ACHTUNG: nicht ganz jugendfrei,
aber auf vielfältige Bitten zahlreicher Zuhörer meiner Erzählungen - hinter 'vorgehaltener Hand', hier ausnahmsweise erzählt:

"Mit Puschkin im Puff" - ein pikantes Erlebnis vom Ritt um die Welt!

Wer etwas über das Abenteuer "Mit zwei Pferden um die Welt" weiß, kennt auch meine Pferde "Puschkin", seine Schwester "Panca", und seinen Neffen "Temujin". Für Panca und ihren eben erst geborenen Sohn (Ergebnis einer Liebesaffäre mit einem Mongolenhengst nahe Ulan Bator vom Vorjahr), hatte ich einen Warte-Platz in Carson City (Nevada) gefunden, denn mit einem Fohlen die USA zu durchqueren, war viel zu gefährlich. Also startete ich mit Puschkin am Strand des pazifischen Ozeans allein, um weiter nach Osten vorzudringen.

Erst, wenn Temujin nicht mehr auf seine Mutter angewiesen sein würde, sollte sie wieder an der Seite ihres Bruders wandern. Temujin würde später zur Ostküste in vier Etappen nachgeholt werden, wenn er dazu alt genug geworden ist. In Carson City konnte er so lange bleiben und war bestens innerhalb einer Norweger-Herde mit gleichaltrigen Spielgefährten aufgehoben.

Puschkin und ich überquerten das kalifornische Küstengebirge, die Tiefebene um Sacramento, dann die Sierra Nevada und besuchten noch einmal Panca mit ihrem Sohn. Danach ging es weiter durch immer trockenere Gebiete Nevadas. Bis in die kleine Stadt Fallon gab es jeden Tag einheimische Reiter, die uns tageweise begleiteten. Das war bequem, denn ich musste keine Wege suchen und wir ritten von Barbecue zu Barbecue. Jeden Abend eine kleine Feier - ich wurde verwöhnt wie nie zuvor. Und mein vierbeiniger Begleiter Puschkin ebenfalls. Bestes Futter überall - bald strotzte auch er vor Kraft. 

Mit nur einem Pferd unterwegs zu sein, war ein neues Erlebnis. Nun war ich Puschkins alleiniger Partner und er lehnte sich an mich wie ein Bruder. Wir wurden unzertrennlich: ein äußerst beglückendes Erlebnis.

Doch in Fallon endete die bequeme Zeit mit heimischen Begleitern. Jetzt lagen extreme Wüstengebiete vor uns. Heiß und trocken - ausgetrocknete Salzseen. Knirschend brachen Puschkins Hufe bei jedem Schritt durch die salzigen Krusten. Über dutzende Meilen kein Halm, den Puschkin fressen könnte und kein trinkbares Wasser. Nur wenige stinkende Pfützen am Rande der Highways aus hochgiftiger Brühe.

In Fallon hatte George ein kleines Hotel. Es war vor hundert Jahren eine Pony-Express-Station. Hier durften sich damals die Reiter erfrischen und die Pferde wechseln. Mir ging es nun ähnlich. Puschkin war in der Nähe bestens versorgt und untergebracht - ich saß an der Bar unter vielen Reliquien aus alter Zeit: Revolver und Büchsen an den Wänden - Patronengurte und durchlöcherte Cowboyhüte - ein mächtiger Büffelkopf direkt hinter mir. Und am Abend einige Männer neben mir, die von der Arbeit kamen und eisgekühltes Bier ohne Schaum tranken. Schlafen durfte ich in einem der kleinen Zimmer über der Bar, genau wie früher die erschöpften Pony-Express-Reiter.

Am Morgen erklärte mir George, wie es für Puschkin und mich weitergehen würde - irgendwelche Begleiter gab es ab jetzt nicht mehr, wir mussten uns allein durchlagen: "Du folgst dem Highway. Nebenan gibt es einen bequemen Serviceway und der Highway ist nur schwach befahren. Wo ein Cattleguard (für Pferde und Rinder nicht begehbares Sperrgitter auf der Autostraße) ist, gibt es für Dich nebenan ein Gate im Sperrzaun irgendeiner Ranch. Du kannst das Gate öffnen, darfst aber niemals vergessen, es hinter Dir wieder zu schließen. Die nächste Pony-Express-Station ist Middlegate. Bis dort sind es fast hundert Kilometer - eine gewaltige Tortour in der Wüstenhitze und keine Vegetation und kein Wasser. Ich empfehle Dir, auf etwa halber Strecke zu übernachten. Da gibt es am Highway ein Gebäude. Es ist das einzige auf dem Weg nach Middlegate. Für Dich und Dein Pferd ist es das beste, dort die heutige Tagestour zu beenden, glaube mir. Ich werde Dein Versorgungsfahrzeug dorthin bringen und es vor dem Haus abstellen. Dann melde ich Dich an. Und lass Dein Pferd unterwegs aus keiner Pfütze trinken!" 

Natürlich bin ich George für seine umfangreiche Hilfe sehr dankbar. Und diese Hilfe sollte noch weiter gehen: Während wir (Puschkin und ich) am nächsten Tag von diesem einsamen Haus auf dem Weg nach Middlegate sein würden, wollte er zusammen mit seiner Freundin sogar mein Versorgungsfahrzeug bis zur nächsten Pony-Express-Station bringen...

