1. Fortsetzung zu: "Schon davon gehört?..."

"Die Suche nach geeigneten Pferden"

Das war für mich von größter Wichtigkeit. Ich wusste, dass es schon vereinzelt auch große Wanderritte gegeben hatte, wie z.B. quer durch Kanada, oder von Frankreich nach Jerusalem. Allerdings wunderte ich mich, dass es manchmal mit Pferden geschah, die aus gesundheitlichen Gründen nach meiner Meinung nicht gewählt werden durften.

Das wollte ich gezielt anders machen. Von Beginn an war es mir wichtig, mit Pferde zurückzukehren, die trotz aller Strapazen gesund und unbeschadet sein würden. Da ich noch kein Pferdebesitzer war, konnte ich mir ja die "richtigen" aussuchen. Also wälzte ich ein Buch mit der Beurteilung unterschiedlichster Pferderassen.

Jedenfalls sollten es zwei sein, weil Pferde als Herdentiere nur wirklich glücklich sein können, wenn sie einen Artgenossen an der Seite haben. Dann durften sie aufgrund zu erwartender körperlicher Belastungen nicht zu alt sein. Außerdem natürlich kerngesund und robust, leichtfuttrig und nicht zu groß. Schließlich maß ich selbst nur 170 cm und in zu erwartenden Gebirgen haben kleinere Pferde wichtige Vorteile.

Die Beurteilung von "Huzulen" aus den rumänischen Karpaten beeindruckte mich am meisten. Vor allem auch, weil sie von Kennern "Bergtarpan der Waldkarpaten" genannt wurden. Der Tarpan war das leider nicht mehr im Original vorhandene Wildpferd des eurasischen Nordens. Also hat der Huzul einen ordentlichen Anteil von Wildpferdblut in seinen Adern. Damit erfüllte diese Rasse genau das, was ich glaubte, wählen zu müssen.

Um gegen Mitte der 1990er Jahre Huzulen in Mitteleuropa zu finden, schien unmöglich. Diese Rasse wurde im 2. Weltkrieg fast ausgerottet und weitgehend vergessen. In Deutschland kannte sie fast niemand mehr. Wie eine Fügung musste es also angesehen werden, dass mir tatsächlich in Bayern ein Geschwisterpaar angeboten wurde, welches auf dem rumänischen Staatsgestüt "Lucina" gezogen worden war: Der Wallach "Puschkin", 7 Jahre, und seine Schwester "Panca", 5 Jahre alt. Dunkelgrau bis braun, wacher, kluger und selbstbewusster Blick, 142 cm Stockmaß, kerngesund.

Als ich sie zum ersten Mal sah, verliebte ich mich sofort in beide. Allerdings unterschätzte ich das besondere Selbstbewusstsein Puschkins. Er war zwar sehr klug und mutig, hatte aber seinen eigenen Kopf. Das war auch der Grund, weshalb alle übrigen Interessenten abgesprungen waren. Für mich aber sollte gerade er der wichtigste Partner werden...

21.11.2021 | 184 Aufrufe