#1

willi

Deutschland

Danke schon vorab für Antwort!

Hallo Herr Schulze!

 

Sie sind hier doch der richtige Fachmann und Ansprechpartner.

 

Welche Papiere braucht man für seine Pferde bei einem Grenzübertritt?

Kann man hier eine generelle Aussage machen oder ist das von Land zu Land unterschiedlich?

Welche Erfahrungen haben sie beim grenzübertritt mit Pferden gemacht?

Danke schon vorab für Antwort!

 

Willi mit besten Grüssen

 


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »HUFGEFLUESTER.EU« (18.06.2017, 00:15)
#2

weltreiter

Deutschland

Hallo Willi,

wenn sich gewisse Bestimmungen veterinärtechnischer Art in den letzten 15 Jahren nicht geändert haben, gilt grundsätzlich, dass jeder, der lebende Tiere transportiert, egal ob unterm Sattel, vor der Kutsche oder im Anhänger, ein gültiges Zertifikat des Amtsveterinärs des Herkunftsortes der Tiere mit sich führt, welches die Gesundheit der Tiere und Seuchenfreiheit der Region bescheinigt.

Ich erinnere mich an die entrüstet vorgebrachten Worte meiner zuständigen Amtsveterinärin, als ich ohne dieses Papier verzweifelt an einer Grenze stand und sie um unkonventionelle Hilfe bat ( auf Anraten des Grenzveterinärs): "Sie müssen doch wissen, dass Sie noch nicht mal ein Huhn von A nach B verbringen dürfen, ohne uns vorher konsultiert zu haben!"

Diese Regelung gilt im eigenen Land und inzwischen auch innerhalb der EU. Dafür entfällt an den EU-Innengrenzen weitgehend eine Veterinärkontrolle. Mit einer solchen ist aber unterwegs immer zu rechnen. Besonders, wenn wieder mal irgendwo Vogelgrippe, BSE oder andere Seuchen auftreten. Dass z.B. Pferde davon nicht betroffen sind, dennoch aber misstrauisch beäugt werden, deutet wohl auf eine gewisse Panik hin, die manchmal zu Überreaktionen führt.

Innerhalb der EU bildet Rumänien eine Ausnahme, gilt als Hochrisikoland: Pferde dürfen nicht in die übrige EU exportiert werden. Für das renommierte Huzulen-Staatsgestüt 'Lucina' in den Hochkarpaten eine besondere Härte, denn ihre Pferde sind unter Kennern sehr geschätzt und stehen unter ständiger veterinärtechnischer Kontrolle.

Grenzen außerhalb der EU haben natürlich weiterhin ihre Veterinärkontrollen und oft sogar Quarantänestationen mit unterschiedlich langen Quarantänezeiten. Hier ist sogar ein "International Health Certificat" nötig. Pferde dürfen nach entsprechenden Blutentnahmen keine pferdetypischen Viruserkrankungen zeigen, sonst müssen sie wieder zurück und wenn dies nicht möglich ist, werden sie getötet und verbrannt. Hierbei hat jeder Staat unterschiedliche Bestimmungen. Den Arteriitisvirus (eine harmlose Pferdekrankheit ohne Medikationsmöglichkeit und sowieso selbstheilend) beachtet man trotz durchaus strenger Vorgaben weder in den USA noch der EU, sehr wohl aber in Südkorea. Dort hat diese Erkenntnis und die Sorge um einen 'Gesichtsverlust' der Verantwortlichen beinah zum Tod von 'Puschkin' und dem Ende der Expedition geführt.

Grundsätzlich gilt also: Wer grenzüberschreitende Reisen mit Pferden plant, sollte unbedingt seinen Amtsveterinär konsultieren und sich mit den Bestimmungen der einzelnen Länder vertraut machen.

Dir, lieber Willi, wünsche ich also viel Glück und Freude bei Deinen Reisen mit Pferden und keine solch schlimmen Erfahrungen, wie ich sie oft überstehen musste.

 

#3

willi

Deutschland

Danke Herr Manfred Schulze,

 

komm erst jetzt zum Antworten. Ihre Infos haben mit sehr geholfen. Vielen Dank dafür!

Scheinbar gab es auch beim letzten großen Wanderritt von Athen nach Kassel an manchen Grenzen grosse Probleme. Haben Sie davon gehört?

 

Grüsse von Willi

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