Temujin, Manfreds Baby

 

 

Temujin

Er ist ein besonders menschenbezogenes Pferd geworden. Kein Wunder, schließlich war mein Gesicht das erste, was er in seinem Leben sah. Natürlich verbrachte ich die Nacht der Geburt bei Panca, sah das Erscheinen der weißen Fruchtblase, dann das Platzen derselben und die winzigen Vorderhufe, schließlich das schwarze, nasse Köpfchen. Zusammen mit seiner Mutter rieb ich ihn trocken. In den ersten Wochen war ich sein einziger Spielkamerad und förderte dabei natürlich sein Vertrauen zu Zweibeinern.

Als ich meine Frau in Deutschland von der Geburt unterrichtete, war ihre Reaktion: "Schick mir ein Bild von ihm. Ich möchte sehen, ob er Dir ähnelt." Und weil ich so stolz und glücklich war, bekam er von mir einen Namen, der mir angemessen erschien: 'Temujin' (bürgerlicher Name Dschingis Khans).

So, wie ich seine Mutter längst liebte und sowieso seinen Onkel, war und ist er immer auf besondere Weise in meinem Herzen. Sanftmütig wie seine Mutter und mit ebenso weichen Gängen ausgestattet, bereitet er mir viel Freude bei jedem Ausritt im Gelände. Egal ob durch Wälder, auf engen Autostraßen oder im Watt - immer spürt man dieses Grundvertrauen in ihm. Und ich hoffe, dass er mir, besonders nach den herben Verlusten von Panca und Puschkin, noch lange erhalten bleibt...

Manfred