder Hufreheschübe.

Hier haben wir für Sie und Ihr Pferd

8 wertvolle Tipps zum richtigen Anweiden:

 

1. Beurteilung der Weide

Schauen Sie sich vor dem ersten Weidegang die Weide Ihres Pferdes an. Wie viel Grünfutter ist vorhanden? Ist die Weide bereits sehr dicht und hoch mit Pflanzen bewachsen? Welchen Anteil haben Klee, Luzerne oder Wiesenkräuter? Stehen noch alle Zäune oder sind über die Winterzeit offene Stellen entstanden? Grundsätzlich gilt, auf spärlichen Weiden können die Pferde längere Zeit bereits am Anfang grasen, als auf fetten, dichten und hoch bewachsenen Weiden.

2. Stück für Stück

Ratsam ist es die Weide zunächst in kleine Abschnitte einzuteilen. Sie können Ihr Pferd besser kontrollieren und übermäßiges Fressen verhindern. Pferde haben die Angewohnheit einen Bissen zu nehmen kurz zu laufen wieder einen Bissen zu nehmen, wenn Sie die Weide in kleinere Abschnitte eingeteilt ist, wird zu dem ein „Zertrampeln" der gesamten Weide vermieden. Jedoch sollten die Abschnitte groß genug sein, dass Ihr Pferd die Grashalme nicht inklusive der Wurzeln fressen. An den Wurzeln haftet Erde oder Sand und dies könnte wieder rum zu Koliken führen.

3. Langsam mehr genießen

Um den Verdauungsapparat langsam an die Umstellung zu gewöhnen, empfehlen wir Ihr Pferd am ersten Tag zwischen zehn bis fünfzehn Minuten grasen zu lassen. Sie können dann von Tag zu Tag die Weidezeit erhöhen. Da der Verdauungsapparat sich erst ab einer bestimmten Grasmenge umstellen kann, sollten Sie die Weidezeit nicht unter 10 Minuten halten. Nach etwa drei bis vier Wochen Angewöhnungszeit können die Pferde dann ganztags auf die Weide gehen.

4. Vorsicht bei älteren Pferden

Besondere Aufmerksamkeit sollten Sie Ponys, Fohlen sowie älteren und dicken Pferden schenken, denn diese sind häufig anfälliger für Hufrehe als andere Pferde.

5. Beobachtung Ihres Pferdes

Da jedes Pferd anders ist, gibt es nur Empfehlungen fürs richtige Anweiden und kein Patentrezept.

Ist Ihr Pferd die ganze Zeit am Grasen oder läuft es viel herum? Manche Pferde vertragen gut größere Mengen an Grünfutter andere reagieren schon nach kürzeren Weidezeiten mit Koliken oder Hufreheschüben, hier sollten Sie Ihr Pferd gut beobachten und gegebenenfalls die Weidezeiten darauf abstimmen.

6. Immer dran bleiben

Nur wenn die Mikroorganismen im Verdauungsapparat täglich frisches Gras verarbeiten, kann sich das Verdauungssystem umstellen. Daher sollten Sie die Anweidephase nicht unterbrechen. Wenn dennoch eine längere mehrtägige Unterbrechung entsteht, müssen Sie leider wieder von vorn beginnen.

7. Frostnächste sind gefährlich

Ob Frühling oder Herbst, nach Frostnächten besteht eine große Hufrehegefahr. Bei Frostnächten steigt der Fruktan-Anteil im Gras und diese leicht verdaulichen Kohlenhydrate können Hufrehe auslösen. Besonders wenn die Nacht frostig war und am Morgen die Sonne auf die Weide scheint, dann sind die Fruktan-Anteile am höchsten und gefährlichsten für Ihr Pferd. Natürlich hängt der Fruktan-Anteil von den Grassorten, aber auch von der Temperatur ab.

8. Wichtig, zusätzlich Heu füttern und am Kraftfutter sparen

Gerade in der Anweidephase ist es wichtig, dass Ihr Pferd morgens und abends wie gewohnt Heu zugefüttert bekommt. Zum einen enthält das junge Gras noch zu wenig Rohfaser und zum anderen bremst es den Heißhunger des Pferdes frühmorgens auf das junge Gras.

Am Kraftfutter sollten Sie sparen, die Kombination frisches Gras und Kraftfutter kann schnell zur Überforderung des Verdauungssystems sorgen und zu Fehlgärungen führen.

Heu, Grün- und Mineralergänzungsfutter reichen den meisten Pferden aus um ihren Bedarf abzudecken.

 

Mit freundlichen Grüßen

kind regards

 

Marlies Ina Handrich (Zumpe)

Feldenkrais-Bewegungstherapeutin für Pferde

 

Tel.: +49 (0)1 71 - 22 07 058

Email: kontakt@cavalli-mobil.de

Website: www.cavalli-mobil.de

 

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