Zwei Unterfranken auf den Spuren Barbarossas...

Vom 11. bis 19. Juli 2009

Wie in jedem Jahr, packe ich Anfang Juli mein Pferd und die Ausrüstung in den Anhänger und fahre los, zum Landeslehrwanderrittes des Pferdesportverbandes Rheinland-Pfalz.

In diesem Jahr führt uns die Strecke rund um Kaiserslautern, auf Barbarossas Spuren durch den Pfälzer Wald und Pfälzer Bergland.

 

Wir beiden Unterfranken, mein Pferd „Chicco“ und ich, sind ja seit Jahren regelmäßig mit den Wanderreitern des PSV RP in deutschen Landen unterwegs.

In diesem Jahr genoss ich den Ritt besonders, denn nächstes Mal, kann ich nicht Reiten, sondern richte den Landeslehrwanderritt hier bei uns im schönen Spessart aus. 

Nach und nach trafen am Samstag Nachmittag 23 Reiter mit Ihren Pferden am Startplatz, der Wiese hinter dem Sportplatz in Fischbach bei Hochspeyer ein.

 

Einige der Reiter kannte ich schon von den Ritten der vergangenen Jahre, andere hatte ich beim Theorieseminar in Altleiningen gesehen.

Es freut mich immer wieder, dass nicht nur ich vom Virus Wanderreiten in der netten Gemeinschaft der Rheinland-Pfälzer angesteckt bin. 

Die Reiter kommen aus den unterschiedlichsten Gegenden und Bundesländern, Rheinland Pfalz, Hessen, Bayern, Nordrhein Westfalen und dem Saarland, eine bunte und nette Mischung aus wetterfesten Pferdeleuten wie Du und Ich. 

Der Ritt beginnt traditionell mit dem gemeinsamen Übertragen der Reitstrecken in Tagesetappen in die Topografischen Karten, dies muss mit besonderer Sorgfalt vor sich gehen, jeder kleinste Ausrutscher mit dem Markierstift und schon ist man morgen früh auf dem falschen Weg!

Die Tierärztliche Untersuchung der Pferde zur Reittauglichkeit, Ausrüstungskontrolle bei den Teilnehmern, und dann geht’s schon zum gemeinsamen Abendessen und der Gruppeneinteilung für den ersten Reittag.

Die 4 bis 5 Gruppen starten morgens mit 15 Minuten Abstand und werden jeden Tag neu zusammengewürfelt. So ist das Reiten auch schnellerer Gangarten möglich und jeder kann mal mit allen Teilnehmern reiten.

Der Nachmittag klingt aus mit dem Kennen lernen der Neuen, herzlichen Begrüßungen der Bekannten und aufgeregtes Geplauder schallten noch lang durchs Wiesental.

 

Die Strecke führte uns in diesem Jahr in angenehmen Etappenblängen zwischen 20 und 30km nördlich nach Otterbach und weiter zum Kühbörncheshof bei Katzweiler Die typische Struktur im Nordpfälzer Bergland, Wege, die es in der Karte nicht gibt, hat uns wieder mal die Vorzüge der soliden Kompasskunde bestätigt.

Nichts desto Trotz kamen alle zufrieden und rechtzeitig zum Abendessen in den Quartieren an.

Die alte Kaiserstraße, einige abenteuerliche Unterführungen, dichte kühle Wälder, Seen und Teiche wie der Lanzenbrunner Weiher, hier war es leider zu kalt um mit den Pferde zu schwimmen, schade! ließen keine Langeweile aufkommen. 

Das große Abenteuer, quer durch Kaiserslautern zu reiten stand uns am dritten Reittag bevor.

Das Wetter war nicht sehr freundlich, der Regen wurde regelmäßiger, nur die Aussicht auf wundervolle Wege nach der Stadtdurchquerung, hielt uns frisch, auch wenn der Asphalt unter unseren Schuhen klang.

Die sandigen Wege waren wie versprochen da und im flotten Wanderreitertrab trugen uns die Pferde nach Trippstadt zu unserem dritten Quartier. Hier verbrachten wir einen Ruhetag, mit ausgiebigen Schwimmbadbesuchen, Spaziergängen zur Lockerung und deftigem Essen zur Stärkung.

Das Wetter wurde wieder sommerlicher, unterbrochen von Sprühregenschauern.

