Fast wie im Erste Hilfe Kurs

Bewegungstrainerin Nadja Eichholz verbesserte mit einfachen Übungen den Reitersitz

 

Allerlei Materialien standen zur Verfügung. So konnte Bewegungstrainerin Nadja Eichholz auf die Probleme jedes einzelnen Reiters eingehen. Fotograf: Rainer Gühne

 

„Klack-Klack“ hörte man es am letzten Februarwochenende auf der Reitanlage Eberl in Zillhofen. Doch das Geräusch kam nicht vom klappernden Hufen sondern es wurde von Reitern verursacht, die auf einem Stuhl mit beweglicher Sitzfläche hin- und herwippten – dem Balimo. Eine davon war Ilona Gühne, die vorsichtshalber erst mal einen Tag mitmachte. Zuerst schaute sich Bewegungstrainerin Nadja Eicholz die Springreiterin beim Reiten an. Dann ging´s auf den Balimo-Hocker. Gühne war erst einmal erstaunt wie wackelig die Sitzfläche ist, freute sich dann aber. Denn relativ schnell schaffte sie es die Sitzfläche mit ihrem Becken so weit nach vorne, hinten oder zur Seite zu bewegen, dass die Holzfläche der Sitzfläche an einen Rahmen stieß und es „Klackte“.

 

Lockere Schultern: Ilona Gühne muss mit überschlagenen Beinen den Arm links und rechts von sich auf der Matte ablegen. Die Augen folgen der Bewegung. Fotograf: Rainer Gühne

 

Auf den Erfolg und das Lob der Trainerin folgte aber schnell die nächste Herausforderung: Denn ein zu lockeres Becken kann das Pferd genauso stören wie ein zu festes Becken - nämlich dann wenn die Bewegung im Oberkörper nicht weiter kommt. Also folgten hier spezielle Übungen, um den Oberkörper auch noch beweglicher zu bekommen. Los ging es mit Turnübungen auf der Matte. „Das hat ja irgendwie was von der stabilen Seitenlage im Erste-Hilfe-Kurs“, lachte Gühne, die den Arm nach vorne und hinten bewegen solle. Und siehe da, bald schon kam ihr Arm dahin wo er hin sollte.

Nun ging es wieder auf´s Pferd. Schließlich soll der Reiter ja fühlen was sich verändert hat. Und das ist bei Ilona Gühne einiges. „Ich viel stabiler und ruhiger im Sattel“, freut sich die Pferdebesitzerin. Aber das reicht der ehrgeizigen jungen Frau natürlich noch nicht. Also geht es wieder zurück auf die Matte. Jetzt sollen die Rücken-/und Bauchmuskeln trainiert werden. Mit dem Bauch liegt die 41-Jährige auf einem runden Luftkissen und bewegt immer schön Arme, Kopf und Beine hoch. Die sportliche Projektmanagerin kommt hier trotz Temperaturen um den Gefrierpunkt schnell zum Schwitzen. Doch es lohnt sich. Denn wieder im Sattel, fühlt es sich nochmal besser, ruhiger und stabiler an. „Und siehe da, auch dem Pferd scheint´s zu gefallen und er läuft schön locker über den Rücken“, strahlt die Pferdefreundin. Aber auch auf dem Pferd kann man wieder was verbessern. So gab es noch die Franklin Mini Rolle unter Po. „Danach fühlt man sich, als würde der Po in den Sattel hinein verschwinden. Tolles Gefühl!“, freut sich Gühne und hat sich gleich für den zweitägigen Kurs im November angemeldet.

 

Straffer Bauch: Ilona Gühne liegt mit dem Bauch auf einem Kissen und muss dabei Kopf und Beine heben. Fotograf: Rainer Gühne

 

Auch Steffi Tonhauser nimmt alle halben Jahre am Bewegungstraining mit Nadja Eichholz teil. Zu verbessern gibt es schließlich immer etwas weiß die Dressurreiterin und Ausbilderin. Diesmal hat ihr Nadja Eichholz etwas Neues mitgebracht. Steffi bekommt einen Gummigürtel umgelegt – erst um den Oberkörper, danach um die Beine. „Die Erfahrung mit dem Gürtel fand ich toll, weil sich zuerst das Becken und die Beine sortieren mussten als ich ihn trug und als ich den Gürtel wieder ablegte spürte ich wie sich mein Oberkörper sortieren muss“, sagt die begeisterte Dressurreiterin, die dann wieder mal begeistert war mit welch feinen Hilfen sich ihr Pferd Lili Marleen dann reiten ließ. „Ich konnte sie ganz einfach mit meinem Sitz von hinten nach vorne an den Zügel reiten und sie war ganz leicht im Genick und sogar Lektionen, die dem Paar sonst noch schwer fallen, gingen plötzlich ganz leicht.“

Neben den regelmäßigen Sitzschulungen Im Februar und November mit Nadja Eichholz bietet das Team-T-Weichs auch Reitunterricht für Anfänger und Fortgeschrittene an. Aktuelle Informationen stehen unter www.team-t-weichs.de.

 

Autor: Andrea Tölle

 

Lachen trotz Schmerzen: Steffi Tonhauser lockert die Oberschenkelmuskeln mit einer Black Roll. Fotograf: Rainer Gühne

 

Lachen trotz Schmerzen: Steffi Tonhauser lockert die Oberschenkelmuskeln mit einer Black Roll. Fotograf: Rainer Gühne

 

Nach dieser Übung geht man wie auf Federn. Gymnastik für die Füße wird oft vernachlässigt. Fotograf: Rainer Gühne

 

„Aufgeräumt“: Durch die Gurte erfährt der Körper ein neues Bewegungsmuster und muss sich neu sortieren. Fotograf: Rainer Gühne