Fortsetzung 1  für "Bücher selber drucken, binden und auf den Markt bringen".

 

Druckereien, die im Digitalverfahren jede gewünschte Menge (schwarz-weiß oder/und farbig) drucken, sind zahlreich überall vertreten, das wusste ich. Meist haben sie auch Maschinen, die in der Lage sind, alle Blätter eines Buches im Klebeverfahren zu binden und mit einem Softcover-Umschlag zu versehen. Anschließend exakt schneiden - fertig ist das Buch. So machen es ja auch die "books on demand-Verlage". Aber die kümmern sich noch auf Wunsch um die Cover-Gestaltung und die Beschaffung der ISBN - jener Nummer, unter der jeglicher Titel weltweit gefunden werden kann.

 

Und was, wenn ich in der Lage bin, das Cover selbst zu gestalten und die bedruckten Blätter selbst im Klebeverfahren zu binden? Schließlich wollte ich keine Taschenbücher produzieren, sondern dauerhafte Hardcover-Ausgaben anbieten. Das macht zwar erheblich mehr Arbeit, aber Zeit war für mich zweitrangig.

 

Also fuhr ich nach Hamburg und ließ mich bei einem Bindereibedarfs-Großhandel beraten. Der hat auch jene Maschinen im Programm, mit denen man sich die Arbeit erheblich erleichtern kann - in kurzer Zeit große Mengen binden - aber auch alle Materialien für die Handfertigung. Mit einer Grundausstattung im Kofferraum, fuhr ich nach Hause: zwei verschiedene Leime für die Rücken- und Deckelverklebung, Leimpinsel, exakt auf Maß geschnittene Buchbinderpappe, dünne Pappe für den Rückenschrenz, Buchbindergaze, Vorsatzpapier und selbstklebende Schutzfolie.

 

Eine Digitaldruckerei in der Nähe war leicht gefunden. Aber auch hier gilt: Je größer die bestellte Menge, umso preiswerter. Der Text meines zweiten Buches befand sich auf einem Stick. Eingespeist in die große Maschine, wurden tausende Blätter gedruckt: beidseitig, mit Seitenzahl versehen und sortiert. Zuhause brauchten sie nur noch blockweise mit Vorsatzpapier versehen, zusammengepresst und mit Leim bestrichen, Gazestreifen drüber, nochmal verleimt und mit Vorsatzpapier abgedeckt werden. Dann kamen immer zehn Rohbücher ohne Einband für ein paar Tage in eine selbstgebastelte Presse zum trocknen.

 

Der nächste Schritt zeigte, wie wichtig eine Druckerei in der Nähe ist, denn nun müssen die Rohexemplare ohne Einband geschnitten werden, denn kein vorgeschnittenes Papier ist exakt gleich mit dem anderen. Mit den großen, hydraulischen Schneidemaschinen einer Druckerei ist es ein Kinderspiel und das Ergebnis gibt Hoffnung auf ein gelungenes Buchexemplar...

 

 

In Fortsetzung 2 erkläre ich den nächsten Schritt:

Die Produktion der Hardcover-Einbände meiner Bücher.

31.08.2017 | 2990 Aufrufe