Vierspänner-WM 2012 im Fahrsport-Mekka Riesenbeck

Von 1987 bis 2012:

Riesenbeck weltmeisterlich

 

In Riesenbeck fühlt sich die Weltelite der Fahrer zu Hause. Bereits zum fünften Mal richtet der Zucht-, Reit- und Fahrverein Riesenbeck 2012 nun eine Weltmeisterschaft, die der Vierspänner, aus. Begonnen hatte alles mit der Zweispänner-WM 1987, es folgten die Vierspänner-WM 1992 sowie 1997 und zuletzt 2001 erneut die Zweispänner-WM.

 

Zweispänner-WM 1987: Wie alles begann

Nach einer, nennen wir es mal „Generalprobe“ 1983 in Montemaggiore bei Rom, folgte 1985 in Sandringham in England die Premiere, die erste Weltmeisterschaft für Zweispännerfahrer, die gleich mit einem deutschen Erfolg endete. Ekkart Meinecke bestieg als erster Fahrer den WM-Thron bei den Zweispännern. Zu dieser Zeit gab es noch die FEI-Regelung, dass die nächste WM immer in das Land vergeben wird, das den aktuellen Weltmeister in der Einzelwertung stellt. So gesehen war es auch Ekkard Meinecke, der die WM 1987 nach Deutschland und somit nach Riesenbeck holte.

Nach Gold in Sandrigham reichte es für Meinecke in Riesenbeck 1987 zwar „nur“ zum dritten Platz (es gewann der Ungar Laszlo Kecskemeti), doch sicherte sich die Deutsche Mannschaft mit Meinecke, Eppingen und Matthies Platz eins.

Bereits damals 1987 war die Anlage in Riesenbeck international vorbildlich, wenn auch aus heutiger Sicht der „Hauptplatz noch eher eine Wiese war“, wie sich Turnierleiter Heinz Kerkhoff erinnert.

 

Vierspänner-WM 1992: Erster Team-Sieg für Deutschland

Zum zweiten Mal kam Riesenbeck 1992 in den Genuss der Gastgeberrolle für eine Weltmeisterschaft, und zwar für die der Viererzugfahrer. Das Championat 1992 wurde zu einem ganz besonderen Ereignis. Und das hatte mehrere Gründe: Zum ersten rollte die Weltelite der Viererzugfahrer, die sich erstmals 1972 in Münster zu einer Vierspänner-Weltmeisterschaft getroffen hatte, genau 20 Jahre nach der WM-Premiere erneut zum Championat nach Deutschland. Zum zweiten gelang es der Deutschen Equipe erstmals in der bis dahin immerhin zwei Jahrzehnte währenden WM-Historie, vor allen anderen Teams am Ende der drei Wertungsprüfungen ganz oben auf dem Treppchen zu stehen und Team-Gold zu gewinnen. Dieses Kunststück brachten die Herren Freund, Sandmann und Böhler fertig. Und wenn auch die Goldmedaille in der Einzelwertung an Holland (Ijsbrand Chardon) ging, so war dochChristoph Sandmann als Drittplatzierter hinter dem Schweizer Hanspeter Rüschlin noch auf den Medaillenrängen vertreten, gefolgt vom WM-Vierten Michael Freund.

 

Zweispänner-WM 1997 und 2001

Nach der Vierspänner-WM 1992 dauerte es nur fünf weitere Jahre bis Riesenbeck erneut die Tore für Gäste und Fahrer aus aller Welt öffnete und 1997 die Weltmeisterschaft der Zweispänner zum zweiten Mal auf der Surenburg ausrichtete. Mit eine Rekordbeteiligung von 68 Gespannen aus 26 Nationen dazu einem Herzschlagfinale im Hindernisparcours bot Riesenbeck den Freunden des Fahrsports erneut ein unvergessliches Erlebnis. Es gewann der Ungar Zoltan Lazar, Jürgen Matthies aus Nienburg holte Bronze. Großbritannien gewann Mannschafts-Gold. Die deutsche Equipe endete auf Platz vier.

Dass Riesenbeck im Jahr 2001 zum dritten Mal die Zweispänner-WM beherbergte, hatte mehrere Gründe. Der ursprünglich als Veranstalter bestimmte Turnierort St. Gallen hatte das Championat kurzfristig an den Weltverband zurückgegeben. Der wiederum trat an die Organisatoren in Riesenbeck heran mit der Bitte, dieses Championat zu übernehmen. Im Sinne des Fahrsports erklärte sich der Reiterverein Riesenbeck spontan dazu bereit, in die Bresche zu springen. Und das trotz der eminent kurzen Planungs- und Vorbereitungszeit für solch ein Großereignis.

Ungarn dominierte bei der dieser WM eindeutig. Der Weltmeister von 1999, Vilmos Lazar, verteidigte 2001 in Riesenbeck seinen Titel erfolgreich. Als bester deutscher Fahrer platzierte sich Mario Junghanns (Grumbach/Sachsen) auf Platz sechs. Auch die Mannschaftswertung war eine sichere Angelegenheit für das ungarische Team, das in derselben Besetzung wie vor zwei Jahren, mit Vilmos und Zoltan Lazar sowie Zoltan Nyul, erneut Gold gewann. Silber sicherten sich die Niederlande. Bronze gab es für die deutsche Mannschaft mit Mario Junghanns, August Gründker und Rolf von Aschwege.

