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Das Buch „Dschingis Khans Tochter - Erinnerungen eines Abenteurers“

So viele Eindrücke waren während der viereinhalb-jährigen Reise auf den Abenteurer eingestürmt, die er alle zunächst zwar wahrnehmen, aber nicht endgültig einordnen konnte.
Mehrere Jahre des Verarbeitens waren notwendig, um wirklich zu begreifen, was mit ihm und um ihn herum geschehen war.
Viele Erkenntnisse öffneten ihm die Augen, ließen ihn seelisch reifen und sind voller Mystik.
Aber es gab unterwegs auch Begebenheiten, von denen er bisher niemals sprach, von denen er nicht sprechen konnte.

Nun scheint die Zeit reif für bewegende Offenbarungen und Erinnerungen.

ISBN 978-3-00-033305-7, 210x150x16 mm, hardcover, 185 Seiten, Gewicht: 390 Gramm.

Preis: 19,50 Euro

Interesse? Buch jetzt hier bestellen: manfred@weltumreiter.de

 

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 Eine exotische Romanze zwischen Glück und Schmerz.

 

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Diese Ausgabe ist als Ebook erschienen:
ISBN 978-3-944416-12-0 im Epub-Format bei Libreka und angeschlossene Portale

und bald als Hörbuch:
ISBN 978-3-944416-04-5 im MP3-Format bei Bookwire und angeschlossene Portale
und dann auch in physischer Form auf USB-Stick oder CD-Rom im MP3-Format.

 


 

Das Hörbuch "Dschinigs Khans Tochter - Erinnerungen eines Abenteurers"

ist ab sofort bei "bookwire.de" und allen angeschlossenen Hörbuchportalen unter der ISBN 978-3-944416-04-5 zum downloaden bereitgestellt.
In 7,14 Stunden Laufzeit erleben Sie diese berührende Geschichte während langer Reisezeiten oder mit geschlossenen Augen.
Eine ungekürzte Autorenlesung mit weiblicher Unterstützung durch Mayla Theiss.
Der downloadpreis beträgt 9,95 Euro, das Format ist MP3.
Eine Version in physischer Form ist auf Anfrage lieferbar: 6 x CD-R in dekorativer Verpackung oder auf USB-Stick = manfred@weltumreiter.de.


Leseprobe: 

"Dschingis Khans Tochter - Erinnerungen eines Abenteurers"


"AUF DEM WEG NACH PEKING

Wieder müssen wir eine Nacht in Erlian verbringen, bevor wir am nächsten Tag Richtung Peking aufbrechen können. Wir schlendern durch die Straßen, da sieht Muuggi einen kleinen Friseurladen. „Oh, jetzt könnte ich meine Haare abschneiden lassen“, sagt sie.
„Aber Muuggi, nicht Deine schönen Haare abschneiden“, rufe ich entsetzt.
„Nein“, lacht sie, „nur ein wenig kürzer. Siehst Du, sie brechen an den Spitzen.“
Dann geht sie hinein und ich warte draußen auf der Straße und beobachte, auf einem Stein sitzend, das Treiben in der Stadt. Plötzlich höre ich laute Stimmen im Laden. Muuggi schimpft fürchterlich und ruft:
„Maanfred, bring ein Messer. Ich bringe sie um. Ich töte sie! Sie hat meine Haare verdorben! Sie hat keine Ahnung! Sie ist keine Friseur! Polizei, ruf die Polizei!“
Erschrocken springe ich auf und eile in den Laden. Kreidebleich steht eine junge Chinesin in der Ecke des Raumes und ein Mann, offensichtlich der Ladenbesitzer, versucht Muuggi festzuhalten, die zur Tür hinaus will. Jetzt sieht sie mich: „Schau hier, was sie gemacht hat. Alles kaputt!“
Der Mann hat jetzt ihren Arm gepackt, doch Muuggi reißt sich los und schlägt nach ihm. Er weicht zurück und Muuggi schreit weiter:
„Polizei, ich hole die Polizei!“ Endlich ist sie an der Tür und der Mann springt ihr nach, will sie festhalten. Nun verstelle ich ihm den Weg und brülle ihn mit funkelnden Augen an: „Polizei!“

Das hat ihn eingeschüchtert, er bleibt zurück und ich folge Muuggi, die noch immer schimpft und immer wieder ihr viel zu kurz gewordenes Haar nach vorn wirft, um es zu untersuchen.
Ich kann sehen, dass es wirklich nicht gut geschnitten ist, sondern etwas schief und Stufen sind auch zu erkennen. Immer noch reicht es ihr weit unter die Schultern, aber Muuggi hatte andere Vorstellungen von der erwünschten Länge. „Immer wieder schneiden! Mal hier, mal da, und immer kürzer!“, sie ist noch immer wütend, kann sich gar nicht beruhigen.

Ich weiß um ihre Empfindlichkeit, wenn es um ihr prächtiges Haar geht und Mongolinnen haben in dieser Beziehung sowieso eigene Ansichten. Niemals warf Muuggi ausgekämmtes Haar, das sie aus der Bürste zog, einfach von sich:
„Vögel nehmen es mit, um Nest zu bauen, dabei tragen sie meine Seele fort!“, erklärte sie mir voller Ernsthaftigkeit und verbrannte die Haare mit einem Feuerzeug.

