Ein ungewöhnliches Jahr, das im Reitsport auch beim Reitverein Thierhaupten herrschte, geht zu Ende.  Es  hat den Verein gezwungen fast alles einzustellen und herunterzufahren, was diese so lebhafte und vielseitige Natur-Sportart ausmacht. Auf Turnierveranstaltungen, Meisterschaften, Zuchtschauen, Seminare, Lehrgänge, Kurse, Tagungen und Sitzungen, Sonderveranstaltungen, wie Reitertage für Kinder und gesellige Treffen musste verzichtet werden. Der gesamte Reitunterricht für Kinder und Erwachsene wurde von heute auf morgen im Frühjahr eingestellt. Pferdebesitzer mussten auf Hilfe bei der Pferdebetreuung verzichten.  Auch Angehörige der Pferdesportler und Besucher auf der Reitanlage waren komplett untersagt worden. Jeden Tag andere Auflagen – Verunsicherung pur!

 

Die Teilnahme der Reitsportler an Wettbewerben war zwar möglich, aber aufgrund der Auflagen für Vereine waren Veranstaltungen und Wettbewerbe nur sehr schwer durchzuführen und auch finanziell schlecht planbar.

 

Foto: Hildegard Steiner

 

Im Spätherbst einen zweiten „Lockdown“ durchhalten zu müssen, konnte und wollte man sich eigentlich nicht vorstellen. Außer bei den Pferden Positives zu finden, aus gemachten Erfahrungen zu lernen und Resümee über dieses Jahr zu ziehen fällt schwer. Auch beim Umgang mit den Pferden selbst, gab es etliche zusätzliche neue Herausforderungen. In der Pferdezucht wird es sicher ausbildungsmäßig ebenfalls Probleme und Verzögerungen gegeben haben.

 

Dem Reitverein Thierhaupten war es erstmalig verwehrt im Jahr 2020 reitsportlich in gewohnter Weise aktiv zu sein. Der Spaß und die Freude mit Pferden beschränkte sich auf den Umgang mit ihnen, was zweifellos seinen Vorteil für Pferd und Reiter haben konnte. Die Förderung der Jugend war jedoch ein besonderes Problem. Im Frühjahr musste der Reitsportunterricht komplett für Kinder/Jugendliche und auch Erwachsene heruntergefahren werden. Trainings waren nicht mehr möglich.  Die geplanten Veranstaltungen und Turniere wie das „Christi Himmelfahrtturnier (4 Tage) und das WBO-Turnier (2 Tage), wurden zwar organisatorisch vollkommen vorbereitet, um eventuell kurzfristig doch noch antreten zu können, mussten letztendlich aber doch gestrichen werden. Diese ehrenamtliche Arbeit war demnach vollkommen umsonst gewesen.

 

Foto: Hildegard Steiner

 

Über die Absage der geplanten Reitertage waren Kinder und Jugendliche besonders traurig. Von der Mitgliederjugend  und deren Eltern, von denen einige sehr unterstützend mitgeholfen haben das Ponyprojekt der „Pony- und Inklusionsgruppe“ am Leben zu erhalten, war vieles abverlangt worden.  Den Sommer über konnte zwar eingeschränkt und unter vorgegebenen Hygienevorschriften eine Zeitlang wieder Unterricht angeboten werden, aber die Unsicherheit war groß. Seit November macht dem Unterricht nun wieder der neue „Teil-Lockdown“ zu schaffen. Demnach darf Einzelunterricht nur im Außenbereich, nicht mehr in den Reithallen durchgeführt werden, was wetterabhängig und für Anfänger  und Kinder/Jugendliche aus Sicherheitsgründen fast nicht mehr möglich ist.  Die Übungsleiter versuchen allem gerecht zu werden, tragen privat die Kosten für die Schulpferde und versuchen trostreiche Worte für Schüler und Eltern zu finden. 

 

Die 1. Vorsitzende Hildegard Steiner freut sich, dass die meisten dem Verein treu geblieben sind, wenn es dennoch in diesem Jahr mehr Kündigungen als in den vergangenen Jahren gegeben hat. Durch die reitsportlichen Einschränkungen musste auf weitgehende Neuzugänge, die die Mitgliederzahl immer in Balance hielt, mehr denn je verzichtet werden. Die „Corona-Pandemie“ diktierte das Geschehen am Reiterhof, trug zu umfangreicher Verunsicherung bei allen Reitsportlern bei und nicht alle Regeln waren nachvollziehbar. Dass bei dieser Sportart auch der Tierschutz eine Rolle spielt, war jedem klar und dennoch gab es viele Ängste. Die Frage stellte sich bei  Pferdebesitzern: „Was wird wenn dieser in Quarantäne muss, wer versorgt l dann sein eventuell schwieriges sensibles Pferd“ Veränderungen  bei Pferden, was die Bezugspersonen und überhaupt spontane Veränderungen angeht, ist kein leichtes Unterfangen, benötigt Zeit und kann bei unsicher gewordenen Pferden zu enormen gesundheitlichen Problemen führen.

 

Foto: Hildegard Steiner

 

Die  Gesundheit der Menschen hat natürlich oberstes Gebot,

aber die Sorge um die Pferde schlug zusätzlich aufs  Gemüt. Der Umgang untereinander war schwieriger geworden. Die Reitanlage Meir hat alles getan um diese Zeit für ihre Einsteller und Reitsportler so gut wie möglich durchzustehen.

 

Foto: Hildegard Steiner

 

Das Jahr 2021 ist beim Reitverein Thierhaupten trotz allem wieder in Vorbereitung.  

Man steht in den  Startlöchern und hofft auf einen baldigen normalen Sportbetrieb. Bei den Wettbewerbsveranstaltungen soll es im Mai an Christi Himmelfahrt  ein Dressur- und Springturnier und im Juni ein Breitensport-LPO/WBO-Reitturnier geben. Auch ein Westernturnier Ende Juli ist geplant. Ob es Reitertage und Veranstaltungen wie Trainingstage, Reitertage für Kinder und Jugendliche geben kann wird sich zeigen und könnte dann kurzfristig organisiert werden. Wie es im  September und letzten Quartals des Jahres für weitere Veranstaltungen und einer Weihnachtsvorstellung im Dezember aussehen könnte  ist der Verein offen und den gegebenen Umständen gemäß abwartend.

 

 

Lara Merk.Foto: Hildegard Steiner

 

Zum  Abschluss dieses ungewöhnlichen  Jahres 2020 kann man nur hoffen, dass es bald besser werden kann und ein gewisses  Stück an  Leichtigkeit des Lebens mit den Pferden zurückkommt.

 

 

Alle Informationen über Aktivitäten können auf der Website des Vereins

www.reitverein-thierhaupten.de

 

 

 

Foto: Hildegard Steiner

 

 

 

           

Hildegard Steiner  

Reitverein Thierhaupten//Ötz e.V.