Es war heiß - sehr heiß! Und die Luft äußerst trocken. Sehr früh waren wir heute Morgen gestartet, und nun ist es bereits tiefer Nachmittag. Wie viele Gates hatte ich schon geöffnet und hinter uns wieder geschlossen? Ich hatte sie nicht gezählt. Wenn ich sie nicht aus dem Sattel öffnen und schließen konnte, stieg ich ab. Puschkin blieb einfach stehen. Er hatte es schnell gelernt. Er wartete, bis das Gate offen war, dann sagte ich: "Puschkin komm". Er ging hindurch und wartete auf der anderen Seite des Zaunes, bis ich wieder im Sattel saß. Dann marschierte er weiter.

 

Der Highway macht eine Biegung um einen langgestreckten Berg herum. Hinter der Biegung setzt er sich wieder schnurgerade fort. Und dort sehe ich tatsächlich in der Ferne ein weißes, flaches Gebäude. Rechts des Asphalt-Bandes. Als wir näher kommen, erkenne ich auch mein Versorgungsfahrzeug davor auf einer Parkbucht. Als wir noch näher sind, bleibt mir erst einmal der Mund vor Überraschung offen stehen: ein großes Schild mit eindeutiger Aufschrift ist zu sehen und eine rote Laterne hängt über dem Eingang des Hauses. "Ach du lieber Himmel - ein Puff!", geht es mir durch den Kopf. Das hatte George verschwiegen und damit hatte ich nicht gerechnet. Dann fällt mir ein: "Na klar. Nevada ist der einzige Bundesstaat, in dem so etwas hier in den Staaten erlaubt ist. Aber nicht in den Städten, sondern möglichst weit abseits in den Wüstengegenden." 

Ich stehe mit meinem Pferd vor dem Tor des Zaunes, der das Gebäude weiträumig umgibt. Ein Klingelknopf ist da. Ich drücke ihn zögernd. Die Haustür geht auf und ein Mädchen im knappsten Bikini kommt lächelnd heraus, uns beide hereinzulassen. Sie zeigt mir, wo ich mein Pferd lassen kann. Hinter dem Haus gibt es ein großes Wasserfass und Schatten. Ich sattele Puschkin ab und bringe einen Heuballen aus dem Versorger, während das Mädchen mein Pferd mit verzücktem Blick streichelt. Ich beneide ihn ein wenig - schließlich bin ich selbst weder Eunuch noch Wallach - und die Sehnsucht nach weiblichen Zärtlichkeiten hatte ich schon lange erfolgreich unterdrückt. Aber nun beschleunigt sich doch mein Herzschlag - jegliches Bemühen um Fassung schwindet bei diesem Lächeln und dem Anblick dieses fast unbekleideten Körpers.

 

Sie nimmt meine Hand und zieht mich in das Haus. Im Vorraum sind mehrere Sessel und Tische und Couches. Eine Bar dahinter mit einer Reihe Barhocker. Dort soll ich mich setzen. Was ich trinken möchte, sei für mich frei, sagt das Mädchen. Ich trinke ein Bier: eisgekühlt und ohne Schaum. Sie sitzt neben mir, ihr nacktes Knie berührt das meine - und ihr Lächeln ist eindeutig. Ich habe das Gefühl, dass sie genau weiß, was in mir vorgeht. Na klar, sie ist ein Profi.

 

Und sie heizt mich weiter an, als wir auf der Couch sitzen. Sie setzt sich so, dass noch mehr ihrer erbarmungslosen Weiblichkeit sichtbar wird. Ich ringe tapfer um Fassung, denn meine Reisekasse ist längst so leer, dass ich um jeden Dollar besorgt sein muss. Und nur die Getränke seien für mich frei, sagt sie. Einhundert Dollar will sie für ihre persönlichen Dienste. Das kann ich mir nicht erlauben. Verständnis für meine finanzielle Situation hat sie nicht. Da ist sie knallhart. Ich bitte um ihr Verständnis und frage, was sie denn tue, wenn sie mal keinen Mann hat.

Sie antwortet: "Dann nehme ich einen Vibrator."

"Aber dann lass mich doch heute Nacht Dein Vibrator sein!" Das lehnt sie entrüstet ab.

 

Also ziehe ich mich wieder an die Bar zurück und lasse ein sehr enttäuschtes Mädchen sitzen. Ich gebe zu, dass sie mir leid tut. Bestimmt zweifelt sie nun an ihrer weiblichen Anziehungskraft. "Aber das kann ich natürlich auch!", murmele ich trotzig und gehe zu Puschkin hinaus. Er steht vor einem der Fenster, aus dem inzwischen laute Musik und dazwischen seltsame, menschliche Laute hörbar sind. Gardinen gibt es nicht, so kann er deutlich sehen, welch seltsame Kämpfe dort auf dem Bett stattfinden. Was er wohl denkt? Ob er vielleicht ahnt, was dort geschieht - das sich so sehr von pferdischen Liebesspielen unterscheidet?

 

Nach einer schlaflosen Nacht sattele ich am Morgen Puschkin und wir brechen noch in der Dämmerung auf.
Wieder habe ich ein gefährliches Abenteuer unbeschadet überstanden...

 

 

Wer das gesamte Abenteuer des Rittes "Mit zwei Pferden um die Welt" erfahren möchte, benutze bitte folgenden Link für weitere Informationen und alle Dokumentationen. Denken Sie bitte daran: die wichtigsten Geschenktage des Jahres sind nicht mehr fern - und wer zuerst bestellt, bekommt noch mit Sicherheit ein Buch oder die DVD. Erfahrungsgemäß wird es zum Schluss immer sehr knapp mit den rechtzeitigen Lieferungen!

https://hufgefluester.eu/news/alle-buecher-des-weltumreiters-und-die-dvd-ueber-den-ritt-um-die-erde_3141

 

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28.10.2017 | 767 Aufrufe