Fortsetzung 2 für "Buchdruck in Eigenproduktion" 

Auf den Bildern von "Fortsetzung 1" sind zwei Hilfsmittel zu sehen, die es bei keinem Lieferanten gibt. Ich habe sie selbst erdacht und gebastelt. 1. eine variable Klemmvorrichtung für den Blattsatz unterschiedlich dicker Bücher. Mithilfe von handelsüblichen Klammern werden hier die noch losen Blöcke fest zusammengehalten und auf der Rückenseite mit Leim bestrichen. 2. dann auch an der Verleimung zusammengepresst, mit einem Gazestreifen und einem Streifen Vorsatzpapier überklebt, und 3. nach kurzer Antrocknung Gaze und Überpapier auf beiden Seiten beigeklebt und in der Presse für zwei bis drei Tage getrocknet. Zwei in einem Gestell fixierte Schraubzwingen bilden die Buchpresse.

 

Nachdem ich mehrere hundert Rohbücher auf diese Weise produziert hatte, machte ich mir Gedanken um weitere Sparmöglichkeiten. Immerhin musste ich jedes Mal mindestens hundert Bücher ordern, um einen kleinen Gewinn am verkauften Buch zu erzielen. Digitaldruckereien haben große, für mich unbezahlbare Anlagen zum Drucken. Einfache Drucker, die am PC hängen, sind für größere Auflagen ungeeignet. Eine Tonerkartusche ist schnell leer und sie ist teuer. Da gibt es nur eine Lösung: ein Kopiergerät, das größere Auflagen zu moderatem Preis verkraftet. Auch das war zunächst eine Investition, aber nun durften auch Kleinstauflagen jederzeit realisiert werden. Für die wenigen Farbdrucke innerhalb der Bücher und für die Cover genügte ein Farbdrucker am PC.

 

Um dekorative und aussagekräftige Cover herzustellen, wie sie zum Beispiel bei meinen Büchern zu sehen sind, genügen geeignete Fotos, ein Bildbearbeitungsprogramm im Computer und ein Farbdrucker. Die Ausdrucke müssen mit einer transparenten und selbstklebenden Schutzfolie versehen werden. Die gibt es auf Rollen beim Händler. Das Aufkleben erfordert ein wenig Übung. Um Blasenbildung zu verhindern, hilft eine mit weichem Filz umhüllte Spachtel. Mit ihr erreicht man die endgültige Haftung, eventuelle kleinere Blasen und Falten zwischen Folie und Farbdruck werden weggestrichen.

 

Ein weiteres Hilfsmittel dient nun der Fixierung des durch die Folie geschützten Coverbogens. Ein exakt in rechtem Winkel klappbarer Bügel bringt Hilfe bei der richtigen Positionierung der Buchdeckel aus 2mm starker Buchbinderpappe. Der Abstand der Deckel zueinander wird von der Dicke des einzuklebenden Buches vorgegeben. Dann Deckel verleimen und andrücken, Coverbogen mit eingeklebten Deckeln entnehmen und den vorgeschnittenen Rückenschrenz exakt zwischen die Deckel kleben.

 

Jetzt müssen nur noch die überstehenden Randstreifen des Coverbogens an den vier Ecken beschnitten, mit Leim bestrichen und umgeklebt werden. Fertig ist der Buchdeckel.

 

In Fortsetzung 3 erkläre ich den letzten Schritt:

Fertigstellung eines Hardcover-Buches in Eigenproduktion

Die komplette Erklärung bis zum fertigen Buch finden Sie unter dem Link: https://hufgefluester.eu/forum/forum-von-weltumreiter-manfred-schulze/buecher-selbst-drucken-und-binden_2344

03.09.2017 | 963 Aufrufe