1. Anekdote vom Ritt um die Welt

Hinein ins Land der endlosen, meist unbewohnten Steppen: Kasachstan!

Grenzabfertigung im Steppensand. Eine winzige Station auf russischer, und gar keine auf kasachischer Seite. Abseits von viel frequentierten Autostraßen langweilen sich die Grenzer. Um nach Kasachstan einzuklarieren, müssen wir in das nächste kasachische Dorf. Und dort möchten die Beamten, dass wir ein paar Tage bleiben, weil es morgen ein Fest mit Reiterspielen geben soll.

Informationen aus der Bevölkerung besagten , dass Kasachstan endlos flach und in weiten Teilen unbesiedelt ist. Es wäre mit ständigen, heftigen Winden aus Ost zu rechnen und Süßwasser gäbe es oft über hunderte Kilometer nicht. Um die Pferde zu schonen, war also ein Begleitfahrzeug wichtig.

Gleich am ersten Tag in Kasachstan erleben wir die Folgen der ungebremsten Stürme aus Osten. Sie reißen große Krautbüsche los und treiben sie in gewaltigen Mengen über die Steppe. Die Pferde geraten in Panik, möchten fliehen und galoppieren in wahnsinnigem Tempo, weichen im Zickzack aus oder springen darüber. Und das alles mit Handpferd! Aber ich sitze inzwischen sicher im Sattel und wir überstehen gemeinsam die Gefahr, die wir noch oft erleben werden. Erst, als wir nach vielen Kilometern die nächste 'Totschka' (einsame Kolchosstationen) erreicht haben, ist die Gefahr vorüber.

Endlich durfte ich wieder im Sattel sitzen, immer ganz nah bei meinen Pferden sein , und neben den Straßen in der Steppe reiten:

Nur die Pferde und ich, gemeinsam allein in der Natur, denn das Begleitfahrzeug sehen wir erst am Abend wieder. Eine herrliche Art der Fortbewegung, wenn es keine Stürme gab.

 

17.02.2022 | 26793 Aufrufe