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"KERALIT - WIR BRINGEN HUFE AUF TRAB"

 

 

STRAHLFÄULE - EINE WEIT VERBREITETE ERKRANKUNG

 

Dipl. Ing. Florian Ruff hier mit 2jg. Stutfohlen von Spirit x M. Kolibri aus eigener Zucht... - Foto: Stefan Schmid   

 

Dipl.Ing. Florian Ruff kommt aus einer Pferdefamilie. Springen und Vielseitigkeit, aber auch die Zucht ist ein Thema in diesem Hause. Er selbst war übrigens auch bis zur Klasse M Springen unterwegs. Kein Wunder, dass sich Dipl.Ing. Florian Ruff während seines Biomedizintechnik-Studiums vor allem den Pferden bzw. aus persönlichen Gründen deren Hufen widmete. Der junge Mann forschte, entwickelte erfolgreich und gründete bereits während des Studiums die KERALIT VETERINÄR - UND PFERDETECHNIK GMBH in Magstadt. In seinem nachfolgenden Bericht über die Strahlfäule erfährt man viel Wissenswertes und Wichtiges über diese verbreitete Erkrankung. 


HAUPTPROBLEME BEI PFERDEHUFEN - HORNZERSETZUNG UND STRAHLFÄULE

„Eines der Hauptprobleme bei Pferden in unseren gemäßigten Breitengraden sind Hornzersetzungsprozesse, wie die Strahlfäule oder die Zersetzung der weißen Linie, auch als ‚white line disease‘ bekannt. Nahezu 80 Prozent unserer Pferde haben

geschädigte Hufe durch Strahlfäule. Bei manchen sind nur kleine schwarze Bereiche tief im Grund der seitlichen Strahlfurchen sichtbar, die oft schon beim korrekten Ausschneiden verschwinden, andere Pferde wiederum sind so stark betroffen, dass der Hufkratzer beim Auskratzen regelrecht in der getrennten mittleren und den seitlichen Strahlfurchen versinkt und an manchen Stellen schon die Strahllederhaut offen liegt, oder es sogar schon blutet.

 Huf mit Strahlfäule unbearbeitet... Foto: Stefan Schmid   

 


Strahlfäule bereits weitgehend ausgeschnitten... - Foto: Stefan Schmid   

 

FOLGEN DER STRAHLFÄULE NICHT UNTERSCHÄTZEN 

Die Folgen nicht oder falsch behandelter Strahlfäule sind schwerwiegender als allgemein angenommen wird: Strahlfäule bringt nicht nur den unangenehmen Geruch nach faulem Ei oder bakterielle Infektionen wie eitrig entzündete Hufabszesse mit sich, sondern führt langfristig auch zu einer schleichend zunehmenden Hufdeformation. Der Huf wird zunehmend enger und schmaler, da der Huf-weitende Effekt beim Auftreten fehlt. Der verkümmerte Strahl hat kaum mehr Bodenkontakt. So können durch mangelnde Hufpflege insbesondere beim heranwachsenden Pferd leicht Zwanghufe entstehen. Diese sind später leistungsmindernd und nur schwierig (Beschläge mit Platte, Silikon…) und sehr langwierig zu korrigieren. 

 

Strahlfäule in fortgeschrittenem Stadium... - Foto: Stefan Schmid

 

HALTUNGSWEISE ALS HAUPTURSACHE 

Die Gründe für so viele von Strahlfäule betroffene Pferde liegen zum Teil auch in der Haltung. Ursprünglich lebten Pferde in steppenähnlichen Regionen mit recht trockenen klimatischen Bedingungen. Dort bewegten sie sich auf riesigen Flächen – Fäulnis am

Horn kann in einer solchen Umgebung kaum auftreten. Bei der Stallhaltung, insbesondere bei Boxenhaltung, ist das Pferd auch bei sauberster Pflege gezwungen, in die eigenen Ausscheidungen zu treten. Dort lauern Bakterien und Pilze, die vor allem, wenn Ammoniak das im Horn vorkommende Protein Keratin geschädigt hat, hier einen guten Nährboden finden.

Ammoniak entsteht besonders schnell in der warmen Jahreszeit durch die bakterielle Zersetzung des Harnstoffs im Urin des Pferdes. Das stechend riechende Gas ist leichter als Luft  und steigt deshalb aus der Einstreu auf. Ammoniak schädigt das im Horn vorkommende Protein Keratin, ebenso Haut und Lunge des Pferdes. 