 

Vierspänner-WM 2012: Zurück im Fahrsport-Mekka Riesenbeck!


Vierspänner-Weltmeisterschaften auf einen Blick

 

Münster 1972

1. Auguste Dubey (SUI)

2. John Miller (GBR)

3. Douglas Nicholson (GBR)

Team: 1. Großbritannien, 2. Schweiz,

3. Deutschland (Lage, Funda, Baur)

 

Frauenfeld 1974

1. Sandor Fülöp (HUN)

2. Christian Iseli (SUI)

3. George Bowman (GBR)

Team: 1. Großbritannien, 2. Schweiz, 3. Polen

 

Apeldoorn 1976

1. Imre Abonyi (HUN)

2. Emil Bernhard Jung (GER)

3. Zygmund Waliszewski (POL)

Team: 1. Ungarn, 2. Deutschland (Duen, Jung,

F. Freund), 3. Polen

 

Kecskemet 1978

1. György Bardos (HUN)

2. Sandor Fülöp (HUN)

3. Ference Muity (HUN)

Team: 1. Ungarn, 2. Deutschland (Knell,

Fauth, M. Freund), 3. Großbritannien

 

Windsor 1980

1. György Bardos (HUN)

2. George Bowman (GBR)

3. Tjeerd Velstra (HOL)

Team: 1. Großbritannien, 2. Ungarn, 3. Polen

 

Apeldoorn 1982

1. Tjeerd Velstra (HOL)

2. György Bardos (HUN)

3. Laszlo Juhasz (HUN)

Team: 1. Niederlande,

2. Ungarn, 3. Großbritannien

 

Szilvasvarad 1984

1. Laszlo Juhasz (HUN)

2. György Bardos (HUN)

3. Mihaly Balint (HUN)

Team: 1. Ungarn,

2. Schweden, 3. Großbritannien

 

Ascot 1986

1. Tjeerd Velstra (HOL)

2. Ijsbrand Chardon (HOL)

3. Laszlo Juhasz (HUN)

Team: 1. Niederlande, 2. Ungarn

3. Deutschland (Bauer, M. Freund, Fauth)

 

Apeldoorn 1988

1. Ijsbrand Chardon (HOL)

2. Christer Pahlsson (SWE)

3. Jozsef Bozsik (HUN)

Team: 1. Niederlande, 2. Ungarn, 3. Deutschland

(Duen, M. Freund, Meinecke)

 

Stockholm 1990

1. Tomas Eriksson (SWE)

2. Jozsef Bozsik (HUN)

3. Ysbrand Chardon (HOL)

Team: 1. Schweden, 2. Niederlande, 3. Ungarn

 

Riesenbeck 1992

1. Ijsbrand Chardon (HOL)

2. Hanspeter Rüschlin (SUI)

3. Christop Sandmann (GER)

Team: 1. Deutschland (Böhler, M. Freund,

Sandmann), 2. Schweiz, 3. Niederlande

 

Den Haag 1994

1. Michael Freund (GER)

2. George Bowman (GBR)

3. Ijsbrand Chardon (HOL)

Team: 1. Deutschland (Sandmann, M. Freund,

Hammann), 2. Belgien, 3. Niederlande

 

Waregem 1996

1. Felix Brasseur (BEL)

2. Geroge Bowman (GBR)

3. Joszef Bozsik (HUN)

Team: 1. Belgien, 2. Deutschland (Sandmann,

Freund, Hammann), 3. Großbritannien

 

Rom 1998

1. Werner Ulrich (SUI)

2. Michael Freund (GER)

3. Ton Monhemius (HOL)

Team: 1. Niederlande, 2. Deutschland

(Freund, Sandmann, Rolfes), 3. Schweden

 

Wolfsburg 2000

1. Thomas Eriksson (SWE)

2. Ijsbrand Chardon (HOL)

3. Felix Brasseur (BEL)

Team: 1. Schweden, 2. Niederlande,

3. Deutschland (Weinmayr, Duen, Freund)

 

Jerez 2002

1. Ijsbrand Chardon/NED

2. Christoph Sandmann/GER

3. Tomas Eriksson/SWE

Team: 1. Niederlande, 2. USA, 3. Deutschland

(Freund, Duen, Sandmann)

 

Kecskemet 2004

1. Michael Freund

2. Zoltan Lazar (HUN)

3. Ysbrand Chardon (NL)

Team: 1. Ungarn, 2. Niederlande, 3. Belgien

 

Aachen 2006

1. Felix Marie Brasseur (BEL)

2. Ysbrand Chardon (NED)

3. Christoph Sandmann (GER)

Team: 1. Deutschland (Duen, Freund, Sandmann),

2. Belgien, 3. Niederlande

 

Beesd 2008

1. Ijsbrand Chardon (NED)

2. Chester Weber (USA)

3. Boyd Exell (AUS)

Team: 1. Niederlande, 2. Deutschland

(Michael Brauchle, Christoph Sandmann, Ludwig

Weinmayr), 3. Ungarn

 

Kentucky 2010

1. Boyd Exell/AUS

2. Tucker Johnson/USA

3. Ijsbrand Chardon/NED

Team: 1. Niederlande, 2. USA, 3. Deutschland (Christoph Sandmann, Georg von Stein, Ludwig Weinmayr)