Nighti bedankte sich mit Abschnauben

Ein paar Übungen am Boden und schon kann man besser auf dem Pferd sitzen. Das das geht, zeigte sich beim Sitzkurs mit Nadja Eichholz, den das Team-T-Weichs organisiert hatte.

 

„Pieselnder Hund“: Bewegungstrainerin Nadja Eichholz zeigt Alex Diwischofsky wie sie ihr Bein bewegen soll. Foto: Andrea Tölle

 

„Nighti ist wie ausgewechselt“, schwärmt Petra Schaller von ihrer 17-jährigen Stute Nightfire. Die Sportreiterin hatte an der Sitzschulung mit Bewegungstrainerin Nadja Eichholz (www.bewegungstrainerin-EM.de) am 27. November auf der Reitanlage Eberl in Zillhofen teilgenommen. Organisiert hatte die Veranstaltung das Team-T-Weichs. Schon während der Unterrichtseinheit erlebte Schaller Verbesserungen. „Ich habe meinen Körper seit langem nicht mehr so beweglich gespürt. Nighti hat sich auch gleich mit Abschnauben und Losgelassenheit bedankt“, berichtet die Dressurreiterin. Bei einer Übung für den Schulterbereich sei ihre Beweglichkeit extrem besser gewesen und das sogar obwohl sich Schaller vor zwei Jahren die Rotatorenmanschette gerissen hat. „Eine tolle Übung, die man daheim mit wenig Aufwand wiederholen kann“, meint Schaller. Hierzu musste sie in Seitenlage liegen und den ausgestreckten Arm von vorne nach hinten führen und dabei der Bewegung mit den Augen folgen. Die Beweglichkeit des Beckens verbesserte Schaller mithilfe des Balimos – einem Stuhl mit beweglicher Sitzfläche.

 

Gar nicht so leicht: Franzi Fricke(r.)  mobilisiert ihr Becken auf dem Balimo, einem  Stuhl mit beweglicher Sitzfläche. Foto: Andrea Tölle

 

Verblüffende Wirkung aufs Reiten

Diesen Stuhl erlebte auch Alex Diwischofsky. „Zuerst dachte ich mir ‚na toll ein Stuhl‘, war dann aber relativ schnell verblüfft, wie schwer es ist, den Stuhl auf allen Seiten zum Klacken zu bringen. Nach dieser Übung konnte ich bereits eine kleine Verbesserung auf meiner festeren Seite beim Mitschwingen des Beckens feststellen“, berichtet die schlanke und sportliche Pferdebesitzerin. Auf dem Balimo musste sich Diwischofsky vorstellen auf dem Ziffernblatt einer Uhr zu sitzen und erst einmal zwischen der 12 vorne und der 6 hinten hin- und herzuwippen. Es dauerte einige Zeit, bis die die Pferdebesitzerin zur 6 hinterkam. Aber schon nach dieser Übung war das Becken beim Reiten etwas lockerer. Als weitere Übung folgte der „pieselnde Hund“. Hier kniet man sich im Vierfüßlerstand auf den Boden und hebt ein rechtwinklig angewinkeltes Bein hoch und bewegt es etwas nach vorne. Nach ein paar Wiederholungen auf jeder Seite kommt hinzu, dass sich Schulter und Knie so weit wie möglich nähern sollen. Auch das macht man ein paarmal auf jeder Seite. Dann stützt man sich nicht mehr auf mit den Händen sondern mit den Ellbogen auf den Boden und bewegt wieder mehrmals auf jeder Seite Schultern und Knie zueinander. Wiederholt man anschließend die erste Position stellt man eine erstaunliche Verbesserung der Beweglichkeit fest. „Die Übung fand ich extrem anstrengend. Aber ich stellte beim Reiten eine deutliche Verbesserung fest. Das Mitschwingen ging viel einfacher und ich saß gefühlt tiefer im Pferd. Die von Nadja an mir festgestellten Probleme decken sich genau mit den Punkten, auf die mich meine Physiotherapeutin immer hinweist. Die Wirkung der Übungen auf das unmittelbar darauf folgende Reiten ist verblüffend – aber im Stall wohl leider schwer umsetzbar“, urteilt Alex Diwischofsky.

 

Der Erfolg kam sofort

Auch Franzi Fricke machte die Erfahrung, dass ihr die Übungen halfen flexibler und lockerer auf dem Pferd zu werden. Da sie beim Reiten oft die Schultern nach vorne zieht ging Bewegungstrainerin Eichholz auf diese Problemzone ein. Seitlich am Boden liegend sollte Fricke den oberen Arm nach vorne ausgestreckt ablegen. Dann sollte sie den Arm ausgestreckt um sich herum nach hinten bewegen soweit das möglich war. Anfangs schaffte die Springreiterin knapp einen 90 ° Winkel. Aber sie musste die Übung mehrfach wiederholen und anschließend in zwei Variationen durchführen. Der Erfolg kam sofort: „Am Schluss konnte ich meinen Arm so weit nach hinten dehnen, dass ich mit der Hand den Boden hinter mit berühren konnte. Das hat mir auch anschließend beim Reiten geholfen. Ich konnte meine Schultern beim Reiten mühelos nach hinten nehmen ohne mich dabei zu verspannen“, berichtet die erfolgreiche Springreiterin.

Petra Schaller jedenfalls freut sich schon jetzt auf den nächsten Sitzkurs, der im Februar stattfinden soll: „Auch reiterlich habe ich jetzt da ein oder andere besser verstanden und umsetzen können. Großes Lob an die Trainerin.“ Lehrgänge mit Nadja Eichholz veranstaltet das Team-T-Weichs generell jedes Jahr im Februar und November auf der Reitanlage Eberl. Auch wenn für die Mitglieder des Team jetzt die staade Zeit angesagt ist, ist diese nur von kurzer Dauer. Denn schon am 18. Februar finden Abzeichenprüfungen statt und im Frühjahr wollen sie mit einem Trainingsturnier die Saison eröffnen.

Übrigens muss man kein Pferd besitzen, wenn man an diesen Veranstaltungen teilnehmen will. Das Team-T-Weichs hat hervorragende Lehrpferde, mit denen man all diese Events bestreiten kann. Zudem können auch Erwachsene und Kinder von der Pike auf das Reiten lernen. Weitere Infos stehen unter www.team-t-weichs.de

 

Andrea Tölle