Der vierte Reittag führte uns durch den kühlen Pfälzer Wald nach Süden zur Burg Gräfenstein und zur Wiese nah dem Feriendorf Merzalben, wo wir wieder unsere Zelte aufschlagen konnten.

Der Abend war gekrönt von einem romantischen Rittermal im Burghof, Sonnenuntergang und leckerem Wein. So macht Wanderreiten Spaß! 

Unser fünfter Tag begann mit einem Donnerschlag der Extraklasse, um halb sechs morgens wurden wir von einem Monstergewitter aus den Zelten gescheucht.

Bei Starkregen, Blitzschlag und Donnergrollen versuchten wir zu retten, was trocken bleiben sollte und zogen uns zum Frühstück in  eines der Ferienhäuser zurück.

Die Gewitter zogen vorbei, die Gruppen konnten trotz der Verzögerung pünktlich aufbrechen. 

Lauter kleine Kapuzenmännlein und –weiblein in kleidsamem Bundeswehroliv der Ponchos gehüllt, ließen sich von tapferen Ponys auf Teilen des Jakobsweges zum Tagesquartier nach Johanniskreuz tragen. Der geheimnisvolle Nebel im Hochwald, nass glänzende, moosige  Felsen,, man fühlte sich wie im Auenland bei den Hobbits.

Die Temperatur fiel, der Regen auch und wir saßen am Abend in der gemütlichen Kneipe und vernichteten riesige Schnitzel mit Pommes. Bis wir wieder in unsere Zelte krabbeln mussten, hörte auch der Regen wieder auf. 

Unser letzter Reittag ließ uns weitgehend trocknen, der Weg führte nach Norden wieder nach Fischbach. Es kam sogar die Sonne aus den Wolken, aber die Temperatur war eher herbstlich. 

Der letzte Abend war fröhlich und lang, kein Wunder, die trockenen Ersatzklamotten hatten ja im Auto auf uns gewartet. Ein bisschen melancholisch, denn nun war schöne Urlaub ja schon wieder vorbei ließen wir die Reitwoche noch mal an uns vorüberziehen.

Am Sonntag ein ausgiebiges Frühstück, danach die Untersuchung der Pferde durch den Tierarzt und das obligatorische Abschlussessen mit allem, was die Feldküche hergab. 

Die Plakettenübergabe zur Erinnerung und Urkundenüberreichung an die Angehenden Wanderreitführer, die während der Woche Ihre Prüfung abgelegt hatten, dann die Verabschiedung aller Teilnehmer war diesmal ohne Pferde, unter der großen Plane des Gemeinschaftszeltes, denn der Regen kam zurück und nicht zu knapp. 

Wieder einmal ein gelungenes Ereignis, trotz des Wetters, denn Wanderreiten mit dem LV RP heißt für uns  – mit Freunden unterwegs sein. 

Im nächsten Jahr gibt es ein Jubiläum, zum 30. Mal wird der Landeslehrwanderritt nun schon ausgerichtet! 

Es geht in ein neues Rittgebiet, unter dem Motto  – „Main, Wein und Spessarträuber“ –führt uns der Wochenritt im nächsten Jahr durch den Spessart in Unterfranken.

Termin: 26.06.-04.07.2010

 

Die Teilnahmebedingungen:

  • Besuch des Wanderreiterseminars (qualifizierte Fachvorträge von Wanderreitausbildern und Trainern des Pferdesportverbandes)

Themen wie: Vorbereitung, Training, Ausrüstung, Hufschutz, Tierarztfachvortrag, Wetterkunde, Kompass, Karte, GPS uvm. 

Termin: 30.-31.01.2010, Burg Altleiningen /Pfalz

  • Teilnahme an einem der Sichtungsritte (Tierärztliche Vor- und Nachuntersuchung, Tagesritt mit besonderen Geländebedingungen im wunderschönen Womrath im Hundsrück)

Termine: 9.-11.04.2010 und 23.-25.04.2010

  • 30. Landeslehrwanderritt – „Main, Wein und Spessarträuber“

Termin: 26.06.-04.07.2010

 

Infos und Auskunft

Tanja Breunig, Wanderreitführer FN, Gruppenführer PSV RP

Tel. 0170/680 63 52 Email SpessartzuPferd@email.de

www.Spessartreiter.de oder www.PSVRP.de