#1

elke

Deutschland

Welches nehmen?

Hallo Manfred,

 

hab mal gehört, daß Du bei Deinen größeren Ritten immer ein Begleitfahrzeug dabei hattest.

Darum meine Frage für einen geplanten Europaritt über ein Monat:

 

welcher Typ oder Art ist empfehlenswert,

muß das unbedint ein neues Fahrzeug sein,

wer fährt so ein Fahrzeug oder wie organisiert man am bersten so einen Tross??

 

Danke für Deine Antwort als einer der erfahrensten Wanderreiter die ich kenne.

 

Mit freundlichen Gruß 

 

Elke

#2

weltreiter

Deutschland

Hallo Elke,

die Entscheidung für ein mitlaufendes Versorgungsfahrzeug kam erst unterwegs, nachdem mir ausreichende Versorgung der Pferde in unbekannten Gebieten fraglich erschien. Tatsächlich wäre es auch bei einem Ritt innerhalb Europas sinnvoll, wenn auf vorbestellte Etappenziele verzichtet werden soll. Wenn Du ins Blaue hineinreiten willst und irgendwo in der Wildnis campieren, dann ist ein Versorgungsfahrzeug durchaus zu empfehlen. Solltest Du beabsichtigen, den Sommer im Süden anzusteuern, ist das Mitführen von Kraftfutter, Wasser und evtl. auch Heu, wichtig. Meist ist die Vegetation zu dürftig, wie ich von Leuten hörte, die z.B. den Jakobsweg nahmen.

Bei meinem Ritt war es zudem wichtig, auch Hufbeschlags-Material mitzuführen: viele Ersatzeisen, Nägel, Werkzeug und Amboss. Außerdem mindestens 20 Koppelstäbe, Elektrolitze und eine Autobatterie zum Betreiben des Koppelaggregats. Mir stand ein alter Lieferwagen (Mercedes T1 208 D) zur Verfügung, der sich sehr bewährt hat. Er musste sogar einen Pferdehänger ziehen, in dem 16 Fässer á 130 Liter standen, in denen Material, Kraftfutter und bis zu 600 Liter Wasser waren. Außerdem hielt ich einen Pferdeanhänger für sehr geeignet, falls die Pferde mal transportiert werden müssten. Das kam dann wirklich mehrmals auf mich zu. Allerdings dürfte das innerhalb Europas unwichtig sein.

Also Du siehst schon, dass es kein Neufahrzeug sein muss, innerhalb Europas auch nicht unbedingt ein großer Lieferwagen, obwohl man ihn als Mensch natürlich auch als Schlaf- und Schutzhütte verwenden kann und dadurch auf ein Zelt verzichten. Und so viel Wasser, Futter und Materialien wirst Du auch nicht benötigen, weil Du unterwegs die Vorräte oft ergänzen kannst. Das war bei meinem Ritt durch das damalige Osteuropa und Asien ganz anders.

Wenn Du niemanden hast, der das Fahrzeug voraus oder nebenher fahren kann, dann gibt es noch die Möglichkeit, Dir am Abend einen sicheren Platz für die Pferde zu suchen und Dich zu Deinem Fahrzeug zurückbringen zu lassen, um es selbst nachzuführen. Das ist manchmal allerdings mühsam, mir blieb in Nevada für eine Woche keine andere Möglichkeit. Ansonsten fand ich immer irgendwelche Fahrer, die ich meistens allerdings bezahlen musste.

Ich hoffe, Dir behilflich gewesen zu sein und will Dir gern anbieten, weitere Informationen zu geben. Scheue Dich also nicht, alles zu fragen, was Dir vor Deinem Abenteuer auf der Seele liegt.

Beste Grüße und viel Erfolg,
Manfred

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