Internationale Deutsche Meisterschaften der Kavallerie

Thüringeti zum zweiten Mal Schauplatz eines ganz besonderen Championats

 

Thrüringeti-Hausherr Heinz Bley (l.) u. Peter Lachenmayer (r.), erster Vorsitzender des Deutschen Kavallerieverbandes, freuen sich schon auf das außerordentlich spannende Event der Internationalen Deutschen Kavalleriemeisterschaften vom 13. bis 15. September in Crawinkel. Foto Agrar GmbH Crawinkel

 

 

Crawinkel. Bevor sich Pferdefreunde aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland vom 3. bis 5. Oktober im thüringischen Crawinkel zur 6. Thüringeti-Auktion treffen, ist der knapp 1.500 Einwohner zählende Ort rund 20 Kilometer südlich von Gotha Schauplatz einer anderen Veranstaltung, die wahrscheinlich ebenso viele Pferde-Interessierte anlocken dürfte. Denn vom 13. bis 15. September werden auf dem Gelände der Agrar GmbH Crawinkel die 5. Internationalen Deutschen Meisterschaften der Kavallerie ausgetragen.

 

Ausrichter der Veranstaltung, zu der Reiter und Pferde aus Großbritannien, der Schweiz, Polen, Österreich und Deutschland erwartet werden, ist der Deutsche Kavallerieverband. Das umfangreiche Prüfungsangebot spiegelt so ziemlich alle Anforderungen wider, die das militärische Reiten zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu bieten hatte. Vom Gruppengeländeritt über feste Hindernisse über Prüfungen im Lanzen- und Säbelgebrauch bis hin zu Jagdspringen, Dressurprüfungen und Gruppenexerzieren. Ein Höhepunkt dürfte am Samstagabend das Schauprogramm werden. Hier treten rund 150 Teilnehmer mit ihren Pferden auf, unter anderem auch das Trompeterkorps der Heidedragoner aus dem niedersächsischen Uetzingen. Präsentiert wird hier auch das in den Commonwealth-Staaten sehr populäre „Tent Pegging“, bei dem der Reiter aus vollem Galopp mit einer Lanze ein kleines am Boden liegendes Zielobjekt aufspießen und über eine vorgeschriebene Strecke transportieren muss.

 

Schwerpunktmäßig beschäftigt sich der Kavallerieverband mit dem militärischen Reiten zwischen den Jahren 1890 und 1914. Denn in dieser Zeit veränderten sich Aufgaben und Anforderungen an die Militärreiterei durch neu kriegstechnische Erfindungen enorm. So wurden damals schnellere, ausdauerndere und geländegängigere Pferde benötigt, was letztendlich zur Zucht des modernen Warmblüters führte. Auch die Anforderungen an die Ausbildung von Reiter und Pferd stiegen, was schließlich in der legendären Heeresdienstvorschrift Nummer 12 (HDV 12) mündete, die zur Grundlage der heute gültigen Ausbildungslehre der Richtlinien für Reiten und Fahren wurde.

 

Das weitläufige Gelände des einzigartigen Naturschutzprojektes Thüringeti, bei dem rund um Crawinkel auf etwa 2.500 Hektar 600 Pferde und 300 Rinder 365 Tage im Jahr unter freiem Himmel leben, bietet für die Veranstaltung ideale Rahmenbedingungen.

 

Weitere Informationen: https://www.kavallerieverband.de oder

http://www.agrar-crawinkel.de/thueringeti.html

 

 

Thom Hartwig