#1

Ester

Deutschland

Bräuche bitte Tipp!

Hallo Herr Schulze,

 

was würden Sie bitte für einen längeren Wanderritt empfehlen - Englischreitersatter, Wanderreitsattel oder doch einen Westernsattel? Bin normale Freizeitreiterin und an keine bestimmte Reitweise gebunden. Und zu teuer solls ja auch nicht gleich sein.

 

Danke Ihnen hiermit schon mal für Ihre Antwort!

 

Ester aus Thüringen (VFD)

#2

weltreiter

Deutschland

Hallo Ester,

bei langen Wanderritten muss ein Sattel wirklich passen. Gut ist immer eine große Auflagefläche, weil sich die Drücke besser verteilen. Ich selbst benutze einen Westernsattel mit einem dicken Pad und habe dabei die besten Erfahrungen gemacht. Bei vielen Stunden pro Tag gab es niemals Druckstellen. Wichtig ist natürlich auch, dass die Auflagefläche nirgends die Muskulatur und den Bewegungsapparat des Pferdes behindert. Das ist von Pferd zu Pferd unterschiedlich.

Ich weiß, dass Westernsättel speziell von Frauen meist nicht gern benutzt werden. Der Knauf hat aber auch viele Vorteile. Z.B., um daran kleine Taschen aufzustecken, Wasserflasche oder Karte anzuhängen.

Allerdings gibt es auch Wanderreitsättel mit sehr schonendem Komfort für Pferd und Reiter/in. Ein spezielles Fabrikat zu nennen, ist schwierig. Ich weiß, dass die Fa. Sommer sehr gute Wanderreitsättel macht, die zudem sogar verstellbar sind, also dem Pferd in unterschiedlichen Futterzuständen angepasst werden können. Allerdings sind sie nicht gerade billig, dafür aber qualitativ hochwertig.

So bleibt mir nur, Dir viel Glück und Erfolg bei der Suche zu wünschen,

und jederzeit Freude bei Deinen Ritten.

Liebe Grüße von Manfred

#3

Ester

Deutschland

Hallo Herr Schulze,

 

habe mich noch gar nicht für Ihre Antwort bedankt. Das möchte ich hiermit gleich nachholen.

Ihre Antwort hat mir echt weitergeholfen.

 

Jetzt geht es bei mir noch um das Thema Hufschuhe. Die Auswahl ist riesengroß.

Nur welche sind auch empfehlenswert? Haben Ihre Pferde welche benutzt. Und welchen/welche würden Sie nach dem technischen Stand heute emfehlen??.

Hoffe ich belaste Sie nicht zu sehr mit meinen Fragen...

 

VG Ester

#4

weltreiter

Deutschland

Aber nein, liebe Ester,

ich freu mich doch, wenn ich ein wenig meines Wissens weitergeben kann.

Als ich vor 20 Jahren zu dieser Erdumrundung aufbrach, gab es noch wenig hilfreiches auf dem Hufschuhmarkt. Erst in Kalifornien traf ich auf Trail- und Distanzreiter, die den damaligen Easyboot am Sattelhorn mitführten. Nur für den Fall, dass mal ein Eisen verlorenging. Das war ein durchaus hilfreiches Mittel.

Zuhause testete ich den Marquis mit den Luftkammern. Der war nicht schlecht, aber inzwischen gibt es viele weitere Modelle und Hersteller. Nach wie vor dürfte aber der Eisenbeschlag für Langstrecken genau wie damals die sicherste Wahl sein und der Hufschuh als Ersatzhilfe. Immer wieder auf die Suche nach verlorengegangenen Schuhen zu gehen, wenn einer mal bei heftigem Galopp oder in Kurven wegfliegt, ist nervig und kann teuer werden.

Ich will keinem Hersteller wehtun, denn die geben sich wirklich große Mühe und investieren große Summen, denn das Eisen hat natürlich auch Nachteile. Trotzdem glaube ich, dass es noch keinen wirklich brauchbaren Ersatz gibt, auch nicht Beschläge aus Kunststoff. Immerhin sind die Belastungen auf den Huf gewaltiger, als es sich die meisten Pferdehalter vorstellen.

Ich selbst hatte mir damals die Hufpflegearbeiten und das Beschlagen mithilfe eines Lehrbuches (Armin Kasper) angeeignet und viele Ersatzeisen, Nägel, Werkzeuge und Amboss mitgeführt. (geht natürlich nicht auf dem Packpferd). Bei Ritten durch das heutige Europa aber sicherlich nicht nötig, denn fachliche Hilfe findet man überall.

Gern beantworte ich weitere Fragen, liebe Ester und grüße herzlich
Manfred

#5

Weitreiter

Deutschland

Hallo Ester, hallo Manfred,

seit vielen Jahren nutze ich die ROC Sättel für all meine Ritte. Ein Vorteil ist, das man sie über die Polsterung sehr gut anpassen kann, auch wenn sich das Pferd verändert.

So habe ich auf meinem Europaritt einen Sattel innerhalb von 1,5 Jahren 5 mal umgepolstert, da sich Aponi von einem quasi ungerittene Vollblüter fast schon zum Muskelprotz entwickelt hatte (bin die ersten Monate fast nur gelaufen...). Ich habe mittlerweile bestimmt 6 technisch gleiche Sättel, noch mit Kunststoffbaum (ich kann diese besser anpassen als die neuen mit Holzbaum). Ich nutze sie sowohl als Reit- als auch als Packsattel hier und in Argentinien und konnte sie bisher an jede Veränderung und jedes Pferd anpassen - bestimmt 20 verschiedene und unterschiedliche Pferde. Der "neue" Holzbaum ist natürlich schon individueller für das Pferd ausgesucht (es gibt dort halt unterschiedliche Passformen), aber ich denke auch dort kann man alle folgenden Veränderungen des Pferdes leicht ausgleichen! Ich nehme nichts anderes und hatte nie Probleme über vielleicht schon 20.000km.

Auf unserem Ritt von Portugal nach Litauen nutzten wir Easyboot Glove und waren sehr zufrieden. Sie sind leicht, halten zwischen 1500 und 2500 Kilometern, scheuern auch beim täglichen tragen nicht wenn man sie richtig verschnallt und wenn sie passen, bleiben sie auch am Huf. Allerdings wenn es heiss wird (Material wird weich) und steil die Berge herauf geht, kann der Huf schon einmal aus dem Schuh rutschen. Auch für extremes Geröll/Felsen oder lange Flussetappen ist kaum ein Schuh geeignet, so das ich unsere Pferde für unsere Ritte durch die patagonischen Anden mit Eisen beschlage - da geht kaum etwas anderes. 

Für den Weiterritt ab Okt. 2017 durch Argentinien, suche ich übrigens noch einen Mitreiter, eine Mitreiterin mit einigen Monaten Zeit, Mut und Ausdauer - Ein großes Abenteuer wartet. Mehr dazu und auch etwas zu den Schuhen, Sattel und Beladung unter www.weitreiter.de

Liebe Grüße

Roland


! ! ! Südamerika zu Pferd - Mitreiter/in gesucht ab Okt. 2017 ! ! ! - mehr unter www.weitreiter.de und www.argentinienzupferd.com

#6

weltreiter

Deutschland

Herzlichen Dank, Roland.

Freut mich sehr, dass Du Dich hier eingeschaltet hast. Immerhin liegen meine großen Ritte bereits viele Jahre zurück und inzwischen hat sich viel getan. Neue Sättel, neue Hufschuhe, neue Erkenntnisse. Darüber offen zu sprechen und die Erfahrungen weiterzugeben, hilft nicht nur den Abenteuerlustigen, sondern vor allem auch den Pferden!

Danke!

Herzliche Grüße und viel Freude und Erfolg bei Deinen Abenteuern wünscht

Manfred

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