Huzulen als Holzrücker?

 

 

Nachdem durch zwei Weltkriege die Population der Huzulen fast ausgerottet war, wächst nun endlich ihre Verbreitung wieder. Diese Pferderasse, durch asiatische Deserteure vor Jahrhunderten in den Bergwäldern der Karpaten mit ihren kriegsmüden Besitzern niedergelassen, und in halbwilder Zucht vermehrt, findet immer mehr begeisterte Freunde. 

Das kann Kenner dieser Rasse nicht verwundern, denn es handelt sich um sehr intelligente Tiere mit natürlichem Herdenverhalten und besonderer Arbeitswilligkeit. Dabei sind sie ganz nebenbei auch noch besonders leichtfuttrig und absolut winterhart. Eine Stallbox oder wärmende Decken bei extremen winterlichen Temperaturen im Freien, sind für Huzulen fehl am Platz. Offenstall und viel Bewegungsfreiheit ist das, was sie ganzjährig lieben und benötigen. 

Wer sich ihnen mit Zuneigung und Geduld nähert, wird schnell eine besondere Anhänglichkeit erleben. Dabei zeichnen sie sich durch eine Immunstärke aus, die jedem Veterinär besorgt in seine Zukunft blicken lässt. Und die Beschaffenheit ihrer Hufe lässt regelmäßig die Augen von Hufschmieden und Hufpflegern erstrahlen. 

Huzulen zählen aufgrund ihrer Größe zu der Gruppe der Ponys, sind also für den klassischen Spring- oder Dressursport wenig geeignet. Wer aber zum Beispiel seine Freizeit als Wanderreiter mit ihnen verbringen möchte, wird ein glückliches Lächeln nicht lange aus seinem Gesicht verbannen können. 

Und nun kam Andrea Reiner aus Diesdorf sogar auf die Idee, ihren Huzulenwallach Nebo (6) und die Stute Jerma (10) als Holzrückepferde einzusetzen. Auch dazu gehört natürlich eine Ausbildung mit Geduld, doch auf diesen Bildern zeigt sich deutlich, wie aufmerksam und willig beide sind. Natürlich dürfen es bei Pferden mit einem cá. 400kg-Körpergewicht keine tonnenschweren Hartholzstämme sein. Doch so eine Kiefer über den Waldboden zu ziehen, und noch dazu in einer solchen Geschwindigkeit, würde schon die Kraft mehrerer Männer erfordern. Oder eines Traktors...

 

via Weltumreiter Manfred Schulze

 

Und hier noch der Film, wie man mit Huzulen auch wunderbar auf Reisen gehen kann: