"Ist noch Heu da??" - Foto Archiv HUFGEFLÜSTER

 

Pferdehaltung 2014

 

Pferdehalter sollten sich rechtzeitig um Heu und Stroh kümmern!

 

Oft schon war es in vielen Regionen Europas das Problem – die lange anhaltende Trockenheit hat die Heu und Stroh Ernte stark beeinträchtigt. Viele Pferdehalter waren davon auch unmittelbar betroffen, weil es einfach zu wenig Heu zum Kaufen gab. Heu das aus anderen Regionen angeliefert werden mußte, war entsprechend teurer. Überhaupt wirkt sich jede Mangelsituation sofort auch auf die Preise aus. Das betrifft natürlich auch die Futtermittel. Eine schlechte Heuernte geht meist auch mit einer schlechten Getreideernte einher.

 

Doch nicht nur unser Klima und die Klimaveränderung können schlechte Ernten bewirken, weniger Erträge auf den Feldern gibt es auch dadurch, daß die Anbauflächen für Lebensmittel und Futtermittel sich laufend verringern.

 

„Schuld“ daran sind die nachwachsenden Rohstoffe, die wir nun für die Energiegewinnung erzeugen wollen oder besser müssen. Und diese verschlingen auch zukünftig immer mehr Anbauflächen, die dem Lebensmittelanbau dann fehlen. Diese für alle Menschen, aber auch für die Pferdehalter ungünstige Entwicklung gilt es zu beobachten.

 

Interessant ist in diesem Zusammenhang eine Meldung aus der Broschüre „Daten zur Umwelt“, die wir durch den Beauftragten für Breitensport  im BRFV, Bayerischer Reit- und Fahrverein, und dem Vorsitzenden des Ausschusses „Allgemeiner Pferdesport“ Dieter Rügemer erhalten haben. Diese wichtigen Informationen können gleich unterhalb nachgelesen werden.

 

Allen Pferdehaltern, Pferdebetrieben oder Stallbetreibern ist also zu Raten

 

  1. Die Situation um die Futtermittel genau im Auge zu behalten und sich über Entwicklungen laufen zu informieren. Infos dazu werden auch hier in unserer Pferdezeitung HUFGEFLÜSTER laufend angeboten.
  2. Rechtzeitig mit Heu und Strohlieferanten zu verhandeln, um Liefermengen und Preis möglichst schon vor der Ernte ausmachen zu können.
  3. Überregionale Lieferanten ausfindig machen und da auch Kontakt zu halten, die bei Engpässen aushelfen können.

 

Die Situation ums Pferdefutter dürfte also auch zukünftig schwierig bleiben. Daher ist es auch hilfreich, wenn sich auch die Pferdeverbände einschalten und entsprechende Lobbyarbeit betreiben.

 

Hufflüsterer Bernhard

 

 

Hier gleich die zugesagte Info Meldung:

 

 

 

Flächenverbrauch für Energiepflanzen in Zahlen

 

Konkurrenz zur Versorgung von Pferden !

 

 

In der Broschüre „Daten zur Umwelt“ Ausgabe 2011, Umwelt und Landwirtschaft veröffentlicht das Umweltbundesamt folgende Daten und Informationen:

 

Zur Ernte 2010 wurden bereits auf 2,15 Mio ha (18 % der Ackerfläche bzw. 12,6 % der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche der BRD) nachwachsende Rohstoffe angebaut. Die wichtigsten pflanzlichen Rohstoffe für Energieerzeugung und Industrie liefern dabei Raps für Biodiesel und Mais für Biogas.

 

Von 2009 auf 2010 stieg allein der Flächenverbrauch für Energiepflanzen, die in Biogasanlagen verarbeitet wurden, von 530 000 auf 650 000 ha. Dieser Zuwachs an Flächenverbrauch um 120 000 ha entspricht in etwa dem Flächenbedarf, der benötigt wird um den gesamten bayerischen Pferdebestand ein Jahr lang zu versorgen (Richtwert für die Versorgung eines Pferdes 1 ha pro Jahr).

 

Weiterhin verweist das Umweltbundesamt auf die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR). Diese schätzt, dass im Jahr 2020 bis zu 4 Mio ha mit nachwachsenden Rohstoffen bestellt sein werden. Das ist fast ein Viertel (23,6 😵 der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche in Deutschland. Ein Zuwachs von 2,15 Mio ha in 2010 auf 4 Mio ha in 2020 würde dann eine durchschnittliche jährliche Steigerung um 185 000 ha ergeben. Diese enorme Steigerung beim Anbau von Energiepflanzen bedeutet natürlich eine entsprechende Reduzierung der Anbauflächen für Ernährungsversorgung sowie Versorgungsbedarf zur Tierhaltung. Mit den 4 Mio ha für den Anbau pflanzlichen Rohstoffe für Energieerzeugung und Industrie ginge jährlich eine landwirtschaftliche Nutzfläche verloren, die vier Jahre lang zur Versorgung des gesamten Pferdebestands der BRD (ca. 1 Mio Pferde) reichen würde.

 

 

 

Dieter Rügemer

 

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