Für die Rückfahrt nach Peking müssen wir auf die Bequemlichkeiten der Transmongolischen Eisenbahn, und damit auch auf einen Schlafwagen verzichten, denn dieser Zug, der aus Moskau kommt und schon viele Tage unterwegs ist, kommt hier nicht am Sonntag durch. Also wieder der Bummelzug nach Jining.
Als wir dort eintreffen, geht es mir gar nicht gut. Kopfschmerzen und Übelkeit machen mir zu schaffen und ich fühle mich schwach. Die Ursache ist mir rätselhaft. Muuggi bemerkt mein Unwohlsein und sofort erwacht in ihr der Mutterinstinkt.
Besorgt umhegt sie mich jetzt und lässt in dem kleinen Hotel eine „schwarze Suppe“ für mich kochen. Eigentlich mag ich gar nichts essen, doch Muuggi besteht darauf. Tatsächlich gelingt es mir, die große Schüssel vollständig zu leeren und überrascht stelle ich fest, dass es mir ganz schnell wieder besser geht. Die Suppe ist tatsächlich sehr dunkel, fast schwarz und wohl ein mongolisches Geheimrezept. Sie enthält viel gewürfeltes Fleisch und die dunkle Brühe entstand offensichtlich von aufgekochtem Blut.

Auf dem Bahnhofsvorplatz von Jining stehen viele Busse. Ich kann sehen, dass darin aber keine Sitzreihen aufgestellt sind, sondern Doppelstockbetten. Als es zu dunkeln beginnt, versammeln sich die Fahrgäste dieser Busse auf dem Vorplatz und die Fahrer sind damit beschäftigt, deren Gepäckstücke auf dem Dach der Busse festzuzurren und mit einer Plane abzudecken. Jede Nacht sind diese Busse unterwegs und erreichen am Morgen Peking. Das interessiert mich. Auf den überfüllten Zug nach Peking habe ich keine Lust, im Bus könnte man liegen und vielleicht sogar schlafen. Es ist nicht teurer als mit dem Zug zu reisen, deshalb kaufe ich zwei Fahrkarten. Die letzten waren es, die noch zu ergattern waren und wir müssen uns sputen, denn unser Bus steht schon zur Abfahrt bereit. Nur noch zwei Liegeplätze sind frei: auf der quer durch den Bus laufenden hinteren Liegefläche, oben.

Matratzen sind ausgelegt und auch Decken stehen zur Verfügung. Jeder hat seine Schuhe ausgezogen, so sind die sich schnell ausbreitenden Gerüche schon nicht mehr angenehm. Schulter an Schulter liegen jetzt hinten acht Personen nebeneinander, die Füße in Fahrtrichtung, die Köpfe am rückwärtigen Fenster. Doch nicht von den Füßen allein kommen unangenehme Gerüche. Als mein Nebenmann links, ein junger Chinese, plötzlich seinen Körper auf seine rechte Seite dreht und ein Schwall seines Atems meine Nase erreicht, glaube ich ersticken zu müssen.
Einen solchen Knoblauchdunst wie jetzt, erlebte ich bisher nie. Nicht mehrere Zehen, gleich mehrere Knollen muss dieser Mann kürzlich erst verzehrt haben, mir wird ganz schlecht. Dabei stellt sich in den kommenden Stunden auch noch heraus, dass die rechte seine Lieblingsliegeseite ist. Nun wird es auch die meine und ich mache einen ganz runden Rücken dabei, um den Abstand zu ihm zu vergrößern. Rechts von mir liegt Muuggi und in der Beuge ihres Halses kann ich endlich wieder atmen.

Muuggi hat mein Problem erkannt, der Schwall dieses grausamen Atems reicht noch weit über uns hinweg und selbst der Mongole, der als letzter rechts am Fenster liegt, reißt es plötzlich entsetzt auf.
Muuggi aber deckt unsere Köpfe mit einer Decke bis unter die Augen ab, so lässt es sich endlich ertragen. Kopf an Kopf liegen wir Geplagten nun in diesem Bus und lassen uns schüttelnd durch die chinesische Nacht tragen.

Dem Mongolen neben Muuggi drückt scheinbar plötzlich die Blase. Aber alle wissen, dass es nur einen Stopp um Mitternacht geben wird. Was soll der arme Kerl tun? Sicherlich bereut er jetzt jedes Bier, das er in dem Hotel noch vorher schnell getrunken hat. Jetzt will es raus, ganz unruhig wird der Mann schon, wirft sich hin und her. Da kommt ihm die rettende Idee: hastig dreht er sich auf seine rechte Seite, öffnet erneut das kleine Schiebefenster neben sich und seine Hose. Unter erleichtertem Stöhnen leert sich seine Blase und ein gewaltiges Rinnsal, vom Fahrtwind nach hinten und um den Bus herum getrieben, zieht sich an der Außenseite der Fenster entlang. Wie viel davon der Fahrtwind auch nach innen gepresst hat und damit in die Hose des Mannes hinein, konnte ich nicht erkennen. Sehr wohl aber seinen unglücklichen Gesichtsausdruck während der restlichen Fahrt..."

 

 

29.04.2017 | 1035 Aufrufe