Das nun chemisch vorgeschädigte Horn ist der ideale Nährboden für hornzersetzende Bakterien und auch Pilze.  Diese zersetzen das Horn,dabei entstehen Zersetzungsprodukte wie beispielsweise Schwefelwasserstoff (Faul-Ei-Geruch), der wiederum Horn anlösen kann. Es entsteht ein Prozess, der sich wie ein Teufelskreis selbst aufrechterhält. 

Die Ernährung spielt für das Problem Strahlfäule eine eher untergeordnete Rolle, denn Pferde können viele für das Hornwachstum erforderliche Stoffe selber aus dem Grund-Futter erzeugen, wie beispielsweise auch das Biotin (Vitamin H), ein zur B-Vitamin

Gruppe gehörendes Vitamin. Ein echter Mangel kann in einem großen Blutbild dargestellt werden. Dennoch kann eine Zufütterung sinnvoll sein, insbesondere in der Zeit des Fellwechsels oder bei echten Hufproblemen.

Man muss sich aber im Klaren darüber sein, dass es ca. zehn bis zwölf Monate dauert, bis das Horn der Hufwand einmal komplett herunter gewachsen ist. Sohle und Strahl erneuern sich rund alle zehn bis zwölf Wochen. 

 

GENETISCHE FAKTOREN UND UNGÜNSTIGE HUFFORMEN 

Genetische Faktoren spielen bei Hufproblemen ebenfalls eine Rolle, dabei ist es aber weniger die vererbte schlechte Hornqualität, sondern es sind vielmehr ungünstige Hufformen wie enge, hohe, schmale Hufe und dünneWände. 

Auch die oft sicher ebenfalls weitervererbten "Stellungsfehler" zeheneng, zehenweit, bodeneng und -weit (oft noch in ungünstiger Kombination) spielen eine Rolle und sind vom Schmied oft kaum zu korrigieren. Diese genetischen Faktoren geraten bei der Auswahl der Elterntiere häufig gegenüber den Leistungsmerkmalen (Springen/Dressur usw.) in den Hintergrund.

 

WAS PFERDEHALTER TUN KÖNNEN... 

Um Strahlfäule vorzubeugen raten wir zu einer guten Boxenhygiene, Licht, frischer Luft und viel Bewegung auf weiten Ausläufen, Faktoren, die alle auf die Qualität der Hufe positiven Einfluss haben. So findet man auch nach wochenlangen Regenperioden, mit

matschigem Boden, bei Aufzuchtpferden auf großen Koppeln nur äußerst selten Probleme mit Strahlfäule.

 

Sauberes Auskratzen der Hufe beugt vor...

 

Darüber hinaus, so banal dies klingt, ist das saubere Auskratzen der Hufe, besonders vor dem Reiten oder dem Koppelgang, enorm wichtig, da sonst der ammoniakhaltige Stallmist bis zum Abend in den Strahlfurchen und unterm Eisen bleibt, weder Licht, Luft  noch Sand ans Horn gelangt. Denn die hornzersetzenden Keime sind anaerobe Keime, die genau dieses Milieu lieben; feucht, dunkel, anaerob und den alkalischen pH-Wert vom Stallmist.

Auch kürzere Hufschmiede-Intervalle sind ratsam.

 

 Überfälliger Beschlag...

 

Schäden an Hufen und später auch den Gelenken kommen oft von überlangen Beschlagsperioden. 

Folgen sind neben Fäulnis einseitig ausbrechende Wände, lange Zehenwände und somit eine gebrochene Zehenachse. Dies führt alles zum vorzeitigen Verschleiß. Das hier gesparte Geld gibt man später mehrfach beim Tierarzt aus.

 

APPELL DES FACHMANNES – ZUCHTASPEKTE BEDENKEN 

Und last but not least: Züchterisch solle man eben nicht nur auf Leistung züchten, sondern sich Hengst und Stute genauer ansehen, um nicht beispielsweise Stellungsfehler beim Nachwuchs noch zu verstärken. Ebenso sei die korrekte Hufpflege schon beim kleinen Fohlen extrem wichtig, da sich in der Zeit des Längenwachstums krumme oder zu flache Hufe auf den gesamten Bewegungsapparat negativ auswirken – bis hin zur Unbrauchbarkeit als späteres Reitpferd.“

 

 

Gerne dürfen Sie Ihre Fragen zu Hufproblemen bzw. zur Anwendung der Produkte direkt an Keralit stellen: 

 

info@keralit.de 

https://www.keralit.de

 

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