VFD Presseabteilung:

 

Es sind Ehrenamtler, die unseren Fachverband so stark machen

 

Hanspeter Hartmann im Interview zu den Experten   der Freizeitreiterorganisation

Einmal jährlich kommen alle Mitglieder der VFD-Arbeitskreise in Hessen zusammen.  Dort präsentieren sie ihre Ergebnisse und gehen an die Umsetzung neuer Aufgaben. Die Bandbreite reicht von Musterverträgen über die Konzeption von Wettbewerben bis zu Risikobewertungen beim Reiten und Fahren im Verkehr. fs sprach mit dem Vorsitzenden der zweitgrößten deutschen Reitervereinigung über den Nutzen dieser Gremien.

   

Warum hat die VFD eigentlich Arbeitskreise ins Leben gerufen? Eine bitterböse Redewendung lautet ja „Und wenn du mal nicht weiter weißt, dann gründe einen Arbeitskreis“?

 

Hanspeter Hartmann: Es heißt aber auch „mehrere kleine PC  leisten  mehr als ein Großrechner !!

Wenn beispielsweise erfahrene Wanderreiter  Ländern Kriterien für Wanderreitstationen entwickeln oder GPS-gestützte Touren empfehlen, fließen darin Erfahrungen aus ihren Ländern und erprobte Praxis ein.   Ähnliches gilt für die Bereiche Jugendarbeit oder Messe, Umwelt und Recht. Da fließt das   Entwicklungspotenzial und das  Fachwissen  sowie die jeweilige Kompetenz  von Mitgliedern ein.

 

Welchen Nutzwert haben diese Arbeitskreise zum einen für die Führungsebene und zum anderen für die Mitglieder in den Landes- und Unterverbänden?

 

Hanspeter Hartmann:  Wir sind ein rein ehrenamtlich tätiger Fachverband. Die von den Arbeitskreisen „beackerten“ Themen sind also für den Vorstand  schon Hilfestellungen bei längerfristig wirkenden Entscheidungen.  Auf breiter Basis  werden außerdem Tendenzen für die Zukunft erkannt und können  innerhalb der VFD aufgegriffen  und  weiter verarbeitet zu werden

Die fachliche Arbeit in den Arbeitskreisen motiviert zudem viele Reiter, sich selbst ein Stück weit einzubringen und auf allen Ebenen Aufgaben und Funktionen zu übernehmen.  Das ist für mich echter Mehrwert.

 

Beeinflussen die Empfehlungen oder Projekte der Experten die Arbeit des Gesamtverbandes? In welcher Form?

 

Hanspeter Hartmann: Eindeutig ja !  Ob  Entwicklung der Wanderreitermöglichkeiten , mobile Messestände und einheitliche Messekleidung, Musterverträge oder Empfehlungen für Ausbildungskurse, die  Ergebnisse der Arbeitskreisarbeit kann von jedem Mitglied oder Teilen des Gesamtverbandes genutzt werden. Man muss für einen Themenabend an Stammtischen, bei Fort – und Weiterbildungen oder bei der Zusammenarbeit mit Tourismusverbänden und Behörden das Rad nicht jedes Mal neu erfinden. Rechtsanwälte, Biologen, Hufpfleger, Ausbilder, Journalisten und viele andere haben im Rahmen der Arbeitskreise etwas von ihrem Können und Fachwissen für den Gesamtverband eingebracht.

 

 

Wie geht der Vorstand mit unbequemen oder ungewohnten bzw. überraschenden Schlussfolgerungen und Ergebnissen aus den  Arbeitskreisen um?

 

Hanspeter Hartmann:  Offen  und konstruktiv  ; schließlich arbeiten  alle Aks  für den BV und die Ergebnisse haben für uns eine gewichtige Aussagekraft.

 

In Vereinsstrukturen besteht doch aber immer die Gefahr, dass in Funktionen Leute regelrecht gedrängelt werden oder Vorstände alle Funktionen selbst besetzen möchten?

 

Hanspeter Hartmann: In welchen Vereinen? Bei uns jedenfalls nicht. Wir haben eine  ergebnisorientierte Managerstelle für die Arbeitskreise geschaffen. Kompetenz ist das Hauptkriterium, nach denen die Länder ihre Vertreter eigenständig in die Arbeitskreise schicken können. Wer etwa keinen interessierten Ausbilder begeistern kann, im Arbeitskreis Ausbildung mitzumischen, muss nicht einer Form Genüge tun. In ein oder zwei Jahren findet sich vielleicht in seinem Land jemand, der interessiert ist.

 

Als Bundesvorsitzender äußerten Sie  jüngst, dass kaum kein Unternehmen die im Fachverband der Freizeitreiter und -fahrer vorhandenen Kompetenzen bezahlen könnte. Warum gelingt es der VFD dennoch schon seit vier Jahren, hochrangige Juristen, Biologen, Ausbilder und Marketingexperten ehrenamtlich für zentrale Aufgaben „einzuspannen“?

 

Hanspeter Hartmann:  „Wo Tauben sind, fliegen Tauben  hin“ - unsere Tauben sind die  aktive, kompetente Gemeinschaft unter Gleichgesinnten,  die Freude sich konstruktiv einbringen zu können, Spaß und Freude in der Kontinuität,  etwas ehrenamtlich außerhalb des Berufsleben für die Gemeinschaft zu schaffen. Freiwilligkeit und Unabhängigkeit sind Quellen von Kreativität und  Motivation. Jeder Mensch hat außerhalb seines Tagwerkes noch Ziele,  für die es sich einzusetzen. Wir profitieren ganz klar von den Menschen, die sich für das Reiten in der Natur und die Reiterei als Lebensfreude sehen.  

 

Was unterscheidet die VFD von anderen Verbänden und Vereinen?

 

Hanspeter Hartmann:  Die  reine Ehrenamtlichkeit aller Aktiven und  die ausgeprägte Vielfalt. Jeder behält dennoch die  Freiheit, eventuell auch nix  zu tun sondern  „nur Mitglied“  zu sein. Immer mit dem Wissen, es gibt die VFD – einen Verband für Geländereiter und –fahrer.  Gerne spreche ich von der VFD  Familie. Die Schafft ein Band, das ungeachtet unterschiedlicher Ansichten und Ambitionen hält.

 

Kontakt für weitere Informationen:

 

VFD Bundesgeschäftsstelle

Christiane Schneider
27239 Twistringen
Zur Poggenmühle 22
Tel: 04243 942404
Fax: 04243 942405
E-Mail: bundesgeschaeftsstelle@vfdnet.de

 

Verantwortlich im Sinne des Presserechtes: Angelika Hoyer, Pressedienst VFD