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Ein weiteres Seeabenteuer

Wie ein Magnet zog mich mein damaliger Heimathafen (Hamburg) immer an, wenn ich nur irgendwo in der Nähe war oder auf dem Weg nach Norden vorbeikam. Beinah, als läge mein Anker noch immer dort im riesigen Hafenbecken oder am Elbufer. Dann wanderte ich durch die mir längst bekannten Straßen und Plätze: Landungsbrücken, Fischmarkt, Altona. Natürlich durfte St. Pauli nicht fehlen mit der Reeperbahn, der Großen Freiheit und der Herbertstraße. 

Nach so vielen Jahren und Besuchen - schwelgend in alten Erinnerungen - war es kürzlich wieder mal so. Und weil ich gegen Mittag Hunger bekam, suchte ich die alte Hafenkneipe auf, in der es immer so gemütlich war. Eine 'Finkenwerder Scholle' mit viel Speck und Krabben und Bratkartoffeln, dazu ein großes Bier. Das tat gut und ich fühlte mich um Jahrzehnte zurückversetzt. 

Da fiel mir am Nebentisch ein alter Mann auf, der verträumt durchs Fenster nach draußen sah und seufzend an seiner kalten Tabakspfeife saugte. Eine abgewetzte, marineblaue Joppe mit goldenen Knöpfen und Ankerprägung, eine Kapitänsmütze nebenan auf dem Fensterbrett. Er hatte eine seltsam beeindruckende Ausstrahlung, doch ich mochte ihn nicht ansprechen. Zunächst. 

Aber ein Streit zwischen weiteren Gästen im Gastraum brachte uns doch näher und ich erfuhr seine lange Geschichte, die mich nicht mehr loslässt:

Er war vor langer Zeit als Steuermann eines Fischtrawlers im Nordatlantik unterwegs, genau wie ich. Was mir erspart geblieben war, musste er erleben: Schiffbruch! Untergang seines Trawlers mit allen Kameraden. Ihm allein gelang es, sich auf den nahen Eisberg zu retten, mit dem sein Schiff kollidiert war. Wie er auf ihm in monatelanger Driftfahrt nach Süden überleben konnte, war schon ein unglaubliches Drama. Bis fast an den Äquator trieb es ihn, während sein Eisberg ihm langsam unterm Hintern wegschmolz. Schier im letzten Moment retteten ihn schwarze Fischer an der afrikanischen Westküste. Er glaubte, nun dem Tod entkommen zu sein. 

Doch auf dem Weg in die nächste Stadt mit deutscher Botschaft und Flughafen fiel er in die Hände arabischer Sklavenjäger und wurde ins Landesinnere verschleppt. Aber nicht er allein sollte auf dem Sklavenmarkt von Timbuktu verkauft werden, sondern mit ihm viele schwarze Mädchen aus dem weit entfernten Dschungel. Alle Einzelheiten und die weitere Geschichte kann ich hier unmöglich berichten. Nur soviel, dass sie ziemlich blutig weitergeht und auch einige erotische Erlebnisse beinhaltet. 

Ich war von dieser Geschichte so beeindruckt, dass ich gar nicht mehr wissen wollte, ob sie nun wahr oder Seemannsgarn ist. Alle Einzelheiten habe ich in diesem Buch niedergeschrieben:

Eine Leseprobe und Informationen zum Erwerb von Buch, Ebook, und Hörbuch findet man unter diesem Link im Internet: https://hufgefluester.eu/news/alle-buecher-des-weltumreiters-und-die-dvd-ueber-den-ritt-um-die-erde_3141

 

14.10.2017 | 1134 Aufrufe