Fortsetzung 3 für "Buchdruck in Eigenproduktion"

 Auf die vorher beschriebene Weise ist es durchaus möglich, ein einziges Buch aufzulegen und wenn sein Umfang Normalmaß hat, also bis zu 300 Seiten etwa, genügt für den beidseitigen Ausdruck der Seiten bestimmt ein tüchtiger, handelsüblicher Drucker am PC. Auch drei oder fünf Bücher wird er wohl schaffen und damit die Möglichkeit bieten, besten Freunden zur Beurteilung entsprechende Exemplare weiter zu reichen oder gar einem Verlag vorzulegen.

 

Bei der Papierwahl gibt es im Handel vielfältige Möglichkeiten. Der Drucker oder Kopierer engt die Auswahl ein. Für Inkjet- oder Laserdruck, einseitigen oder beidseitigen Druck, für farb- oder schwarz-weiß-Druck. Soll die Bildqualität hochwertig sein, wählt man besser kein Billigpapier und die Papierstärke sollte wenigstens 100 Gramm/qm sein.

 

Das Rohbuch ist trocken und kann der Presse entnommen werden. Die Rückenverklebung ist exakt im Winkel und glatt. Aber an den anderen drei Seiten sieht man die Ungleichheit der Blätter, egal wie viel Mühe man sich beim Aufstoßen des Blattsatzes gegeben hat. Ein exaktes Beschneiden gelingt weder mit Messer noch irgendeiner Schere. Hierfür ist ein leistungsfähiger Hebelschneider oder die hydraulische Schneidemaschine einer Druckerei nötig.

 

Weil ich nach und nach auf tausende Exemplare komme, habe ich mir einen Hebelschneider aus einer Konkursmasse zugelegt. Neue Geräte dieser Art kosten halt mehr als 1.000 Euro. Er schneidet Blattsätze bis zu 40mm Dicke. Damit die festen Buchdeckel das Rohbuch überragen, hat es rundum 2mm weniger Außenmaß. Nun kann es eingeklebt werden. Doch bitte nicht verkehrt herum!: wenn ich ein Buch aufschlage, sollte schließlich der Buchanfang sichtbar werden und nicht das Ende.

 

Eine Seite Vorsatzpapier Einleimen - im angesetzten Buchdeckel genau ausrichten damit es gerade und gleichmäßig eingeklebt ist! - Andrücken. Die Gegenseite ebenso. Das erfordert ein wenig Geduld und Übung. Nach dem Einkleben geht es noch einmal in die Presse, denn der Leim ohne Lösemittel enthält viel Wasser, es lässt Papier und Pappe aufquellen. Ohne vollständige Trocknung in der Presse wäre das Endergebnis sehr unansehnlich.

 

Mir ist klar, dass diese vierseitigen Ausführungen dieser ziemlich speziellen Arbeit trotz anhängender Bebilderung kaum ausreichen können, alle Schritte exakt nachzuvollziehen. Deshalb biete ich interessierten Leserinnen und Lesern weitere Hilfen an. Wer genauere Hinweise benötigt, soll sich nicht scheuen, mich per Telefon oder Internet zu kontaktieren. Auch, wenn es um die Verlegung von Ebooks und Hörbüchern geht, kann ich aufgrund eigener Erfahrungen weiterhelfen.

07741-9678584, oder 01577-9552237, oder manfred@weltumreiter.de 

Mit diesen Ausführungen soll den etablierten Druckereien und Bindereien keineswegs Arbeit weggenommen werden. Es könnte vielleicht sogar zu mehr Arbeit führen, wenn erste Schritte von künftigen Autoren zu hohen Auflagen führen, die selbst nicht mehr bewältigt werden können. Schließlich haben digitale Buchproduktionen wie Ebook und Hörbuch das gedruckte Exemplar keineswegs vom Markt gefegt, wie zunächst befürchtet.

 

Mein Wunsch ist, dass sich die Leser dieser Ausführungen an einer Diskussion beteiligen,

und zwar hier in diesem Forum. Scheuen Sie sich bitte nicht, Fragen zu stellen oder um fachliche Hilfe zu bitten: die ersten Schritte sind schwer, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Ich brenne darauf, mein Wissen weiterzureichen.

 

07.09.2017 | 2799 Aufrufe